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Beschichtete Aluminiumlamellen in 47 Farben

Der Künstler Antonio Marra ist für seine »polyperspektivische« Malerei bekannt: Die Motive seiner Gemälde verändern sich im Vorbeigehen. Zu Ehren dieses Künstlers wurde 2015 ein Wohn- und Geschäftshaus in Heilbronn fertiggestellt. Die Fassade des »Marrahauses« funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie Marras Gemälde: Veränderung beim Vorbeigehen.

In enger Zusammenarbeit zwischen dem Wohnbau- und Projektentwicklungsunternehmen Kruck+Partner, Antonio Marra und dem Architekten Alexander Schleifenheimer entstand ein Gebäude mit einer Fläche von etwa 10 800 m2. Direkt an der Friedrich-Ebert-Brücke in der Innenstadt öffnet sich das Marrahaus über eine Länge von 70 Metern zum Neckar. Fünf Restaurants auf annähernd 2500 m2 befinden sich ebenfalls auf diesem Areal. Auf weiteren 700 m2 gibt es ein Kino mit etwa 400 Sitzplätzen. Im ersten Obergeschoss wird das Raumprogramm durch ein Ärztezentrum mit 2000 m2 Grundfläche und Büroflächen auf 500 m2 ergänzt. Ab dem zweiten Obergeschoss bis in die Penthouse-Ebene schließt das Gebäude mit 54 Zwei- bis Fünf-Zimmer-Eigentumswohnungen ab. Der Baukörper zeigt sich klar und reduziert. Stapelartig schichten sich fünf Ebenen und ein zusätzliches Penthouse-Geschoss übereinander.

Der Fokus liegt auf den farbigen, gerippten Fassadenbändern. Die vertikal angeordneten Aluminiumlamellen mit dreieckigem Querschnitt wurden – dem Prinzip der Malerei von Antonio Marra folgend – von zwei Seiten mit jeweils unterschiedlichen Farbtönen versehen. Während die A-Seiten Weiß und kräftige Bunttöne kombinieren, kommen auf den B-Seiten sanfte Abstufungen von Tönen aus jeweils einer Farbfamilie und silbern spiegelnde Oberflächen zum Einsatz. Ergebnis ist eine textil wirkende Gebäudehaut, deren Farbwirkung sich je nach Standpunkt des Betrachters ändert.

HD Wahl hat sich auf die Veredelung von Aluminiumbauteilen in der Fassade spezialisiert. Das Unternehmen wurde damit beauftragt, die insgesamt 47 Farben auf 16 970 Lamellen nach den Vorstellungen des Künstlers anzupassen: Es ist gelungen, die Farben aus der unmittelbaren Umgebung des Gebäudes aufzunehmen und mit ihr in ein lebendiges Wechselspiel zu treten. Neben den Vorstellungen des Künstlers standen Aspekte wie Qualität, Dauerhaftigkeit und Farbbeständigkeit der Farblamellen im Fokus der am Bau Beteiligten. HD Wahl versah die Bauteile deswegen mit der Beschichtung »Duraflon«. Bei einer so großen Zahl an Farbnuancen eignet sich das Nasslackverfahren gut. Farbtöne lassen sich damit präzise und vergleichsweise schnell rezeptieren. Darüber hinaus sind weder Sanierungen noch hohe Reinigungszyklen zu erwarten.

Weitere Vorteile von Duraflon: Die Farb- und Glanzqualität bei dieser Beschichtung bleibt langfristig erhalten. Ergänzend verfügt sie über einen sogenannten »easy-to-clean-­Effekt« und erfordert damit sehr wenig Pflegeaufwand. Die Einbrennlackierung auf Fluorpolymerbasis ermöglicht zudem die exakte Umsetzung individueller Farbwünsche oder Glanz-, Metallic- und Rauigkeitseffekte.

Um sämtliche künstlerische, architektonische, stadtplanerische und technische Aspekte zu berücksichtigen, wurden Antonio Marra und Alexander Schleifenheimer während des Entwurfs von einer Kommission aus Stadtplanern, Architekten und Wissenschaftlern unterstützt.

Weitere Informationen: HD Wahl GmbH, Jettingen-Scheppach

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Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 11/2016
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