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Eingangsgebäude im Freilichtmuseum Molfsee, ppp architekten + stadtplaner, Foto: bild_raum/Stephan Baumann

Der große Bruder: Eingangsgebäude im Freilichtmuseum Molfsee

40 Hektar groß ist das Gelände des Freilichtmuseums Molfsee südlich von Kiel. Rund 60 Gebäude aus dem 16. bis 20. Jahrhundert aus Schleswig-Holstein und der dänischen Grenzregion sind dort ausgestellt – darunter Bauernhäuser, Scheunen, Werkstätten, Wind- und Wassermühlen und sogar ein historischer Jahrmarkt mit Karussell und Schiffsschaukel. Viel Fachwerk also, Reetdächer und Ziegelmauern, zwischen denen, wie in Freilichtmuseen üblich, die Alltagskultur vergangener Jahrhunderte mit allerhand Einrichtungsgegenständen inszeniert wird.

Im neuen „Jahr100Haus“ von ppp Architekten + Stadtplaner am südlichen Eingang des Areals findet diese Inszenierung künftig ihre Fortsetzung. Der Neubau dient als Eingangs- und Ausstellungsgebäude, beherbergt Werkstätten und Räume für die Museumspädagogik. Im Untergeschoss, das den größten Teil der Nutzfläche einnimmt, ist eine Dauerausstellung zur Alltagsgeschichte des 20. Jahrhunderts entstanden. Die Räume dort erhalten Tageslicht durch einen abgesenkten Innenhof im Zentrum des Gebäudekomplexes. Oberirdisch sichtbar sind nur die beiden V-förmig gespreizten Baukörper mit Empfang und Museumsshop einerseits sowie der Kulturvermittlung und den Werkstätten andererseits. Sie sind nur wenig größer als die teils durchaus stattlichen historischen Bauernhöfe im Freilichtmuseum. „Im Entwurfsteam waren wir uns schnell einig, dass wir uns mit dem Neubau städtebaulich in die vorhandene Museumslandschaft einfügen wollen, statt einen spektakulären Kontrast zum Bestand zu schaffen“, sagt Klaus Petersen von ppp Architekten + Stadtplaner über das zugrundeliegende Entwurfskonzept.

Die Unterschiede sind dennoch unverkennbar. Allen voran an die Cortenstahlhülle, die Dach- und Fassadenflächen des Neubaus gleichermaßen bedeckt, und die – auch das ist anders als beim historischen Vorbild – nur von wenigen großen Öffnungen durchbrochen wird. Der größte Teil des Tageslichts gelangt durch Oberlichtbänder entlang des Dachfirsts in die Innenräume. Nach deren Betreten wartet die nächste Überraschung auf die Besucher: ein rautenförmiges Dachtragwerk aus Holz, das Anleihen bei historischen Dachstühlen ebenso nimmt wie bei den Zollinger-Dächern und Holzgitterschalen der jüngeren Zeit.

Weitere Informationen:

Landschaftsarchitekten: Bruun&Möllers, Hamburg
Bauleitung: U. Böttcher, Zwischenraumarchitekten, Kiel
TGA-Planung: Planungsgruppe KMO, Eutin
Ausstellungsgestaltung: Demirag Architekten, Stuttgart

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