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Frei Ottos Konzeption einer Arbeitsstätte

Wie weitreichend Frei Ottos ideelles Erbe für die heutige Architektengeneration sein kann, bewies Ende Juni ein denkwürdiges Fachsymposium in und um Hannover. Auf dem Firmengelände des Möbelherstellers Wilkhahn Wilkening + Hahne in Bad Münder, rund 40 km südwestlich der niedersächsischen Landeshauptstadt, stehen die einzigen weltweit realisierten Fabrika­tions­gebäude des berühmten deutschen Architekten. Nun jährte sich deren Fertigstellung zum 30. Mal, was den Stuhl- und Büro­möbelproduzenten dazu veranlasste, auf seinen Campus ­einzuladen.

Die vier, als leichte Holzkonstruktion ausgeführten Zeltdachpavillons repräsentieren heute noch die Arbeitsweise Frei Ottos sowie die Haltung des 1907 von Friedrich Hahne und Christian Wilkening gegründeten Unternehmens. Gründersohn Fritz Hahne hatte im Vorfeld der Realisierung 1984 den Anspruch formuliert: „Bei Wilkhahn werden keine zwei Backsteine aufeinandergelegt, solange wir nicht sicher sind, dass etwas entsteht, bei dem ökologische und ökonomische, ästhetische und humanitäre Erfordernisse auf einem Nenner sind.“ Frei Otto wiederum setzte bei dem Auftrag auf ein von Kooperation gestütztes Entwurfs­verständnis: Er diskutierte seine Pläne mit der Belegschaft, dem Betriebsrat und der Geschäftsführung, und integrierte deren Wünsche, etwa nach mehr Ausblickmöglichkeiten und Fensterflächen, in seinen Entwurf.

Das Interesse am Werk von Frei Otto erlebt ein Revival, dies konstatierte Wilkhahn-Geschäftsführer Jochen Hahne am Anfang der halbtägigen Vortragsveranstaltung. Es reihten sich etliche Vertreter des aktuellen Architekturgeschehens ein, die alle einen Bezug zu Frei Otto haben oder ihn als Wegbegleiter kannten. Georg Vrachliotis attestierte dem Baumeister einen ganzheitlichen Entwurfsansatz und Teamwork. Als ideelles Erbe sieht er neben dem Experimentellen und dem modellgestützten Denken auch die Kommunikation. Weitere Referenten, darunter die Architekten Eike Roswag-Klinge, Laura Fogarasi-Ludloff oder Tobias Wallisser von LAVA, belegten anhand eigener Projekte den ­Einfluss des Pritzker-Preisträgers Otto oder Parallelen zu seinem Werk. Letztendlich ließe sich immer wieder feststellen: Egal welche Ideen und zukunftsweisenden Vorhaben man heute plane, Frei Otto war schon da. Seine ökologischen, sozial und kulturell geprägten Gestaltungsprinzipien hätten, neben der innovativen und experimentellen Formfindung, mehr denn je Bestand.

www.wilkhahn.com

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Foto: Koelnmesse

Foto: Wilfried Dechau

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