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Deppisch Architekten gewinnen "Energie + Architektur"

Der diesjährige Europäische Architekturpreis „Energie + Architektur“ geht an Deppisch Architekten aus Freising. Sie erhielten den vom Bund Deutscher Architekten (BDA) in Kooperation mit dem Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) ausgelobte und mit 10.000 Euro dotierte Preis für den Neubau eines Gästehauses in Hohenbercha bei München.

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Foto: sebastian schels

Zum zweiten Mal nach 2009 hatten der BDA und der ZVSHK in diesem Jahr den Europäischen Architekturpreis „Energie + Architektur“ ausgelobt und im Rahmen der ISH in Frankfurt verliehen. Kernanliegen des Wettbewerbs ist es, „Objekte zu fördern, bei denen moderne, ästhetische Gestaltung und energieeffizientes Bauen eine Einheit bilden.“

Das ist bei dem neuen Gästehaus des Biohotels Hörger in Hohenbercha bei München zweifellos der Fall. „Leben mit dem Lande“ lautet der Leitspruch des Bauherrn, der sein Hotel in einem typischen, landwirtschaftlich geprägten Dorf im Hügelland nordlich von München betreibt.

Das neue Gästehaus lehnt sich mit seiner langgestreckten Kubatur an die Gestaltungstypologie der ortüsblichen Scheunen an, so Deppisch Architekten. Gleichzeitig folgt es der sanften Neigung des Bauplatzes. Jedes seiner 21 Zimmer hat direkten Kontakt zum benachbarten, historischen Apfelgarten, der auf den Beginn des 20. Jahrhunderts zurückgeht.

Das gesamte Tragwerk des Gebäudes besteht aus massivem, unbehandeltem Zirbenholz, das als insektenabwehrend und besonders bakterienhemmend gilt. Die Zimmer werden von einem offenen Laubengang erschlossen, der zur Straße hin mit einer transluzenten Lamellenfassade abschließt. Lediglich die Zimmer selbst werden beheizt, nicht aber die Erschließungszonen. Insgesamt erreicht der Neubau einen Heizenergiebedarf von 54,7 kWh/m²a und einen Primärenergiebedarf von 4,3 kWh/m²a.

An der Längsfassade Richtung Apfelgarten ist der größte Teil der Dreifach-Isolierverglasung mit einer kapillarartigen, lichtstreuenden Struktur gefüllt. Sie verhindert den Einblick in die Zimmer, die Apfelbäume jedoch scheinen in einem betimmten Blickwinkel nach innen durch.

Das Haus wird ausschließlich mit örtlichen Energiequellen auf denkbar einfache Art und Weise konditioniert. Die Heizenergie stammt aus einem nahe gelegenen Biomassekraftwerk mit Kraft-Wärmekopplung. Heizflächen in Fußboden und Wand ermöglichen bei niedrigen Vorlauftemperaturen einen hohen Wirkungsgrad. Das Brauchwasser wird ausschließlich durch Wärmerückgewinnung über Wärmetauscher aus der Küchenabluft und der Abwärme der Kühlanlage erwärmt. Fotovoltaikmodule, die direkt auf die Dachabdichtung laminiert sind, decken den gesamten Strombedarf des Gästehauses.

Ergebnisse des Architekturpreises „Energie + Architektur“

Preisträger:

Biohotel im Apfelgarten, Hohenbercha (Kranzberg)
Deppisch Architekten, Freising

Anerkennungen:

Energiezentrale der Erzabtei in St. Ottilien
Atelier Lüps, Schondorf

Feuerwache „Helderseweg“, Alkmaar (NL)
LIAG Architekten und Bau-Berater, Den Haag (NL)

Hauptverwaltung des Süddeutschen Verlags, Mu?nchen
GKK+Architekten GmbH, Berlin

Staatliche Realschule, Memmingen
schulz & schulz architekten gmbh, Leipzig

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