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Christ & Gantenbein, best architects 18, Swiss National Museum, Walter Mair

best architects 18 Award entschieden

Die Auszeichnung mit dem einleuchtenden Titel best architects gibt es noch nicht sehr lange. Mit dem 2006 ins Leben gerufenen Award wurden zuerst nur die besten Projekte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz prämiert. Erst seit zwei Jahren ist der Preis auch für Architekturprojekte aus weiteren europäischen Ländern offen. Bewerben können sich die Architekturbüros mit realisierten Bauten, die in einer der acht Kategorien bewertet werden: Wohnungsbau (mit zwei Unterkategorien Einfamilienhäuser und Mehrfamilienhäuser), Büro- und Verwaltungsbauten, Gewerbe- und Industriebauten, öffentliche Bauten, Bildungsbauten, sonstige Bauten sowie Innenausbauprojekte. Prämierte Projekte werden in einer aufwendig gestalteten Publikation dokumentiert. 

Dieses Jahr wurden aus insgesamt 367 eingereichten Arbeiten 71 Projekte ausgezeichnet. Eine international besetzte Jury hat darüber hinaus 12 weitere Projekte mit einer Auszeichnung in Gold besonders gewürdigt:

Wohnungsbau
In der Kategorie Wohnungsbau (Einfamilienhäuser) bekamen das House Juniskär des schwedischen Büros Hermansson Hiller Lundberg Arkitekter, das Savioz House von Savioz Fabrizzi architectes aus der Schweiz und das E20-Haus des Stuttgarter Büros Steimle Architekten die höchste Auszeichnung. Allen drei Entwürfen gemeinsam ist eine klare Setzung der Baukörper: Während die Gestaltung vom House Juniskär sich auf die klassische Bautradition in Skandinavien bezieht, hebt sich das E20-Haus aus Dämmbeton von seiner Umgebung deutlich ab. Das Savioz House ist ein Umbauprojekt für eine inzwischen mehrmals umgebaute Scheune aus dem 19. Jahrhundert. Die Architekten verwandeln das Haus in ein monolithisches Bauwerk, dessen Geschichte sich durch die Offenlegung von baulichen Eingriffen an der Fassade ablesen lässt. Das Wohnhochhaus Hirzenbach in Zürich von Boltshauser Architekten und das Mietshaus von Trutz von Stuckrad Penner in Berlin setzen sich mit der städtischen Dichte auseinander. Das Zürcher Wohnhochhaus mit 12 Geschossen orientiert sich am modernen Bauen in der Nachkriegszeit. Das Wohnhaus in Berlin ist dagegen eine zeitgenössische Interpretation eines Mietshaus in »Berlinischer Tradition«.

Büro- und Verwaltungsbauten
Das Verwaltungsgebäude H7 in Münster von Andreas Heupel hat die Auszeichnung in Gold in der Kategorie »Büro- & Verwaltungsbauten« bekommen. Das siebengeschossige Bürohaus am Stadthafen, das von einer Bio-Handelskette beauftragt wurde, ist größtenteils aus Holz konstruiert.

Gewerbe- und Industriebauten
Das Material Holz ist auch das primäre Material bei dem Wasserkraftwerk Ragn d'Err von Cangemi Architekten und dem Gewerbebau von lp Architektur im österreichischen St. Martin (Kategorie »Gewerbe- und Industriebauten«). 

Bildungsbauten
Menzi Bürgler Architekten erweitern die Schulanlage Felsberg in Luzern und nehmen die Architektursprache der vorhandenen Schulanlage auf. Die Obergeschosse des Neubaus mit einem massiven Natursteinsockel sind von Licht durchflutet und flexibel nutzbar geplant.

Öffentliche Bauten
Das außerordentliche Projekt für die Erweiterung des Landesmuseums in Zürich bekam die Auszeichnung in Gold in der Kategorie »Öffentliche Bauten«. Das Gebäude, das an den Altbau aus dem späten 19. Jahrhundert anschließt, besticht durch seine »Origami-ähnliche Dachlandschaft«. Das junge Büro Christ & Gantenbein gewann den öffentlichen Wettbewerb im Jahr 2002. Die Planung und Realisierung des Bauvorhabens nahmen schlussendlich 15 Jahre in Anspruch; das Ergebnis ist ein Neubau, in dem Alt und Neu auf eine ungewöhnliche Art und Weise miteinander verbunden werden. 

Innenausbau
Der Entwurf für den Innenausbau eines Apartments aus den 1970er-Jahren von Bajet Giramé (Kategorie »Innenausbau«) legt die ursprüngliche offene Struktur der Wohnung frei.

Sonstige Bauten
Die Kapelle Salgenreute von Bernardo Bader (Kategorie »Sonstige Bauten«) besticht durch Präzision im architektonischen Ausdruck. Die einfache Grundform der Kapelle knüpft an das traditionelle Bauen an, das für viele Orte im Bregenzerwald charakteristisch ist.

Jede Auswahl ist subjektiv, insbesondere wenn die Architektur beurteilt wird. Das beweist unter anderem die Fülle an erstklassigen Projekten, die nur eine »einfache« Auszeichnung bekamen. Der einzige Störfaktor bei dem best architects Award ist wohl der damit verbundene Kostenaufwand: Die Architekten zahlen zuerst eine Anmeldegebühr und dann noch ein zweites Mal, wenn ihre Projekte eine Auszeichnung erhalten. Bei den über 80 Würdigungen kommt am Ende eine beträchtliche Summe zusammen, sodass sich die Frage stellt, welche Ziele der Preis in Wirklichkeit verfolgt: Geht es in erster Linie um eine Würdigung der architektonischen Qualität oder doch um ein ausgeklügeltes Businessmodell?

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