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DIB – Dienstleistungen im industriellen Bauprozess

Das Forschungsprojekt versucht Antworten darauf zu geben, wie der industrielle Bauprozess gestaltet und mit innovativen Dienstleistungen unterstützt werden soll: Moderne Industriegebäude sind höchst komplexe Gesamtgebilde. Technologische Innovationen und die konsequente Ausrichtung auf den Nutzer machen die Methoden bei der Gebäudeplanung sowie die Arbeitsabläufe beim Bau umfangreich und vielschichtig. Das Forschungsprojekt DIB hat das Ziel, neue Dienstleistungen im industriellen Bauprozess zu erkennen und auszuarbeiten. Forschungspartner sind das Forschungsinstitut für Rationalisierung, das Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen sowie die Unternehmen Carpus+Partner, formitas, Gildemeister und Imtech Deutschland. Das Projekt wird vom Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union gefördert.

Abgebildete Personen: Elke Schiffeler, Peter Gautier; Foto: Carpus + Partner, Jörg Stanzick

Zwischen den einzelnen Planungs- und Prozessschritten bestehen Schnittstellen und Medienbrüche. Jeder Prozessschritt nutzt dabei in der Regel eigene Programme und Planungstools. Während der Übergabe von einem Planungs- und Prozessschritt in den nächsten ändert sich die Datengrundlage, da nur eine geringe Kompatibilität zwischen den auf dem Markt befindlichen Planungswerkzeugen besteht. Zudem ist der Vorfertigungsgrad durch wenige Systemkomponenten gering. Schließlich lässt sich beispielsweise auch aufgrund von vielen Fremdfirmen oder ungelernten Mitarbeitern eine abnehmende Qualifikation der ausführenden Gewerke erkennen. Gleichzeitig wachsen jedoch die Anforderungen an den Bauprozess. Der Zeitraum vom Beginn der Planung bis zur Inbetriebnahme ist heute ein entscheidender Faktor im Wettbewerb und muss stetig optimiert werden. Kurze Lebenszyklen der Produkte erfordern häufige Neu- und Umplanungen. Zugleich steigen die Anforderungen an die Planung vor dem Hintergrund effizienter Ressourcennutzung und vermindertem CO2-Ausstoß.

Ziel des Forschungsvorhabens ist es, für die an einem Industriebau beteiligten Unternehmen neue Dienstleistungsbündel zu entwickeln. Die Neugestaltung des gesamten Planungs- und Bauprozesses inklusive eines neuen Wissensmanagementsystems, welches die durchgängige Verfügbarkeit von Informationen gewährleistet, dient hierzu als Grundlage. Im Kern kommt das DIB zum Ergebnis, dass Prozesse in der Bauwirtschaft zumeist nicht ausreichend systematisch dokumentiert, analysiert und optimiert werden. Die Lösung: ein durchdachtes Geschäftsprozessmanagement, das andere Industriebereiche in ähnlicher Weise bereits sehr erfolgreich einsetzen. Die Beziehungen zwischen einzelnen Arbeitsschritten, den Verantwortlichen und den erforderlichen Arbeitsmitteln können dabei durch grafische Prozessmodelle strukturiert abgebildet werden. Schwachstellen werden so leichter sichtbar. Das entwickelte Geschäftsprozessmanagement für den Gebäudelebenszyklus stellt als moderne Dienstleistung den Menschen in den Mittelpunkt. Alle am Bauprozess Beteiligten werden zu diesem Zweck so frühzeitig wie möglich einbezogen. Die intensive Zusammenarbeit in unternehmensübergreifenden Teams führt zu Ideen und Maßnahmen, die langfristig viel mehr leisten, als Kosten zu reduzieren. Ein erfolgreiches Prozessmanagement verbessert z. B. entscheidend den Workflow durch Automation von sich wiederholenden Arbeitsschritten oder integriert IT-Innovationen passgenau in Arbeitsprozesse.

Grafik: Carpus + Partner

Die Ziele für die restliche Forschungslaufzeit bis 2013 sind hoch: Gelingt es, die Arbeitsweise einer ganzen Branche durch die Forschungsergebnisse umzukrempeln? Ein Ansatzpunkt des Teams zur Optimierung ist die Umwandlung des derzeitigen sequentiellen Planungsprozesses in einzelne, miteinander vernetzte Planungsmodule. Das bedeutet: anstelle des streng an die HOAI-Leistungsphasen angelehnten, zeitlich gesteuerten Planungsfortschrittes von der Grob- zur Feinplanung werden Planungsmodule wie z. B. die Layout-, Kapazitätsbedarfs- und Fertigungsmittelplanung parallel und je nach Informationsstand vorangetrieben. Störungen im Planungsprozess sollen damit begrenzt und die Planungsphase verkürzt werden. Alle Module einer Planung und deren Vernetzung untereinander werden in einer Modullandkarte "Industriegebäudeplanung" zusammengefasst.

In dieser neuen Welt der Industrieplanung werden alte Aufgabenbereiche neu sortiert und es entwickeln sich neue Dienstleistungen: "Der Bauprozessmanager", der die Planungs- und Bauprozesse koordiniert und "Der Planungsunterstützer", der die Planungsergebnisse auf einem Datenniveau zusammenführt, sind nur zwei spannende neue Aufgaben für die Zukunft.

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