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Gestaltungsmöglichkeiten mit Mineralwerkstoffen

von Andreas Fetzer

Neue Verarbeitungstechniken und optimierte Materialeigenschaften von acrylgebundenen Mineralwerkstoffen bieten ein breites Spektrum an Gestaltungspotenzial.

Gestaltung der Oberfläche

Die Oberflächen acrylgebundener Mineralwerkstoffe lassen sich auf unterschiedliche Art und Weise gestalten. Auch nach vorher eingebrachter Oberflächenbehandlung wie zum Beispiel Sublimation, Prägung und mechanischer Strukturierung ist die thermische Verformung möglich. Geprägte Effekte können mithilfe von Basrelief-Techniken erzielt werden. Zum Prägen wird die Platte auf 160 °C erhitzt und durch einen »Stempel« mit dem gewünschten Muster bedruckt. Dieser Stempel kann ein handelsübliches Loch- oder Riffelblech sowie Maschendraht sein. Darüber hinaus kann die Oberfläche mit gängigen, hartmetallbestückten Werkzeugen graviert oder - wie Holz oder Glas - sandgestrahlt werden.

Materialeigenschaften

Der pflegeleichte Werkstoff eignet sich durch seine nicht poröse Oberfläche für Bereiche, in denen Hygiene entscheidend ist, da weder Bakterien noch Schimmelpilze eindringen können. Wie jedes Material kann auch diese Oberfläche empfindlich gegenüber einigen Chemikalien wie starken Säuren, Ketonen, chlorhaltigen Lösungsmitteln, starken Lösungsmittelkombinationen oder starken Desinfektionsmitteln reagieren. Da es sich bei acrylgebundenen Mineralwerkstoffen um ein langlebiges und erneuerbares Oberflächenmaterial handelt, kann durch Reinigung bzw. einen neuen Schliff die ursprüngliche Oberfläche wieder generiert werden.

Anwendungsbereiche

Acrylgebundene Mineralwerkstoffe bieten sich für den Innen- und Außenbereich an: für Küchen- und Badbereiche ebenso wie für Empfangstheken und Bartresen in Hotels und Gastronomie, für Podeste und Präsentationsflächen in Museen und Ausstellungen, Ladengestaltungen, im Möbelbau, bei Beleuchtungskonzepten und bis hin zu Kunst- und Designobjekten. Seit Kurzem wird das Material auch im Außenbereich für Straßenschilder, Bänke, Ladenfassaden und Gebäudehüllen verwendet.

Acrylgebundene Mineralwerkstoffe als Fassadenmaterial

Der Werkstoff ist frostbeständig bis 40 °C. Er besitzt eine hohe Schlagfestigkeit und Tragfähigkeit, ist (luft)schadstoffresistent und leicht zu reinigen. Die Paneele müssen so auf der Trägerfläche oder Unterkonstruktion montiert werden, dass sich das Material ausdehnen und zusammenziehen kann.

Im Allgemeinen besitzen acrylgebundene Mineralwerkstoffe eine relativ hohe Resistenz gegen UV-Strahlen. Einige Farben sind jedoch beständiger gegen Witterung und Verfärbung als andere. Obwohl die physikalischen Eigenschaften unverändert bleiben, verringert sich unter Umständen der Oberflächenglanz. Außerdem kann sich der Kontrast zwischen Farbmaserung und Grundfarbe verringern bzw. auf Dauer eine leichte Veränderung der Grundfarbe eintreten.

Transluzenz

Farbe und Materialstärke bestimmen den Transluzenzgrad acrylgebundener Mineralwerkstoffe. Helle Unifarben wie Weiß und Beige besitzen eine hohe Lichtdurchlässigkeit, dunkle Farben sind weniger transluzent. Transluzente Effekte entstehen auch durch die Reduzierung der Materialstärke; die minimale Plattenstärke in den partiellen Ausdünnungen sollte dabei 2 mm nicht unterschreiten. Sie können mittels Fräsung oder Gravur erfolgen. Auch für Kombinationen mit multimedialen Techniken und sensorischen Bedienelementen eignen sich acrylgebundene Mineralwerkstoffe, beispielsweise für Möbel, in die berührungssensitive Schalter oder innovative Lichttechniken integriert sind.

Den ausführlichen Artikel können Sie nachlesen in: DETAIL 11-2009, S. 1164ff.

Fotos: DuPont

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