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Chancen und Perspektiven serieller Architekturproduktion

Der aktuelle Bedarf an günstigen und flexiblen Strukturen, Konstruktionen und Bauformen ist hoch, besonders im Wohnungsbau, aber auch im Objektbau wächst die Nachfrage. Während das standardisierte Bauen in Systemen noch vor wenigen Jahren für viele Architekten als Entwerfer von architektonischen Unikaten uninteressant gewesen wäre, hat sich aufgrund des hohen Budgetdrucks und der erweiterten Individualisierungsmöglichkeiten durch »Industrie 4.0« und Mass-Customization die Einstellung gewandelt.
So hat sich das modulare Bauen verändert – vom stereotypen und monotonen Wiederholen zu experimentellen und visionären Formen, die neue ökonomische und ökologische Möglichkeiten für eine neue Zielgruppe an Bauherren bieten.
Elementiertes Bauen wird deshalb auch für viele Planer zu einer interessanten Option. Von Vorteil sind dabei besonders die Vorfertigung im Werk mit sehr kurzen Montagezeiten auf der Baustelle, gute monetäre und terminliche Planbarkeit sowie eine verlässliche, geprüfte und zertifizierte Qualität und Gewährleistung, die bei Einzelanfertigungen durch das Handwerk nicht gegeben ist.
 
Architekten, Forscher und Vertreter der öffentlichen Hand stellen am 13. Oktober 2016 in Berlin aktuelle Entwicklungen und Projekte zum Thema »Vorfertigung und serielle Architekturproduktion« vor.

Diskutieren Sie gemeinsam mit den Referenten über die Zukunft des Bauens.

Alle Informationen zur Anmeldung finden Sie unten.

ZEIT und ORT
Donnerstag, 13. Oktober 2016, 16:00 – 20:30 Uhr

Deutsches Architektur Zentrum DAZ
Köpenicker Str. 48/49
10179 Berlin

PROGRAMM

16.00 Uhr: Vorfertigung, warum eigentlich?
Prof. Christian Schlüter, Dipl.-Ing. Architekt BDA, Hochschule Bochum; ACMS Architekten GmbH

16.30 Uhr: Modulares Bauen – nachhaltig, innovativ und kostengünstig
Andreas Rietz, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), Referatsleiter Nachhaltiges        Bauen, Berlin
 
17.00 Uhr: Vorfertigung + BIM = industrielles Bauen? Oder vielleicht doch nicht?
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Stefan Winter, Lehrstuhl für Holzbau und Baukonstruktion, TU München

17.30 Uhr: Pause

18.00 Uhr: Ausdifferenzierte modulare Strukturen durch computerbasierte Fertigung
Prof. Dr. Jan Knippers, Leiter des Instituts für Tragkonstruktionen und Konstruktives Entwerfen, Universität Stuttgart

18.30 Uhr: Microwohnen im Holzmodulbau – Projekte von Sauerbruch Hutton
Jürgen Bartenschlag, Senior Associate, Sauerbruch Hutton

19.00 Uhr: Diskussion
 
19.30  - 20.30 Uhr: Get-together und Ausklang mit Aperó

Detaillierte Informationen zu den Vorträgen sowie zur Anmeldung finden Sie unten.

Partner der Veranstaltung sind:

Kurze Werbepause

 

VORTRÄGE und REFERENTEN

Vorfertigung, warum eigentlich?
Prof. Christian Schlüter, Dipl.-Ing. Architekt BDA; Hochschule Bochum; ACMS Architekten GmbH

Im Rahmen der allgemeinen Digitalisierung der Produktionsprozesse, Stichwort »Industrie 4.0« ist auch die Vorfertigung im Baubereich wieder verstärkt in den Focus gerückt. Immer öfter ist von Systembau und Modulbauweise die Rede sowie von industriellem oder auch seriellem Bauen.
Insbesondere durch die aktuelle gesellschaftliche Diskussion über die Notwendigkeit zur kurzfristigen Schaffung von preiswertem Wohnraum, werden der Vorfertigung viele Potentiale zugeschrieben. Vielleicht auch teilweise zu viele.
Vorfertigung bietet Chancen, birgt aber auch Risiken. Gute, und im besten Sinne nachhaltige Architektur ist mit ihr, aber auch ohne sie möglich. Für uns als Architekten liegen die Hauptvorteile in der deutlich besseren Bauqualität, die bei einer werksseitigen Produktion grundsätzlich möglich ist.
Bei den anstehenden Bauaufgaben sowohl zur Modernisierung des Bestandes, der erforderlichen Nachverdichtung bestehender Gebäude sowie ggf. auch zusätzlich nicht auszuschließender notwendiger Neubauten kann nur die Planung mit individuellen Vorfertigungssystemen auf die Aufgabe angepasste und optimierte Lösungen bieten.

