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Foto: Olo Studio

Gestrandete Arche: Wohnhaus in Brenna

Neben der exponierten Hanglage spielt das Thema Sicherheit eine maßgebliche Rolle. Aus diesen Parametern resultiert ein monolithischer Baukörper, der sich erst bei einem Blick hinter die Fassade als Pfahlbau entpuppt. Konstruktiv gesehen gleicht die Arche einer Brücke: Drei parallele Streifenfundamente, die erst die Außenwände und ein nach unten »gespiegeltes, zweites Dach« zu einer Einheit zusammenschließen, machen das Haus unabhängig von Veränderungen des Untergrunds. Die Ummantelung des Hohlraums ermöglicht außerdem ein homogenes Äußeres. Entwurfsbestimmend war die Idee, das Konstruktionsprinzip gleichzeitig als gestalterisches Mittel zu verwenden. Fassaden und Bekleidung des »zweiten Dachs« sind deshalb aus Sichtbeton. Das einfache Satteldach weist dieselbe Optik auf, ist aber mit einer Membran aus thermoplastischem Olefin abgedichtet.

Beide Längsfassaden muten nach außen wie überdimensionale Bilderrahmen an: Der Sichtbeton ist rund um die großflächigen Fensterbänder gleich breit. Sowohl von den diversen überdachten Terrassen, als auch aus sämtlichen Räumen des eingeschossigen Gebäudes eröffnet sich ein traumhafter Ausblick auf die hügelige Landschaft Brennas. Das Thema Sicherheit spiegelt sich in verschiebbaren Betonelementen wider, die ein komplettes Abschotten von der Umgebung möglich machen. Eine Zugbrücke an der Südseite des Hauses stellt den einzigen Eingang dar.

Die innenliegende Dämmebene aus aufgesprühtem PU-Schaum fungiert als Dampfsperre und verleiht der Arche eine unkonventionelle Haptik. Das Raumprogramm gestaltet sich denkbar einfach: Eine offene Wohnküche, im Osten anschließend eine überdachte Terrasse, die privaten Zimmer westseitig. Zwei Flure an den Längsseiten erschließen die drei gleich großen Schlafräume und fassen sie ein. Von dem Flur, der dem Hang zugeneigt ist, gehen Badezimmer, Gäste-WC und Abstellraum ab. An der Nordseite bildet er mehr Loggia als Durchgang – von den Zimmern lediglich durch Glasschiebetüren abgetrennt, mit ungestörtem Blick in die Natur.

Robert Konieczny ließ es sich nicht nehmen, seinen Entwurf mit einem weiteren Clou zu versehen: Nachts wird der Baukörper zu einem diffusen Leuchtmittel. Von unten bestrahlt, reflektiert die Sichtbetonoberfläche der Gebäudeunterseite das Licht und erhellt die Umgebung. So begeistert die Arche mit ihrem nach außen so simplen und doch facettenreichen Konzept bestimmt auch weniger Bibelfeste.

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