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Dürig AG, IttenBrechbühl, Lausanne, Studentenwohnheim

Endlosspirale: Studentenwohnheim bei Lausanne

900 Tage für 900 Wohnungen – der Zeitplan für Planung und Bau des Studentenwohnheims Vortex in Chavannes-près-Renens war durchaus sportlich. Mit Sport zu tun hat auch der Grund für diese enge Deadline: Das Gebäude musste rechtzeitig für die Olympischen Jugendspiele fertiggestellt werden, die im Winter 2019/20 in Lausanne und Umgebung stattfanden. Ein olympischer Kreis statt eines olympischen Dorfs – diese Entwurfsidee hatte der Züricher Architekt Jean-Pierre Dürig. Umgesetzt haben sie anschließend die Generalplaner IttenBrechbühl gemeinsam mit dem Bauunternehmen Losinger Marazzi. Der zehngeschossige Gebäudering steht am Rand des Campus der Universität Lausanne in Chavannes-près-Renens. Auch zur zweiten Lausanner Hochschule, der EPFL, ist es von hier nicht weit. Klar also, dass das Riesenbauwerk auch nach Ende der Spiele dringend gebraucht werden würde, als Unterkunft für die ständig steigenden Studierendenzahlen.

Allein der parkartige Innenhof ist mehr als ein Fußballfeld groß. Die Laubengänge, die die Wohnungen erschließen, haben eine Gesamtlänge von 2,8 km. Anstatt die Geschosse einfach übereinander zu schichten, verband Dürig die Ebenen zu einer langen, um weniger als 1% geneigten Spirale. Die Wohneinheiten selbst sind auf diesem Betonregal nicht radial angeordnet, sondern in einem orthogonalen Raster, was eine rationale Planung und Fertigung erleichterte. Innerhalb dieser Einheitsstruktur reicht der Wohnungsmix von Einzelzimmern, die sich zu mehreren eine Gemeinschaftsküche teilen, über Ein- und Zweizimmerwohnungen bis zur Vierer-WG. Auch Gästewohnungen unterschiedlicher Größen sind im Vortex entstanden. Ihre Fassaden bestehen aus vorgefertigten Fichtenholzpaneelen, teils in nicht tragender Konstruktion, teils aber auch als gedämmte Verkleidung für die tragenden Betonwände, die sich im Inneren der Wohnungen und Treppenhäuser verbergen. Von diesen kragen die Betondecken nach beiden Seiten aus, sodass außen auf den Terrassen keinerlei Stützen benötigt wurden. Eine Voraussetzung für die pünktliche Fertigstellung des Gebäudes war auch der konsequente Einsatz von BIM in der Planung und im Bau mithilfe eines BIM2Field-Tools.

Weitere Informationen:

TGA-Planung: Tecno Services
Totalunternehmer: Losinger Marazzi

 

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