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Roche-Multifunktionsgebäude, Christ & Gantenbein, Foto: Walter Mair

Freie Bahn für Kreativität: Roche-Multifunktionsgebäude von Christ & Gantenbein

Beim Wandel der Büroarbeitswelten stehen der alte Bauherrenwunsch nach Flächenoptimierung, mittelalte Phänomene wie die Digitalisierung und Einflüsse jüngeren Datums wie die Corona-Pandemie in stetiger Wechselwirkung miteinander. Ein schönes Beispiel hierfür ist das Multifunktionsgebäude Fritz, das Christ & Gantenbein für den Pharmakonzern Roche im badischen Grenzort Grenzach-Wyhlen entworfen haben. Planungsstart für den nach dem Firmengründer Fritz Hoffmann benannten Neubau war schon 2017, als Corona nicht viel mehr war als eine geschmacksarme mexikanische Biersorte. Der Austausch der Mitarbeiter untereinander und die Begegnung mit Kunden und Geschäftspartnern standen dabei im Vordergrund. Durch seine enorme Tiefe – die Außenmaße betragen 52 x 37 m – bringt es das fünfgeschossige Gebäude auf 10.000 m2 Bruttogrundfläche.  Im Erdgeschoss befindet sich eine öffentlich zugängliche Eingangshalle mit Empfang, Bar und Restaurant, darüber das zweigeschossige Forum mit einem 550 Personen fassenden, in drei Teile untergliederbaren Veranstaltungsbereich und ganz oben zwei Büroebenen mit nur 100 fest zugewiesenen und 300 flexibel nutzbaren Arbeitsplätzen. Die Konstruktion des Hauses begünstigt die enorm offene Gestaltung dieser Flächen: Die vier Erschließungskerne sind konsequent in die Gebäudeecken gerückt. Die in Querrichtung vorgespannten Sichtbeton-Kassettendecken überspannen die Mitte des Hauses stützenfrei. Im obersten Geschoss sind Oberlichter in die Kassetten integriert, die Tageslicht tief ins Gebäude bringen. Nur im äußeren, fensternahen Bereich der Büros gibt es konventionelle Flachdecken, weil hier die Deckenspannweiten geringer sind.
Die offene, flexible Projektfläche wird durch höchst unterschiedliche Einbauten – die sogenannten „FOB Fritz Elements“ – locker zoniert. Zehn Arten davon haben die Innenraumgestalter von Inchfurniture konzipiert: Es gibt eingestellte Glaskuben, lange Holztische, auf Rollen verfahrbare, bunt gemusterte Sitzstufen, Sitzlandschaften aus geschwärztem Kork, von Glastrennwänden eingefasste Rotunden für die Gruppenarbeit und vieles mehr. Die Einbauten tragen teils zu erwartende Namen wie Creative Lab und Silent Hub, teils auch kuriosere wie Forest Circle, Desert Area und Sky Box. Der Architektur und Innenarchitektur gemeinsam sind die sichtbare Fügung der Elemente und der Verzicht auf Verbundstoffe und geklebte Verbindungen. Damit soll „Fritz“ nicht zuletzt einen Beitrag zu den Nachhaltigkeitszielen des Auftraggebers leisten.

Weitere Planungspartner:

Itten + Brechbühl, ZWP Ingenieur-AG, PPEngineering, hhp Berlin, IGW, Amstein + Walthert Sicherheit, Intelliconcept

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