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Thapar University in Patiala, McCullough Mulvin Architects und Designplus Associates, Foto: Christian Richters

Gebaute Lernlandschaft: Thapar University in Patiala

Seit 2015 befassen sich die irischen Architekten McCullough Mulvin mit der Erneuerung des Universitätscampus im nordindischen Patiala. Den Auftrag erhielten sie in einem unkonventionellen Wettbewerbsverfahren: Die Universität lud mehrere ausländische Architekten mit einschlägigen Erfahrungen zu sich ein, zeigte ihnen das gut 102 ha große Areal und gab ihnen dann genau eine Stunde Zeit für ein erstes Grobkonzept.
Der Ansatz des Dubliner Architekturbüros überzeugte, und daraus ist inzwischen eine feste, mehrjährige Zusammenarbeit erwachsen. Gemeinsam mit ihren einheimischen Partnern Designplus Associates aus Delhi haben McCullough Mulvin dem 1956 gegründeten Campus eine neue Struktur gegeben, zwei Studierendenwohnheime und ein neues Lernzentrum entworfen.
Es sei ihnen darum gegangen, in der topfebenen Topografie des Punjab „Landschaft zu bauen“, sagt Níall McCullough. Was das bedeutet, sieht man am ehesten an dem Lernzentrum mit seiner riesigen Plattform, die sich 9 m hoch über die zentrale Achse des Campus erhebt. Hinauf gelangt man über zwei breite Rampen, auf jeder von denen alle 10.000 Studierenden der Universität Platz finden. Belebt sein dürfte die Plattform vor allem in den milden Wintermonaten. In der heißen Sommersaison spielt sich das Leben eher darunter ab, wo die Gebäude Schatten spenden und Brunnen die Luft kühlen. Und natürlich in den drei Baukörpern, die wie riesige Sandsteinfelsen über das Podium hinausragen. Sie enthalten die Universitätsbibliothek, das zentrale Hörsaalgebäude und ein Lehrgebäude für Computerwissenschaften. Durchbrochene, von den traditionellen indischen Jali-Fenstergittern inspirierte Sandsteinscreens setzen die Gebäudehülle auch vor den teils gebäudehohen Höfen der drei Lernhäuser und deren verglasten Atrien fort. Ähnliche Fassadenscreens – dort allerdings aus glasfaserverstärktem Beton – haben die Architekten auch schon in den zwei Studierendenwohnheimen verbaut.
Unterdessen arbeiten McCullough Mulvin weiter an der Zukunft des Campus: Die zentrale Erschließungsachse soll mit einer Pergola verschattet und ringsum unter anderem eine Sporthalle, ein Venture Lab für angehende Unternehmer und ein Forschungs- und Entwicklungspark für Firmen entstehen. Die Treue des Bauherrn zu seinen Architekten ist bemerkenswert – und doch typisch für das Land, meint Niall McCullough: „Indien ist ein Land der großen Ideen. Dort zerpflückt und zerredet man solche Ideen nicht – man baut sie einfach.“

Weitere Informationen:

Tragwerksplanung: Pristine Solutions

Eine ausführliche Print-Dokumentation finden Sie in unserer Ausgabe DETAIL 1-2/2021 mit dem Themenschwerpunkt “Dächer“.

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