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Europäische Investitionsbank Luxemburg

Europäische Investitionsbank, Luxemburg von Ingenhoven Architects
Foto: Ingenhoven Architects

Die Europäische Investitionsbank (EIB) mit Sitz in Luxemburg wurde im Jahr 1958 als Bank der Europäischen Union gegründet und gilt heute als einer der weltweit größten öffentlichen Kreditgeber. Unter Berücksichtigung der »Kernpriorität« ökologische Nachhaltigkeit besteht ihre Aufgabe darin, zur Integration, einer ausgewogenen Entwicklung sowie zum wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt insbesondere innerhalb der europäischen Mitgliedstaaten beizutragen.

Der im Sommer 2008 bezogene Erweiterungsbau zum benachbarten Hauptsitz der EIB am Boulevard Konrad Adenauer sollte dabei nicht nur Platz für weitere 750 Arbeitsplätze schaffen, sondern von Anfang an Vorbildfunktion übernehmen. Hohe Umweltstandards, Energieeffizienz und der verantwortliche Umgang mit den natürlichen Ressourcen zählten daher zu den selbstverständlichen Vorgaben eines 2002 ausgelobten Bewerbungsverfahrens. Zehn multidisziplinäre Teams wurden im Anschluss aufgefordert, am eigentlichen Realisierungswettbewerb teilzunehmen. Anders als die zerklüfteten Gebäudekompositionen der konkurrierenden Preisträger zeigte der Beitrag von Christoph Ingenhoven, Werner Sobek und HL Technik einen kompakten Baukörper in Form einer ins leicht ansteigende Gelände geschnittenen Glasröhre. Unter dieser überdimensionalen Glashülle liegen mäanderförmig gereihte und über Stege sowie einen entlang der Nordfassade verlaufenden Verbindungsweg verknüpfte Bürotrakte, welche entsprechend dem natürlichen Geländeverlauf zwischen sechs und neun Geschosse hoch sind.

Die V-förmigen Räume zwischen den Bürotrakten fungieren auf der dem bewaldeten »Val des Bons Malades« zugewandten Nordseite als unbeheizte »Wintergärten«, wobei die gewölbte Fassade hier bis zum Boden geführt wurde. Dagegen bilden die Zwischenräume auf der Südseite mit vertikaler Doppelfassade leicht temperierte, stützenfrei überspannte »öffentliche« Atrien aus. Dort befinden sich Haupt- und Nebeneingangsbereiche sowie die Zugänge zum Bestandsgebäude und zur Kantine.

Die Loslösung der äußeren Gebäudehülle von den eigentlich raumbegrenzenden Innenfassaden bildet den Kerngedanken des Entwurfs und bietet hinsichtlich des ökologischen Konzepts zwei wesentliche Vorteile. Erstens fungieren Kalt- und Warmatrien als isolierende Klimahülle. Mittels Öffnungsklappen findet dort beispielsweise eine geregelte Frischluftzirkulation statt – zur natürlichen Belüftung können die Fenster der Büroräume daher selbst im Winter zum Atrium geöffnet werden. Zweitens wurde erst durch die Abschirmung direkter Witterungseinflüsse wie Regen und Wind der Einbau großflächiger Holzfassaden und -fenster möglich. Dies führt nicht nur zu einer höheren Behaglichkeit, sondern im Vergleich zu Standard-Aluminiumfassaden auch zur Reduzierung der benötigten Primärenergie. Zur Überprüfung der ökologischen Qualität über die gesamte Lebenszeit des Gebäudes wurde der Neubau als erstes Bauwerk auf dem europäischen Festland nach der englischen BREEAM-Methode (Building Research Establishment Environmental Assessment Method) bewertet. Diese in Großbritannien seit 1991 angewandte Zertifizierung wurde gewählt, weil sie 2005 von der OECD als die umfassendste Methode in Europa eingestuft wurde. Nach einem Punktesystem werden rund achtzig Kriterien berücksichtigt, Wasser- und Energieverbrauch ebenso wie die Auswirkungen des Gebäudes auf Gesundheit und Wohlbefinden der Mitarbeiter oder die Umweltverschmutzung, die aus dem Transport der verwendeten Materialien resultiert. Anhand der Entwurfsunterlagen wurde zunächst die Note »very good« vergeben. Die Umsetzung des Entwurfs wurde in regelmäßigen Vor-Ort-Terminen überprüft; eine abschließende Bewertung erfolgte im März 2009. Dabei konnte ein deutlich höherer Punktestand erreicht werden, was schließlich zur Vergabe der Note »excellent« führte.

Architekten: Ingenhoven Architekten, Düsseldorf; Christoph Ingenhoven
Tragwerksplanung, Dach und Seilfassade: Werner Sobek Ingenieure, Stuttgart
Fassadenplanung und Bauphysik: DS Plan, Stuttgart
Technische Gebäudeausrüstung: HL-Technik, München (Entwurf)/IC-Consult, Frankfurt a.M./pbe-Beljuli, Pulheim S&E Consult, Luxembourg

Arbeiten am Dach der Europäische Investitionsbank, Luxemburg
Innenansicht des Glasdachs im Atriumbereich der Europäische Investitionsbank, Luxemburg
Europäische Investitionsbank, Luxemburg
Letzte Arbeiten an der Cafeteria
Atriumbereich Europäische Investitionsbank, Luxemburg
Bäume im Atrium der Europäischen Investitionsbank, Luxemburg
Letzte Arbeiten im Atrium der Europäischen Investitionsbank, Luxemburg
Europäische Investitionsbank, Luxemburg von Ingenhoven Architects
Blick in die Cafeteria der Europäische Investitionsbank, Luxemburg
Caferteria der Europäischen Investitionsbank, Luxemburg
Cafeteria der Europäischen Investitionsbank, Luxemburg
Flur entlang der Cafeteria der Europäische Investitionsbank, Luxemburg
Zugang zur Cafeteria der Europäischen Investitionsbank, Luxemburg
Cafeteria Zugang
Dach des Verbindungsbaus und der Cafeteria der Europäischen Investitionsbank, Luxemburg
Besprechungsraum in der Büroebene der Europäischen Investitionsbank, Luxemburg
Erschließungsflure im Bürobereich
Aufzüge in der Europäischen Investitionsbank, Luxemburg
Glasfassaden im Atrium der Europäischen Investitionsbank, Luxemburg
Fassadenkonstruktion in der Europäischen Investitionsbank, Luxemburg
Fassadenkonstruktion im Atriumsbereich der Europäischen Investitionsbank, Luxemburg
Atrium der Europäischen Investitionsbank, Luxemburg
Eingangsbereich der Europäischen Investitionsbank, Luxemburg
Eingangsbereich in der Europäischen Investitionsbank, Luxemburg
Fassade von Außen
Blick entlang der Glasfassade
Letzte Arbeiten an der Europäischen Investitionsbank, Luxemburg von Ingenhoven Architects
Luftaufnahme der neuen Europäischen Investitionsbank, Luxemburg von Ingenhoven Architects
Glasdach der Europäischen Investitionsbank, Luxemburg
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