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BUGA 2021, Aufzug, Glas, Stahlkonstruktion, Schulitz Architekten

Buga 2021 in Erfurt: Im Panoramaaufzug auf den Petersberg

Gerade findet in Erfurt die Bundesgartenschau 2021 statt. Die beiden Hauptausstellungsflächen – der Egapark (Ega: Erfurter Gartenbauausstellung), der seit 1992 unter Denkmalschutz steht und der Petersberg, der mit seiner Festung über den Dächern der Altstadt thront – sind überwiegend barrierefrei beziehungsweise barrierearm erschlossen. Wer vom Domplatz kommend den Petersberg besichtigen möchte, nimmt zunächst eine einigermaßen steile Treppe oder den Panoramaweg, der den Hang im weitläufigen Zick-Zack erschließt. Die letzten 14 Höhenmeter lassen sich mit dem Aufzug bewältigen. Die Fahrt lohnt sich, man taucht mit der gläsernen Kabine aus dem Erdwall auf und bewegt sich entspannt und mit einem beeindruckenden Blick auf Altstadt und Dom nach oben. Leider ist das Vergnügen schon nach etwa 12 Sekunden vorbei. Oben angekommen gelangen die Besucher über zwei filigrane, in V-Form angeordnete Stege mit einer Spannweite von je 26 m zum Petersberg. Praktischerweise ermöglichen die leichten, je 1,5 m breiten Brücken im wahren Sinne des Wortes einen Einbahnverkehr für Ankommende und Abreisende. Die Idee für diese Erschließung kommt von Schulitz Architekten aus Braunschweig.

Standardisierter Vertikalaufzug
Der Personenaufzug, der von einem Erfurter Unternehmen gebaut wurde, ist als eingehauste Lösung mit standardisierten Komponenten ausgeführt, die einen witterungsunabhängigen Ganzjahresbetrieb ermöglichen soll. Die Kabine hat eine Grundfläche von 1,60 m x 2,10 m und eine Nennlast von 1600 kg/21 Personen. Für den Bau waren keine größeren Tiefbauarbeiten in unmittelbarer Nähe zur Festungsmauer notwendig. Die historische Bausubstanz blieb bis auf minimierte Einschnitte für die Stege in die Mauerkrone unangetastet. Und der in einen Erdwall integrierte Eingangsbereich konkurriert nicht mit dem historischen Bestand. 

Schlanke Stahlkonstruktion
Das Primärtragwerk der vertikalen, schlanken Stahlkonstruktion haben Bollinger+Grohmann entwickelt. Zwei Seiten des Fachwerkturms sind mit Auskreuzungen versehen, die anderen beiden haben einen Warren-Verband (bildlich: Zick-zack-Verband). Die Eckstützen – quadratische Hohlprofile QHP200 – bilden das Schachtgerüst für den Aufzug. Sie tragen die Plattform sowie die beiden Stege und leiten die Windlasten in die Fundamente ab. Die Stege sind über Gleitlager mit der Bastion verbunden. Daraus ergeben sich nur geringe zusätzliche Lasten auf die historische Mauerkrone. Es wurden lediglich eine lastverteilende Platte und Zuganker gegen mögliche Horizontalverschiebungen eingebaut.

Weitere Informationen unter: 
www.buga2021.de

Führungen zum Tag der Architektur 2021 am 27.6.2021:
www.architekten-thueringen.de

Weitere Planungsbeteiligte:

Stahlbau: 
Mühlbauer Stahl + Metallbau, Furth im Wald
Aufzug: Hollmann Aufzüge, Erfurt
Landschaftsarchitektur/Panoramaweg:  Franz Reschke Landschaftsarchitektur, Berlin
Landschaftsarchitektur/Plateau: Heuschneider Landschaftsarchitekten, Rheda-Wiedenbrück

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