You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken

Energieeffizient und wirtschaftlich – Closed Cavity-Fassaden am LEO in Frankfurt

Nach umfassenden Umbau- und Neubaumaßnahmen bezog die Privatbank ING-Diba AG im Sommer 2013 das sogenannte »LEO« zwischen der Frankfurter Messe und dem Westend Gate mit dem Marriott Hotel. Durch die energetischen Sanierung nach Plänen von schneider+schumacher Architekten, Frankfurt, konnten über 60 % der seither für dieses Gebäude verbrauchten Energie eingespart werden.

Eine Schlüsselfunktion für die nachhaltige Modernisierung und die gestalterische Verbindung der Bestandsgebäude mit dem Neubau spielt die Closed-Cavity-Fassade (CCF) der Josef Gartner GmbH. Diese geschlossene zweischalige Fassade wurde am LEO erstmals in Deutschland realisiert und ebenso weltweit einmalig mit Parallelausstellfenstern zur natürlichen Belüftung ausgestattet. Helle Glasfaserbetonelemente außen prägen den hochtransparenten und wirtschaftlichen Fassadentyp im Kontrast zu den dunklen Aluminiumprofilen der Fensterrahmen.

LEO in Frankfurt am Main, Sanierung für ING-DiBa
Foto: Martin Duckek, Ulm

Das ehemalige Poseidon-Haus wurde 1986 nach Plänen von Nägele, Tiedemann und Partner, Frankfurt, fertiggestellt. Es besteht aus drei einzelnen Bauteilen, die unterirdisch durch eine Tiefgarage miteinander verbunden sind. Bei der Generalüberholung haben schneider+schumacher Architekten die bisherigen zwei gegenüberliegenden Gebäuderiegel mit 17 und neun Stockwerken verbunden. Dabei wurde die 6-geschossige Rotunde abgebrochen und durch einen neuen 17-geschossigen Baukörper ersetzt, welcher an die beiden verbleibenden Gebäudeteile anbindet und somit einen Schulterschluss bildet. So entstand ein U-förmiger Komplex, der das Objekt um rund 15.000 m² auf rund 47.000 m² erweitert. Auch die Fensteröffnungen im Bestand wurden vergrößert, um in den Büros mehr Tageslicht zu erhalten. Der Endenergiebedarf für Wärme und Kälte sank nach der Sanierung um 60 % auf rund 90 kWh/m²a und der Primärenergiebedarf an Wärme um 70 % auf 28 kWh/m²a.

LEO in Frankfurt am Main, Sanierung für ING-DiBa
Foto: Martin Duckek, Ulm

Gartner verkleidete das LEO mit einer rund 10.000 m² großen Closed-Cavity-Fassade (CCF) sowie einer rund 18.000 m² großen Pfosten-Riegel-Fassade und einer Stahl-Pfosten-Riegel-Fassade, die für die LEED-Zertifizierung des LEO in Gold eine wesentliche Rolle spielen. Die entscheidende technische Neuerung der CCF ist der vollständig geschlossene Fassadenzwischenraum, der die Transparenz sowie den Wärme-, Sonnen- und Schallschutz verbessert.

Die hochtransparenten eisenoxydarmen Gläser der CCF benötigen keine dunkle Beschichtung für den Sonnenschutz. Im 94 mm breiten geschützten Fassadenzwischenraum befinden sich besonders effiziente Sonnenschutzanlagen mit empfindlicher Steuerung und Lichtlenkung. Da der Fassadenzwischenraum hermetisch abgedichtet ist, können weder die Innenseiten der Verglasung noch die Oberflächen der Sonnenschutzlamellen verschmutzen. Eine Reinigung des Fassadenzwischenraums entfällt. Verglast ist die CCF außen mit einer 6 mm Prallscheibe und raumseitig mit einem 2-fach Isolierglas. Sie erreicht einen Ucw-Wert von 1,0 W/m²K und einen g-Wert von 0,1 inklusive Sonnenschutz.

LEO in Frankfurt am Main, Sanierung für ING-DiBa
Foto: Martin Duckek, Ulm

Der geschlossene Zwischenraum der Elemente wird mit Trockenluft belüftet, sodass sich kein Kondensat bilden kann. In den Bestandsbauten sind die 2598 CCF-Elemente 1200 mm breit und 2300 mm hoch, im Neubaus 2100 mm breit und 2300 mm hoch. Außen hat Gartner das LEO mit hellen Glasfaserbetonelementen verkleidet, die teils tief profiliert, teils glatt sind, und durch den Wechsel ihrer Oberflächenstruktur besondere Lichteffekte erzeugen.

Am LEO können die Parallelausstellfenster der CCF motorisch geöffnet werden, um die Räume natürlich zu belüften und im Brandfall einen Rauchabzug zu ermöglichen. Insgesamt können 451 Parallelaustellfenster elektrisch 70 mm geöffnet werden, 860 Stück 180 mm und 692 manuell 70 mm. Ein in den Motor der elektrisch betriebenen Fenster – jedes Fenster ist nummeriert – eingebauter Sensor meldet jede Öffnung an die Haustechnik, die dann die Klimaanlage während der natürlichen Lüftung ausschaltet, um den Energieverbrauch zu minimieren. Selbst bei geöffnetem Fenster können die Sonnenschutzlamellen mit Lichtlenkung im Fassadenzwischenraum betätigt werden.

www.josef-gartner.de

Stichworte:
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 3/2014

»Konzept« Verdichtet wohnen

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.