Prof. Christian Schlüter, 1991 Abschluss Architekturstudium an der Universität Wuppertal. Vertiefungsstudium „Ökologisches Bauen“ bei Prof. Wolf.D. Weigert. Seit 1993 freier Architekt, AKNW. Von 1991- 1998 Projektpartnerschaften mit Ingenhoven, Overdiek, Petzinka und Partner.  
1998 Gründung des „Architektur Contor Müller Schlüter“ mit Michael Müller, heute ACMS Architekten GmbH. Gründungsmitglied der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen DGNB.
Berufung in den BDA im Jahr 2001. 2008 Berufung an die Hochschule Bochum, Lehrgebiete Nachhaltiges Bauen und Konstruieren sowie Bauen im Bestand. Seit 2014 Mitglied und stellvertretender Vorsitzender im Gestaltungsbeirat Dortmund.
 


Modulares Bauen – nachhaltig, innovativ und kostengünstig
Andreas Rietz, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), Referatsleiter Nachhaltiges Bauen, Berlin

Auf Grund gesellschaftlicher Anforderungen besteht ein erhöhter Bedarf an kostengünstigen Wohnungen. Dabei müssen Kosteneinsparungen immer im Zusammenhang mit angemessenen Qualitäten und Nachhaltigkeitsanforderungen diskutiert werden. Das Modulare Bauen kann einen Beitrag zum kostengünstigen Bauen leisten. So stellen hochwertige Architektur mit hoher Wohnqualität und modulare Bauweise keinen Widerspruch mehr dar. Daneben bietet die Vorfertigung ein hohes Maß an Präzision und Qualitätssicherung. Es sind innovative Ansätze gefordert, die ein enges Zusammenwirken der Beteiligten ermöglichen, um Kreativität, Innovationen und Ausführungskompetenzen einbringen zu können, ohne die Vorteile des bewährten Prinzips der Trennung zwischen Planung und Ausführung aufzugeben. Hierfür sind eine integrierte Planung sowie der zukünftige Einsatz digitalisierter Methoden und die damit zu erzielende stärkere Vernetzung der Prozesse Voraussetzung.

Andreas Rietz absovierte sein Architekturstudium an der TU Braunschweig, dass er 1988 mit Diplom abschloss. Von 1992 bis 2008 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Erhaltung und Modernisierung von Bauwerken e.V. (IEMB) tätig. Seit 2009 ist er Leiter des Referats „Nachhaltiges Bauen“ im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) und zuständig für die Entwicklung und Umsetzung des Leitfadens Nachhaltiges Bauen sowie politikbegleitende Forschung und Beratung. Regelmäßige Vorträge und Veröffentlichungen zum Thema nachhaltiges Bauen in Fachzeitschriften und -büchern, u.a. im Bauphysikkalender.


Vorfertigung + BIM = industrielles Bauen? Oder vielleicht doch nicht?
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Stefan Winter, Lehrstuhl für Holzbau und Baukonstruktion, TU München
 
BIM erscheint heute wie ein Heilsbringer des Baumarktes, kombiniert mit der zweiten Wunderwaffe Vorfertigung sollte das doch (fast) alle Probleme lösen. Ist das der Schritt zu wirklich industriellem Bauen mit gleichzeitig allen gestalterischen Freiheiten,  qualitätsvoller und preiswerter?
Oder ist es nur ein scheinbarer Gewinn, weil die umfangreichen Dateneingaben bei Beibehaltung der üblichen Planungsprozesse einen erheblichen Mehraufwand erzeugen und der Datendschungel dann doch nicht so toll genutzt werden kann? Muss man möglicherweise viel radikaler umdenken, einen wirklich neuen Industriestandard schaffen, um die Vorteile überhaupt nutzen zu können? Sollte also ein Gebäude wie eine Maschine betrachtet werden?
Der Vortrag gibt Denkanstöße, wie neue und alte Errungenschaften sinnvoll miteinander verknüpft werden können und welche Ansätze dazu genutzt werden müssen. Dabei sind Widerstände zu erwarten, obwohl es eine Vielzahl dringender Gründe zum radikalen Umdenken gibt.

Prof. Dr.-Ing. Stefan Winter studierte Bauingenieurwesen an der TU München und TU Darmstadt, wo er 1987 auch sein Diplom machte. Im selben Jahr begann er seine Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Stahlbau und Werkstoffmechanik und am Institut für Massivbau der TU Darmstadt. Von 1990-1993 übernahm er die Leitung und Geschäftsführung des Instituts des Zimmerer- und Holzbaugewerbes. 1993 gründete er das beratende Ingenieurbüro bauart Konstruktions GmbH & Co. KG mit Sitz in Lauterbach und Niederlassungen in München, Darmstadt und Berlin. Im Jahr 1998 promovierte er an der TU Darmstadt zum Thema Tragverhalten von Profilverbundstützen aus hochfestem Feinkornbaustahl. Zwischen 2000 und 2003 war Winter Inhaber des Lehrstuhls für Stahlbau und Holzbau der Universität Leipzig und seit 2003 ist er der Ordinarius für Holzbau und Baukonstruktion an der TU München. Als Prüfingenieur für Baustatik der Fachrichtung Holzbau in Bayern ist er seit 2006 tätig. Im Zeitraum von 2009 bis 2012 hatte er die FiDiPro Professur an der Aalto Universität Helsinki inne. Seit 2014 ist er Vorsitzender des europäischen Normenausschusses CEN TC 250/SC 5 Eurocode 5 – Holzbau – Bemessung und Ausführung.


