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Fünf Gewinner beim Aga Khan Award für Architektur 2013

Die Gewinner wurden am 6. September 2013 in Lissabon von Portugals Präsident Aníbal Cavaco Silva und dem Aga Khan bekannt gegeben. Von 20 nominierten Projekten erhielten schließlich fünf den international angesehenen Preis.

Islamischer Friedhof, Altach, Österreich
Architekt: Bernardo Bader Architekten, Dornbirn, Österreich

Der Friedhof dient den muslimischen Einwohnern von Vorarlberg, deren Bevölkerungsanteil bei acht Prozent liegt. Das Areal wird von rosaroten Betonwänden gefasst und besteht aus einem Hauptgebäude sowie fünf rechteckigen Grabfeldern. Im Eingangsbereich befindet sich ein Raum für rituelle Waschungen und ein Versammlungsraum. Ein Verbindungsgang, gefasst von islamischen Ornamenten aus Eichenholz führt zum Gebetsraum – so entsteht ein kleiner Hof. Im Gebetsraum greifen die Ornamente aus Metall an der „Qibla“-Wand kufische Schriftzeichen auf.  Die Atmosphäre im Inneren ist durch den Lichteinfall durch die Ornamente geprägt.

Fertigstellung: 2011
Projektlaufzeit: 2008-2011
Bebaute Fläche : 4.235 m²
Gesamtfläche: 8.415 m²

Islamischer Friedhof, Altach, Österreich
Foto: AKAA / Adolf Bereuter

 

Sanierung eines Bazars, Tabriz, Iran
Architekt: ICHTO East Azerbaijan Office, Tabriz, Iran

Seit 1975 steht der historische Bazar von Tabriz unter behördlichem Schutz, 2010 wurde der Markt zum Weltkulturerbe ernannt. Der gesamte Komplex umfasst 27 Hektar mit über 5,5 Kilometern überdachten Bazar-Flächen. Die Schutzzone wurde in drei Sektoren untergliedert: eine Kernzone, eine Pufferzone und eine Landschaftszone. Dies diente der Einführung spezifischer Bestimmungen im Rahmen der Projektplanung.

Die städtischen Behörden bezogen neben dem Architekturbüro auch die „Bazaaris“ in die Planungen mit ein. Seit dem Jahr 2000 wurden zahlreiche Bereiche des Bazars unter Mithilfe von Eigentümern und Pächtern restauriert und saniert, dazu gehörte auch die Verbesserung der Infrastruktur und öffentlicher Anlagen. Der Tabriz Bazar stellt ein bemerkenswertes Beispiel dar für den Erhalt und die gleichzeitige Modernisierung historischer Stätten – mit dem kulturellen Erbe als Katalysator.

Projektzeit: fortlaufend seit 2006
Planung: fortlaufend seit  1994
Fläche: 27 ha

Sanierung eines Bazars, Tabriz, Iran
Foto: AKAA / Amir Anoushfar

 

Wiederbelebung der historischen Altstadt, Birzeit, Palästina
Architekt: RIWAQ – Centre for Architectural Conservation, Ramallah, Palästina

Die Stadt Birzeit war sehr heruntergekommen, bevor das RIWAQ einen Masterplan zur Revitalisierung erstellte. Dabei sollte nicht nur die verfallende historische Bausubstanz gerettet werden: Die Sanierungsarbeiten erfolgten mit traditionellen Methoden, das schuf zum einen Arbeitsplätze, zum anderen sollen die alten Handwerkskünste vor dem Aussterben bewahrt werden. Außerdem kam nur lokal verfügbares Baumaterial zum Einsatz.

Ersetztes Mauerwerk bleibt von den alten Strukturen unterscheidbar, ohne die architektonische Kohärenz zu verletzen. Wo sich Verlorengegangenes nachweisen ließ, kamen Rekonstruktionen zum Einsatz, zum Beispiel Bodenfliesen mit Motiven aus Palästina.

Das Projekt bezog von Beginn an lokale NGOs (Non-Government Organisations), Eigentümer, Mieter und Pächter sowie andere Privatpersonen ein, die alle mit der Stadtverwaltung zusammenarbeiteten. Historische Gebäude und öffentliche Räume belebten sich neu und sind nun Treffpunkte und wichtige Bausteine im sozialen Gefüge der Stadt.

Projektzeit: fortlaufend seit 2009
Planung: 2007-2011
Fläche: 40.640 m²

Wiederbelebung der historischen Altstadt, Birzeit, Palästina
Foto: AKAA / RIWAQ

 

Hassan-II-Brücke, Rabat, Marokko
Architekt: Marc Mimram Architecture, Paris, Frankreich

Das Infrastruktur-Projekt schuf einen Verkehrsknotenpunkt, der Rabat mit Salé verbindet und beide historischen Städte von Lärm und Luftverschmutzung entlasten soll. Die Brücke wurde möglichst flach ausgeformt, um die niedrige Bebauung im Umfeld und die ebene Landschaft nicht zu sehr zu überragen. So behält auch Rabats Hassan-Turm aus dem 12. Jahrhundert seine Dominanz. Die Betonträger spannen sich wie Schnürsenkel in unterschiedlichen Bögen unterhalb der Brücke aus. Als Nebeneffekt dient die Brücke als Dach für Märkte und den öffentlichen Raum beiderseits des Bouregreg-Flusses.

Fertigstellung: 2011
Entwurf: 2007
Länge der Brücke: 330 m
Länge des Viadukts: 600 m

Hassan-II-Brücke, Rabat, Marokko
Foto: AKAA / Marc Mimram

 

Salam Zentrum für Herzchirurgie, Khartoum, Sudan
Architekt: Studio Tamassociati, Venedig, Italien

Das Zentrum für Herzchirurgie besteht aus einem Krankenhaus mit 63 Betten und einem Komplex, in dem 150 der 300 medizinischen Mitarbeiter schlafen bzw. sich dort aufhalten können. Haupt- und Nebengebäude bilden verschiedene Höfe. Die Klinik verfügt über die höchsten technischen Standards in drei Operationssälen, die in möglichst idealer Lage zu den Diagnose-Laboren und Umkleideräumen positioniert wurden. Belüftung und Beleuchtung können natürlich erfolgen oder über die Haustechnik, sodass alle Räume eine heimelige, intime und sichere Atmosphäre erhalten.

Das Baumaterial war in Containern angeliefert worden. Die verwaisten Container inspirierten die Architekten dazu, sie als Unterkünfte für das Personal wiederzuverwenden. Sie gruppierten 90 der rund 6 m lange Container zu Wohneinheiten, jede mit Bad und kleiner Veranda zum Garten. Sieben Container mit einer Länge von rund 13 m ergaben eine Cafeteria und Versorgungsräume. Zur Isolierung wurden die Wohneinheiten innen mit ca. 5 cm dicken Dämmplatten verkleidet und zum Sonnenschutz erhielten sie eine zweite Hülle aus jalousieartigen Bambus-Wänden. Das Warmwasser wird über Solarenergie erhitzt.

Fertigstellung: 2010
Planung: 2004-2008
Fläche: 14.000 m²

Salam Zentrum für Herzchirurgie, Khartoum, Sudan
Foto: AKAA / Marcello Bonfanti

Fotostrecke zu allen Gewinnern und nominierten Projekten der Aga Khan Awards für Architektur 2013.

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