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Bet- und Lehrhaus Petriplatz - Wettbewerb entschieden

1. Preis, Kühn Malvezzi (Berlin), Längsschnitt

Ein Haus für drei Religionen – Christentum, Judentum, Islam – war die Entwurfsaufgabe im Architektenwettbewerb für ein Bet- und Lehrhaus am Petriplatz in Berlin-Mitte, dessen Ergebnis am 7. September 2012 bekannt gegeben wurde. Aus 38 eingereichten Arbeiten kürte die Jury unter dem Vorsitz von Hans Kollhoff (Berlin) den Entwurf des Berliner Büros Kuehn Malvezzi einstimmig zum ersten Preis. Die weiteren Preise gingen an die Entwürfe der Architekten Riepl Riepl, Linz (2. Preis), Wandel Hoefer Lorch, Saarbrücken (3. Preis) und Schultes-Frank, Berlin (4. Preis).

1. Preis, Kuehn Malvezzi (Berlin)

Unbeeindruckt vom politischen Tagesgeschehen, das immer wieder von religiös motivierten Gewalttaten überschattet ist, feilt man in Berlin-Mitte an einer Vision für ein harmonisches religiöses Miteinander: Auf dem Gelände der ehemaligen Petrikirche gegenüber der Fischerinsel, einem "Urort der Stadt" (Berlin wurde hier erstmalig urkundlich erwähnt), soll ein Bet- und Lehrhaus für die drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam entstehen. "Eine zukunftsfähige Gegenwartsarchitektur auf höchstem Niveau" war die Vorgabe für den Sakralbau, bei dem zudem die im Jahr 2007 entdeckten archäologischen Reste der Petrikirche sowie der Cöllnischen Lateinschule berücksichtigt werden sollten. Im Rahmen eines internationalen Wettbewerbs wurde nun eine architektonische Form gefunden, bei der die ersten Preisträger diese archäologischen Funde als Teil einer Ausstellung in das Entwurfskonzept integrieren.

1. Preis, Kuehn Malvezzi (Berlin)

Kuehn Malvezzi schlagen einen plastisch geformten Baukörper vor, in dessen Innerem sich drei eigenständig gestaltete Sakralräume um einen gemeinsamen Kuppelsaal gruppieren. Dabei fungieren die Lichtöffnungen der Räume als Bindeglied zwischen außen und innen und verweisen auf den jeweiligen Charakter des Innenraums. Die Architekten verstehen den Baukörper als komponierte Folge unterschiedlicher Raumsituationen – vom Arkadengang an der Gertraudenstraße über einen erhöhten Platz, der sowohl der Erschließung als auch dem Aufenthalt und der Begegnung dienen kann, über den zentralen Innenraum bis zu einer Stadtloggia im Turm des Gebäudes auf 32 Metern Höhe. Die Sakralräume werden separat erschlossen. Der Haupteingang liegt auf der Südseite des Gebäudes gegenüber der Brüderstraße und wird durch eine großflächige Öffnung markiert. Vom Empfangsbereich aus erreicht man sowohl die darüber gelegene zentrale Halle als auch den im Untergeschoss befindlichen, acht Meter hohen Ausstellungsraum für die archäologischen Funde, der auf den Grundmauern der neogotischen Kriche von 1853 an dieser Stelle fußt.

2. Preis, Riepl Riepl (Linz)
3. Preis, Wandel Hoefer Lorch (Saarbrücken)

Der Entwurf des Berliner Büros Kuehn Malvezzi sei „die mit Abstand souveränste Arbeit, die ein komplexes Raumprogramm und eine schwierige städtebauliche Situation mit einer sehr einfachen Bauform gelöst hat. Sie wird den funktionalen Aspekten gerecht, schafft sehr schöne Innenräume und steht ganz selbstverständlich im Stadtraum - durchaus mit einem gewissen Stolz, der diesem Ort gut tut.", urteilte die Jury. Gregor Hohberg, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde St.Petri-St.Marien und Initiator des Projekts, spricht von einem „freundlichen, einladenden Gebäude, das gut und kraftvoll in der Stadt sitzt. Mit diesem Gebäude können wir unsere Idee umsetzen, unter einem Dach eine Kirche, eine Moschee und eine Synagoge zu beherbergen und gemeinsam einen großen Raum der Begegnung zu schaffen."

 

4. Preis, Schultes Frank, Berlin
5. Preis
6. Preis
6.Preis

Dabei ist die Festlegung auf drei Religionen nur vorläufig, wie der Trägerverein „Bet- und Lehrhaus Petriplatz Berlin“ betont. Gründungsmitglieder des Vereins sind das Land Berlin, die Jüdische Gemeinde zu Berlin, das Abraham Geiger Kolleg, das Forum für Interkulturellen Dialog Berlin als Vertreter der muslimischen Religionsgemeinschaft, der Evangelische Kirchenkreis Berlin Stadtmitte und die Evangelische Kirchengemeinde St.Petri-St.Marien.

Ab dem 14. September 2012 werden die Ergebnisse des Wettbewerbes in der Parochialkirche an der Klosterstraße unter dem Titel „Sakralbauten von morgen – entworfen für die Mitte Berlins“ ausgestellt.

Eröffnung: 14.09.2012, 16.00 Uhr; mit Pfarrer Gregor Hohberg, Hans Kollhoff (Preisgericht), Vertreter der prämierten Architekturbüros
Ort: Parochialkirche, Klosterstraße 66, 10179 Berlin, U Klosterstraße, S/U Alexanderplatz, S/U Jannowitzbrücke
Öffnungszeiten: 15. September bis 14. Oktober 2012, täglich 12-18 Uhr, donnerstags 12-20 Uhr. Eintritt frei.

Bildnachweise:
Alle Modellfotos: Michel Koczy / Bet- und Lehrhaus Petriplatz Berlin e.V.
Alle Zeichnungen: Kuehn Malvezzi

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