Ausdifferenzierte Modulare Strukturen durch computerbasierte Fertigung
Prof. Dr. Jan Knippers, Leiter des Instituts für Tragkonstruktionen und Konstruktives Entwerfen, Universität Stuttgart

Aktuelle computergestützten Planungs-, Simulations- und Produktionsverfahren ermöglichen ein neues Verständnis modularen Bauens, bei dem die einzelnen Komponenten nicht mehr seriell identisch, sondern sowohl hinsichtlich ihrer geometrischen als auch ihrer mechanischen Eigenschaften ausdifferenziert werden. Damit sind Baukonstruktionen möglich, die sich durch eine geometrische Flexibilität und durch eine hohe Struktureffizienz auszeichnen, gleichzeitig aber die technischen und wirtschaftlichen Vorteile der automatisierten Vorfertigung nutzen. Im Vortrag soll dies anhand ganz unterschiedlicher Beispiele illustriert werden, die aktuelle Tendenzen im Holzbau aber auch in der Faserverbundtechnik aufgreifen.

Jan Knippers ist Bauingenieur und hat an der TU Berlin studiert und promoviert. Seit 2001 ist er Partner bei Knippers Helbig Advanced Engineering mit Büros in Stuttgart, New York (seit 2009) und Berlin (seit 2014). Das Büro beschäftigt sich mit weitgespannten Tragwerken und komplex geformten Gebäudehüllen.
Seit dem Jahr 2000 ist Jan Knippers Professor an der Universität Stuttgart und Leiter des dortigen Instituts für Tragkonstruktionen und Konstruktives Entwerfen (ITKE). Schwerpunkt in Lehre und Forschung sind Bionik, neue Werkstoffe und effiziente Strukturen für die Architektur. Jan Knippers ist Sprecher des DFG Sonderforschungsbereiches ‚Biological Design and Integrative Structures‘.


Modulares Bauen mit Holz – Projekte durch Sauerbruch Hutton
Jürgen Bartenschlag, Senior Associate, Sauerbruch Hutton

SH plant in Hamburg das Universal Design Quartier, ein 6-geschossiges Wohngebäude, welches aus 371 einzelnen Modulen besteht. Diese Module sind gleichzeitig die Wohneinheiten oder Microapartments. Sie werden konstruktiv vollständig aus Brettschichtholz hergestellt, inklusive der kompletten Innenausstattung in Österreich fertig montiert und dann nach Hamburg zur Montage transportiert, wo sie auf dem Stahlbetontisch der Erdgeschossdecke übereinander gestapelt werden. Das Erdgeschoss ist in Teilen ein Luftgeschoss in dem Fahrräder für alle Bewohner geparkt werden können und beherbergt gleichzeitig die gemeinschaftlichen und optional gewerblich nutzbaren Flächen. Des Weiteren möchte Jürgen Bartenschlag anhand der von SH realisierten Holzbauprojekte „Immanuelkirche und Gemeindezentrum“ in Köln sowie dem Projekt „Hager Forum“ in Obernai (F) Erfahrungen und Aspekte des Holzbaus in teilmodularer und Elementweiser Vorfertigung vorstellen.

Jürgen Bartenschlag studierte Architektur an der Technischen Universität Berlin. Nach seinem Diplom 1995 arbeitete er zunächst im Realisierungsmanagement bei Harms & Partner und, bis er 2000 als Kosten- und Realisierungsmanager zu Sauerbruch Hutton wechselte. Seit 2005 ist Jürgen Bartenschlag Associate. Als Senior Associate leitet er seit 2010 verschiedene Projekte in allen Leistungsphasen. Des Weiteren ist Jürgen Bartenschlag verantwortlich für das bürointerne Qualitätsmanagement projektübergreifender Planungsabteilungen wie Fassade, Haustechnik und Innenausbau. Bartenschlag hält Fachvorträge auf zahlreichen Veranstaltungen und Symposien.

 

ALLE VERANSTALTUNGEN IM ÜBERBLICK

Berlin, 13. Oktober 2016
VORFERTIGUNG UND SERIELLE ARCHITEKTURPRODUKTION
Modulare Bauformen der Zukunft

 
München, 24. November 2016
DIGITALISIERTE BAUPROZESSE UND METHODEN
Automatisiertes Bauen mit Robotern

 
Stuttgart, 1. Dezember 2016
EINFACH BAUEN
Projekte zwischen Effizienz und Lifestyle

 

Anmeldung zur Veranstaltung

Wir bitten um Ihre verbindliche Anmeldung. Über das Online-Tool können Sie sich bereits hier Ihre Tickets für die gesamte Veranstaltungsreihe sichern. Gerne können Sie auch eine E-Mail an Martina Zwack (zwack@detail.de) senden. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Tickets und Programminformation

 

 

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