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Forschungscluster Nachhaltiges Bauen, Bauqualität

Sicherung der Zukunftsfähigkeit von Gebäuden und baulichen Anlagen - der Beitrag der Forschung

von Prof. Dr.-Ing. habil. Thomas Lützkendorf, Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Welcher Zusammenhang besteht zwischen Nachhaltigkeit und Qualität eines Gebäudes? Wie kann die Qualität von Prozessen, Produkten und Bauwerken weiter verbessert werden? Wie lässt sich die Nachhaltigkeit eines Bauwerks messen und bewerten und welche Hilfsmittel können dies unterstützen? Diesen Fragen widmet sich das Forschungscluster "Nachhaltiges Bauen, Bauqualität" des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung (BBR). Einen kurzen inhaltlichen Überblick gibt in folgendem Beitrag Professor Thomas Lützkendorf vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Über die wissenschaftliche Begleitung des Runden Tisches Nachhaltiges Bauen beim BMVBS hat er einen guten Überblick zu den Forschungsaktivitäten. Eingebettet in die nationale Nachhaltigkeitsstrategie und als Beitrag zur Leitmarktinitiative "Sustainable Construction" der Europäischen Union haben es sich deutsche Institute und Forschungseinrichtungen zur Aufgabe gemacht, das Planen, Bauen und Betreiben von Gebäuden in Übereinstimmung mit den Prinzipien einer nachhaltigen Entwicklung voranzutreiben und zu unterstützen.

Das Forschungscluster "Nachhaltiges Bauen, Bauqualität" unterstützt dies mit den Mitteln der Auftrags- und Antragsforschung und fokussiert die Zusammenhänge zwischen Nachhaltigkeit und Bauqualität sowie Baukultur. Die in einigen Forschungsprojekten (z.B. Weiterentwicklung des Leitfadens Nachhaltiges Bauen -  TU Berlin; Externe Kosten im Hochbau - KATALYSE und Uni Wuppertal; Nachhaltige Unterrichtsgebäude - Fraunhofer Institut für Bauphysik; ImmoWert - Universität Stuttgart; Bewertung der soziokulturellen Nachhaltigkeit - KIT) entwickelten und evaluierten Methoden der Nachhaltigkeitsbe-wertung lassen sich für die Überprüfung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Vorteilhaftigkeit von Lösungen anwenden, die in den übrigen Forschungsbereichen entwickelt werden.

Es bilden sich folgende Schwerpunkte heraus:

Entwicklung und Verbreitung eines breiten Nachhaltigkeitsverständnisses

Mit Mitteln aus dem Programm "Zukunft Bau" wird im Forschungsschwerpunkt die Herausarbeitung gemeinsamer Positionen zum nachhaltigen Bauen in Deutschland sowie deren aktive Vertretung in in-ternationalen Gremien unterstützt. Dies reicht von der wissenschaftlichen Beratung des Runden Ti-sches Nachhaltiges Bauen über die aktive Begleitung der internationalen und europäischen Nor-mungsarbeit bis hin zu Beiträgen für die Leitmarktinitiative und zur Vorstellung von Arbeitsergebnissen auf internationalen Tagungen (u.a. EXPO 2010, Sustainable Building 2011).

Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsbewertung

Über die Projekte der Auftrags- und Antragsforschung werden die Grundlagen für die Beschreib- und Bewertbarkeit des Beitrages von Einzelbauwerken zu einer nachhaltigen Entwicklung vervollständigt und erweitert.

Dies betrifft

-Methoden (u.a. externe Kosten, Analyse der Nutzerzufriedenheit),

- Datengrundlagen (z.B. Nutzungsdauer von Bauteilen, Ökobilanzdaten zur Haustechnik, Le-benszykluskosten, Angaben zur Trennbarkeit von Materialschichten, Informationssysteme für Bauprodukte),

- Bewertungskriterien (u.a. zur Beurteilung der Widerstandsfähigkeit gegenüber den Folgen des Klimawandels, Bewertung von Feinstaubemissionen, Innenraumhygiene) als auch die

-Erarbeitung und Erprobung von Systemvarianten für das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen

- BNB (u.a. für Büro-Bestandsbauten, Wohnbauten, Bildungsbauten, Außenanlagen).

Wesentliche Ergebnisse fasst der Leitfaden Nachhaltiges Bauen, der neben dem Neubau künftig auch Maßnahmen im Bestand behandelt, zusammen (www.nachhaltigesbauen.de). Das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen BNB wird im Rahmen von Forschungsvorhaben bei weiteren Objekten exemplarisch angewendet, evaluiert und mit übrigen Systemen verglichen. Erfahrungen fließen in die Entwicklung und Erprobung von Programmen für die Aus- und Weiterbildung von Entscheidern, Planern und Auditoren ein.

Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in die Planung und Entscheidungsfindung

Über die unmittelbare Nachhaltigkeitsbewertung hinaus unterstützen Forschungsvorhaben die Integra-tion von Nachhaltigkeitsaspekten in relevante Methoden und Abläufe. Dies betrifft sowohl die Grundlagen eines klimaangepassten Bauens, die Planungs- und Realisierungsprozesse von Industriegebäuden, die lebenszyklusorientierte Ausschreibung und Vergabe, das Konzept der strategischen Bauteile sowie die Wertermittlung und Risikoanalyse als auch die Bereitstellung geeigneter Objekt- und Produktinformationen und die Grundlagen für ein lebenszyklusorientiertes Liegenschaftsmanagement.

Weiterentwicklung von Produkten und Technologien

Zur Weiterentwicklung der Bauqualität unter Beachtung von Nachhaltigkeitsaspekten werden innovative Ansätze bei Bauprodukten und Technologien entwickelt und erprobt. Ziel ist eine Verbesserung der Langlebigkeit und Widerstandsfähigkeit von Bauteilen, z.B. von Fenstern (u.a. Verwendung innovativer Folien als Wetterschutz). Gleichzeitig geht es um Fragen der Qualitätssicherung bei Produkten, Prozessen und Planungsaufgaben, z.B. der computerbasierten Tragwerksplanung.

Mit den Mitteln der Antrags- und Auftragsforschung werden sowohl wissenschaftlich fundierte als auch praktisch anwendbare Lösungen erarbeitet, die den am Bau Beteiligten ermöglichen, im Rahmen ihres jeweiligen Arbeits- und Verantwortungsbereiches zur Umsetzung von Prinzipien einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Damit werden die übrigen Bemühungen und Anstrengungen der Unterneh-men, Institutionen und Akteure in diesem wichtigen Aufgabengebiet ergänzt und unterstützt. (BS)

Weitere Informationen über das Forschungscluster "Nachhaltiges Bauen, Bauqualität" finden Sie hier

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