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Foto: Anders Sune Berg

Fünffacher Zirkelschlag: Fußgängerbrücke in Kopenhagen

Die „Gemini Towers“ von MVRDV, das Strandbad von Bjarke Ingels’ ehemaligem Büro PLOT, die Nationalbibliothek von Schmidt Hammer Lassen, das Schauspielhaus von Lundgaard & Tranberg und Henning Larsens Nationaloper: Das sind nur einige der vielen Architektursehenswürdigkeiten aus den letzten 15 Jahren, die sich am Kopenhagener Hafen aufreihen. Auch Arne Jacobsens Nationalbank, Daniel Libeskinds Jüdisches Museum und – als kulinarischer Pilgerort ersten Ranges – René Redzepis Restaurant „Noma“ sind nur einen Steinwurf vom Hafenrand entfernt.

Um von einem Punkt zum anderen zu gelangen, mussten Fußgänger und Radfahrer bislang allerdings oft weite Umwege machen. Das soll sich nun sukzessive ändern: Eine ganze Handvoll neuer Brücken wurden rund um den Hafen in den vergangenen zwei Jahren fertiggestellt oder sind derzeit im Bau.

Olafur Eliassons „Cirkelbroen“ zählt mit 40 Metern Länge zu den eher kleineren Brückenneubauten am Hafen. Doch sie schließt eine prominente Lücke. Der Südteil der Insel Christiansbro war – wiewohl direkt gegenüber der Nationalbibliothek gelegen – bisher ein wenig belebtes Wohn- und Büroquartier inmitten des betriebsamen Stadtteils Christianshavn. An drei Seiten umgaben Kanäle das Areal, über die keine Brücken führten. Am Hafenufer residiert seit den 90er-Jahren die Nordea Bank in einem Gebäudekomplex von Henning Larsen.

Deren Stiftung, der Nordea-fonden, hat der Stadt nun den lang erwarteten Brückenneubau geschenkt. Olafur Eliasson hat eine Brücke zum Verweilen und Flanieren entworfen, keine zum eiligen Drüber-Wegfahren. Die Haupt-Pendlerströme der legendären Fahrradstadt Kopenhagen verlaufen ohnehin anderswo. Fünf kreisförmige Betonplattformen werden je von einem zentralen Stahlmast getragen.

Drei der Kreise sind fest im Untergrund verankert. Ein 25 Meter langes Segment aus zwei Kreisen ist hingegen drehbar gelagert, um Boote aus den Kanälen von Christianshavn in den Hafen passieren zu lassen. Geöffnet wird die Brücke bei Bedarf durch die Skipper selbst mithilfe einer Chipkarte. Der Öffnungsvorgang dauert etwa 20 Sekunden.

Segelboote sind – abgesehen von einigen historischen Museums- und Restaurantschiffen - zwar selten geworden im Kopenhagener Zentrum. Dennoch ließ sich Olafur Eliasson von den Bildern typischer Yachthäfen mit ihren eng nebeneinander vertäuten Booten zu seinem Brückenentwurf inspirieren. Aus der Ferne könnte man tatsächlich meinen, am Hafenufer sei eine Flotte Hochseeyachten vor Anker gegangen – wären da nicht die ganz und gar nicht maritimen roten Brückengeländer. Sie werden nachts mit LED-Licht aus den Handläufen heraus in Szene gesetzt. Je zwei LED-Strahler an jedem Mast beleuchten außerdem die kreisrunden Plattformen sowie die markante Takelage, mit der die Plattformen von den Stahlstützen abgehängt sind. 

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weitere Informationen:

Beratende Ingenieure: Rambøll A/S
Projektsteuerung:
KMA Advisory A/S
Bauleitung:
Arpe & Kjeldsholm A/S
Stahlbauarbeiten:
KSM Industry A/S
Hydraulik und Steuerung:
SH-Group A/S
Elektroinstallationen:
Høyrup & Clemmensen A/S
Betonarbeiten und Baustelleneinrichtung:
CG Jensen A/S

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