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Tschechien, Rezension, Buch

Florian Aicher: Das Potenzial der kleinen Stadt Litomyšl

Kennen Sie Litomyšl? Nein? Dann vielleicht Leitomischl, wie der Ort auf Deutsch heißt? Mir sagte die tschechische Stadt in der ostböhmischen Region Pardubice nichts. Ihr Schloss gehört zum Unesco-Welterbe. Dort gewesen allerdings ist noch keiner meiner Freunde oder Verwandten. Immerhin: Friedrich Smetanas »Moldau« habe ich im Ohr, der Komponist wurde am 2. März 1824 in Litomyšl geboren. Ansonsten ist die Stadt ein blinder Fleck auf meiner architektonischen ebenso wie touristischen Landkarte. Was für ein Fehler! Das weiß ich nach der Lektüre von Florian Aichers gerade erschienenem Buch »Das Potenzial der kleinen Stadt Litomysl«. Denn genau hier – das vermitteln die 151 Seiten beredt ­– hat die tschechische Architektur ein neues Zentrum. Oder, um mit dem Architekturtheoretiker Rostislav Švácha zu sprechen: Genau hier begegnet man dem »Wunder Litomyšl«.

Glaubhaft machen das die 20 sorgfältig recherchierten, von Petra Steiner fotografierten und in Text und eigens gezeichneten Plänen vorgestellten Projekte, deren Entwicklung sich einem engagierten und weitsichtigen Bürgermeister verdanken, der 1989 eine Stadtarchitektin berief und Jahr für Jahr Wettbewerbe auslobte. Und der den Willen und das Bekenntnis zur Baukultur vererbt; auch das jetzige Stadtoberhaupt wird so zitiert: »Das Bauen ist ein Gewinn für die Stadt: Architektur repräsentiert Werte, kultiviert die Gemeinde und die Beziehung der Bürger. Die Jungen interessieren sich, ziehen nicht weg. Litomyšl ist die einzige Stadt weit und breit, die einen jährlichen Zuwachs hat.« In der richtigen Proportion allerdings: »Von den Türmen der Stadt sind die Felder zu sehen, die Vororte bleiben begrenzt. Möge das bleiben. Dann bleibt Litomyšl Vorbild«, schließt das Gespräch zwischen Florian Aicher und dem Anfang des Jahres verstorbenen Architekturhistoriker und -theoretiker Tomáš Valena in diesem von Anfang bis Ende studierenswerten Buch. Wie gut, dass Projekt Nummer 12 das Aplaus Hotel ist, umgebaut und saniert in den Jahren 1996 bis 2008 vom Architektonický Atelier ABV aus Prag. Auf nach Litomyšl!

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