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Freiheit der Möglichkeiten


Montana, Peter Lassen und Sohn Joakim
Peter J. Lassen und sein Sohn Joakim
Montana, Showroom, Kopenhagen
Der neue Showroom in Kopenhagen

Nachdem er lange Zeit mit Arne Jacobsen, Jorn Utzon, Piet Hein und Verner Panton zusammengearbeitet hatte, gründete Peter J. Lassen 1982 das Familienunternehmen Montana auf der dänischen Insel Fünen. Seine Leitmotive sind Kombination, Schlichtheit und Funktionalität. Seit 10 Jahren trägt auch sein Sohn Joakim Lassen mit der Schwesterfirma DJOB zu innovativen Lösungen im dänischen Design bei. Mit der kürzlich vollzogenen Fusion der beiden Unternehmen werden Montanas Kompetenzen im Wohnbereich und die Kompetenzen von DJOB im Objektbereich gebündelt. DETAIL-Redakteurin Julia Haider traf Peter J. Lassen und Joakim Lassen im frisch eröffneten Showroom in Kopenhagen.

DETAIL: Am 1. Februar fusionierten Montana und DJOB zu einem Unternehmen. Wo liegen die jeweiligen Kernkompetenzen und wie lassen sie sich bündeln?
Joakim: Montana war und ist noch immer der Spezialist für Regale, sowohl im Wohn- als auch im Objektbereich. Vor 12 Jahren erkannten wir jedoch ein großes Potenzial in der ganzheitlichen Möblierung von Arbeitsplätzen. Mit DJOB wollen wir den Kunden die Möglichkeit bieten, Arbeitstische und Ablageflächen aus einer Hand zu bekommen. Montana war zu diesem früheren Zeitpunkt bereits sehr gut am Markt positioniert, doch unsere Produkte mussten erst ausreifen, entwickelt und fertiggestellt werden. Wir hatten noch eine Menge zu lernen und der Markt ändert sich rasant. Ziel war es allerdings immer, die beiden Unternehmen zu fusionieren – und jetzt war die Zeit reif dafür.

DETAIL: DJOB ist nun ein Teil von Montana, woher stammt der Name und wie wird das Unternehmen zukünftig heißen? Bleiben die beiden Marken erhalten?
Peter: Montana ist ein konstruierter Name. Ich entschied mich für einen weiblichen Buchstaben, wie das O und für einen männlichen, wie das A. Er sollte drei oder mehr Silben haben, damit es einen Rhythmus ergibt und er sollte international erkennbar sein. Montana leitet sich zudem von Mountains ab – ein Berg mit einen Höhepunkt, war das Bild. Wir wollen der Höhepunkt sein in diesem Geschäft, mit unseren Produkten und unserer Kultur.
Joakim: DJOB bleibt als Produktname, das Unternehmen heißt Montana. Das Wort DJOB ist ein Spiel mit dem Wort Job, die Arbeit, der Arbeitsplatz.

DETAIL: Was unterscheidet Montana von den Wettbewerbern?
Peter: Die Einzigartigkeit von Montana liegt in der Freiheit von Kombinationen, der Rücksicht auf die Umwelt, der Wirtschaftlichkeit, der Ästhetik und der Ethik. Montana ist keine Lösung, Montana ist kein Möbel, Montana ist eine Möglichkeit. Wenn wir Montana weiter entwickeln, fügen wir neue Komponenten hinzu und schaffen damit neue Möglichkeiten.
Joakim: Der Spaß an der Sache ist, dass die Kombinationen immer wieder anders aussehen, obwohl sie auf einem System, auf einer Idee basieren. Es liegt an Ihrer Kreativität, diese Dinge individuell zu kombinieren.

