You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken
Fußgängerbrücke, Amsterdam, MX3D

Digitalbarock im Rotlichtviertel: Fußgängerbrücke in Amsterdam

Das Projekt war lange angekündigt worden, nun ist es (hoffentlich) bald soweit: In der Amsterdamer Altstadt soll im kommenden Jahr die erste im 3D-Druck gefertigte Edelstahlbrücke der Welt errichtet werden. Mit dem Entwurf des Brückenbauwerks über den Oudezijds Achterburgwal, einen Kanal im Rotlichtviertel der niederländischen Hauptstadt, hatte die Stadt Amsterdam das Designbüro Joris Laarman Studios und das Ingenieurbüro Arup beauftragt.

Hergestellt wurde die 12 Meter lange Brücke bei dem Amsterdamer Startup-Unternehmen MX3D, das sich auf das sogenannte Wire Arc Additive Manufacturing (deutsch: Lichtbogendrahtauftragsschweißen) spezialisiert hat. Dabei kombiniert das Unternehmen einen gebrauchten Industrieroboter mit einem Schweißgerät, das die meisten schweißbaren Metalllegierungen verarbeiten kann. Als Rohmaterial dienen dabei Schweißdrähte aus Metall. Das Brückendeck besteht größtenteils aus rund 1 m langen Teilstücken, die getrennt extrudiert und anschließend miteinander verschweißt wurden. Teilweise fertigte der Roboter aber auch längere Abschnitte und war dabei direkt auf dem Brückendeck montiert.

Die Brückengeometrie musste in der Planung mehrfach geändert werden: Ursprünglich hätte ein filigranes Stabwerk die Last der Brücke in die Auflager abtragen sollen. Nun übernehmen diese Rolle vor allem die beiden seitlichen Brüstungen, die als biomorphe Hohlkastenträger ausgeformt sind. Weil auch nicht klar war, wie sich das Stück für Stück verschweißte Material unter Zugbelastung verhalten würde, ist die Form nun so gewählt, dass in der Brücke praktisch nur Druckkräfte auftreten.

Bevor die Brücke an Ort und Stelle installiert wird, müssen allerdings zunächst die Kanalufer saniert werden. Diese Zeit wollen die Ingenieure nutzen, das Bauwerk mit einer Vielzahl an Sensoren auszustatten. Die Messergebnisse sollen dazu dienen, die Formgebung und Berechnungsverfahren für künftige, ähnliche Brücken weiter zu optimieren.

Kurze Werbepause

Eine ausführliche Print-Dokumentation finden Sie in unserer Ausgabe DETAIL 1+2/2019 mit dem Themenschwerpunkt »Materialästhetik«.
> Online Shop

Weitere Artikel zur Ausgabe DETAIL 1+2/2019 finden Sie hier.

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 1+2/2019
DETAIL 1+2/2019, Materialästhetik

Material­ästhetik

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.