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Shui Cultural Center, Guizhou Provinz, China, West-Line Studio

Ein Tor zum Land der Shui: Kulturzentrum von West-Line Studio

West-Line Studio ist ein Architekturbüro, das exklusiv in der Guizhou Provinz in China arbeitet. Bevor die Architekten mit dem Entwerfen für dieses Projekt begannen, setzen sie sich intensiv mit allen Aspekten der Kultur und Traditionen der Shui auseinander.

Die Shui haben, obwohl sie eine nur sehr kleine Volksgruppe sind, immer noch ihre eigene Sprache mit über 400 Piktogrammen. Die wichtigsten Schriftzeichen sind in der Architektur zu erkennen. Das Zeichen für »Berg« ist in den drei spitzen Satteldächern aufgegriffen, die dem Gebäude seine Form geben. »Regen« zeigt sich in der gesamten Fassade. Sie besteht aus bronzefarbenen Stahlplatten, die mit einem klaren Tropfenmuster perforiert sind, eine eher stilisierte Form des eigentlichen Piktogramms.

Die drei streifenartigen Dächer sind alle leicht schräg angelegt und werden zum hinteren Teil hin flacher. Das verleiht dem Gebäudekomplex eine erhöhte Präsenz in Richtung des unmittelbar angrenzenden Flussverlaufs. Von drei Seiten von Wasser umgeben, liegt auf der vierten ein Platz mit Wasserelementen. Diese Wasserlandschaft leitet den Besucher direkt zum Haupteingang des Komplexes. Vor dem Zentrum, nahe beim Haupteingang – als eine Art Fixpunkt in der Landschaft – steht der sogenannte »Yulong-Turm«, der eine traditionelle Bronzetrommel beherbergt.

Die Grundstruktur des Gebäudes besteht aus Beton, der wie ein Skelett die Fassade trägt und sich im Inneren als sehr stringente Struktur zeigt. Das erste der drei Dächer beherbergt eine Ritual-Halle, die mit bunten Glasscheiben ausgestattet ist. Durch die perforierte Fassade ergibt sich so ein dramatischer und beeindruckender Lichteffekt, der Besucher gleich beim Betreten des Raumes in Empfang nimmt. 

Der zweite Gebäudestreifen ist schlichter gehalten. Hier sind keine Farben zu sehen; es dominiert die Struktur des Betons, der auf dem gesamten Gelände so behandelt wurde, dass sich die traditionelle Holzbauweise der Region durch die Schalung klar zeigt. Das Dach beherbergt eine offene Empfangshalle für Veranstaltungen.

Im letzten und größten Teil des Gebäudes sind alle anderen Funktionen auf zwei Stockwerken untergebracht. Im oberen Teil befinden sich Büros und im unteren eine Cafeteria, Touristeninformation und Sanitärräume. Dies ist der einzige Teil des Komplexes, wo die spitzen Giebel nicht spürbar sind, da er sich rein auf die Funktionalität beschränkt.

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