Montana

DETAIL: Joakim, Sie studierten Cultural Geography und kamen erst einige Jahre später wieder zurück zum Design – ein Heimkehren zu Ihren Wurzeln?
Joakim: Ja, man könnte sagen, ich ging einen langen Weg. Aber es war eine schöne Art und Weise, ihn zu gehen. Ich war schon immer geprägt durch meinen Großvater und Vater. Ihr Leben war die Fabrik, und mir war klar, wenn ich älter bin, will ich eine Fabrik, wie die meines Großvaters. Ich schätzte daher sehr, was mein Vater tat, aber damals war es noch nicht mein Weg. Zu dieser Zeit interessierte mich mehr für politische Fragen. So studierte ich Cultural Geography und beschäftigte mich mit Umweltfragen. Mein erstes Projekt für Montana war die Erstellung eines umweltfreundlichen Regalsystems.

DETAIL: Spiegeln die Unternehmen Ihre Persönlichkeiten wider?
Joakim: Wir sind sehr unterschiedlich in vielerlei Hinsicht, aber im Hinblick auf die Ästhetik sind wir uns einig. Mein Vater ist sehr systematisch, immer gut auf alles vorbereitet, ich hingegen komme zu einem Treffen auch einmal unvorbereitet, erbringe aber dennoch gute Leistungen. Ich arbeite eher impulsive, kreativ und in der Gruppe.

DETAIL: Der neue Showroom mit weiteren vier Partnern im »Pakhus 48« in Kopenhagen ist eröffnet. Wie sieht diese Kooperation aus, und wie haben Sie sich zusammengefunden?
Peter: Montana suchte schon länger einen einzigartigen Ort in Kopenhagen, aber entweder waren die Grundstücke nicht verfügbar oder wir haben sie nicht bekommen. Jetzt hatten wir die Möglichkeit, an diesem prominenten Ort im Hafen, mit Wasser zu beiden Seiten, in die Design Zone einzusteigen. Jeder Partner hat einen individuellen Showroom und doch ist es ein großes Ganzes, ein Treffpunkt für die Menschen. Wir sehen uns hier nicht als direkte Konkurrenz, sondern als gute Ergänzung.

DETAIL: Wen wollen Sie hier in erster Linie ansprechen?
Joakim: Architekten sind für uns eine sehr wichtige Zielgruppe. Sie können mit ihren Bauherren zu uns kommen, den Ort als Arbeitsbereich nutzen, Ideen entwickeln und Lösungen kreieren. Auch Händler und Endkunden sind immer gern unsere Gäste.

DETAIL: Werden hier auch internationale Architekten angesprochen unter dem Motto »Made in Denmark«?
Joakim: Wir haben keine spezielle »Made in Denmark«-Strategie. Wir sind ein internationaler Konzern, aber natürlich stark im skadinavischen Markt vertreten. Zudem arbeiten wir sehr intensiv am deutschen, Schweizer und österreichischen Markt.

DETAIL: Ihre Möbel fallen durch knallige Farben auf. Werden die Farben aktuellen Trends wie in der Mode angepasst?
Peter: Wir arbeiten seit Jahren mit einer Gruppe Menschen zusammen, welche ein Gespür für Trends haben. Die Farben, die wir heute festlegen, sind die Trends von morgen.
Joakim: Wir legen die Farben allerdings nicht nur für das nächste Jahr fest, sondern erneuern sie etwa alle 4 bis 5 Jahre. Das Lila z.B. wurde vor 2 bis 3 Jahren konzipiert und diesen Winter war die Farbe plötzlich überall zu sehen. Genauso wird es mit Orange verlaufen. Wir denken aber nicht nur in Farben, sondern auch in Funktionen und Lösungen.

DETAIL: Sie positionieren sich auch zum Thema Nachhaltigkeit; wie zeigt sich das im Lebenszyklus Ihrer Produkte?
Peter: Die Lebensdauer unserer Produkte stützt sich auf die Qualität. Und zu 99% bestehen unsere Systeme aus Holz, welches sich leicht recyceln lässt.

DETAIL: Montana steht zudem für soziales Engagement und die Förderung von Kunst und Kultur – was ist Ihr Anreiz hierfür?
Peter: Kunst steht für uns für Inspiration, Neugier und Freiheit.
Joakim: Genau, wir fragen nicht, was ein Künstler im Speziellen macht, wir glauben an die Idee und an die Freiheit – der Künstler braucht Freiheit und wir glauben, das brauchen auch unsere Kunden.

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