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2DVW Architects, DECA Firmenhauptsitz Herentals, Belgien, Foto: Klaas Verdru

Gefaltet und verpackt: Firmenzentrale DECA Packaging Group

Zukunftsorientiert, innovativ und ambitioniert: Ein anspruchsvolles Trio, das das Firmenbild der Firma DECA, aber vor allem dessen Architektur auf verschiedensten Ebenen ausdrücken sollte. Das Ergebnis ist ein Gebäude, das die diversen Einheiten und Bereiche der Firma unter einem Dach zusammenbringt und in eine divergente Formensprache gießt. Eine vor Wind, Wetter und Sonne schützende Fassade macht die einzelnen Funktionsbereiche durch verschiedene Fassadenprofilierungen und Änderungen im Gesamtvolumen ablesbar.

Gefaltete Stahl- und Lochblechprofile
Die Fassaden bestehen aus Stahl- und Lochblechprofilen in verschiedenen Größen und Formen. In enger Kooperation mit der Firma Arcelor Mittal wurden sie eigens für das Projekt hergestellt und auf die jeweilige Nutzung angepasst. Dabei verraten die unterschiedlich gefalteten Profile je nach Offenheit indirekt die einzelnen Raumfunktionen, die sich dahinter verbergen. Gleichzeitig erzeugen sie trotz gleicher Materialität und Farbigkeit unterschiedlichste Erscheinungen. Es entsteht ein lebhaftes Gebäude, dessen Anmutung sich je nach Sonnenstand und Tageszeit verändert und trotz seiner Robustheit niemals gleich ist. Die Fassaden der Bürobereiche sind mit perforierten und beweglichen Profilen verkleidet, die den Mitarbeitern als variabler Sonnenschutz dienen.

Funktionale Accessoires im Open Space
Möbelartige, eingestellte Holzkörper zonieren den Innenraum und fungieren als skulpturale und dennoch funktionale Accessoires. Mit Farbakzenten und einer beeindruckenden konstruktiven Klarheit beherbergen sie unter anderem Spinde, Regale, Teeküchen, Garderoben und Einzelarbeitsplätze. Die Wahl des hellen Holzes bildet dabei einen subtilen Kontrast zur metallischen Konstruktion und der Außenhülle. Dabei scheint es vor allem mit der Lichtfarbe der Beleuchtung und Belichtung zu verschmelzen. Außergewöhnliche Lampen reagieren auf die verschiedenen Raumnutzungen und bilden bewusst gesetzte Kontraste zur Konstruktion. Teilweise sichtbar gelassene Elemente wie Betonstützen, Deckenplatten oder Lüftungsrohre stehen verputzten Wänden und den makellosen Holzelementen gegenüber.

Es entsteht eine Inszenierung des Wechselspiels von Fabrikations- und Repräsentationsstandort, bei dem industrielle Rohheit auf architektonische Erhabenheit trifft. Faltwände dienen dem Öffnen oder Schließen einzelner Arbeitsbereiche und greifen das Bild der gefalteten, aufklappbaren Fassadenprofile in den Bürobereichen erneut auf. Immer wieder lassen sich dadurch Arbeitsbereiche, aber auch der großzügige Besprechungsraum vom Rest des Großraumbüros abgrenzen ohne das offene Arbeitskonzept zu beeinflussen. So zieht sich auch das Thema der semidurchlässigen Fassade bis in die Innenräume. Einblicke, Licht und Offenheit treten dort zutage wo sie benötigt werden, ebenso wie Geschlossenheit und Privatsphäre an anderen Stellen. Es entsteht ein Wechselspiel von Öffnen und Verpacken auf subtile, ausgesprochen architektonische Art und Weise.

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weitere Informationen:


Projektleiter: Johan De Wachter

Raumprogramm: Büros, Logistikhalle, Produktions- und Werkstätten 

Mitwirkung Entwurf: Rik De Vooght & Johan De Wachter mit Patricia Mata, Frederic Deltour, Eunjin Kang, Andrius Kalinauskas and Maria Canoves

Nominierungen: ARC16 Detail Award, InfoSteel Award Belgium 


Fotos: Klaas Verdru

 

 

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