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Graziles Schuppenkleid: Forschungszentrum von Kengo Kuma

Mit Universitätsbauten verbindet man gewöhnlich massive, schwere Materialien wie Beton, Stein oder Metall. Kengo Kuma entzieht sich diesem konventionellen Erscheinungsbild und entwickelt eine elegante Lösung mit natürlichen und leichten Materialien.

Architekten:
Kengo Kuma and Associates, Tokio
Standort: 7-3-1 Hongo, Bunkyo, Tokyo 113-8654, Japan

Das »Daiwa Ubiquitous Research Building« von Kengo Kuma wurde im Mai 2014 als Erweiterungsgebäude des Hongo Campus der Universität in Tokio eröffnet. Schon von weitem ist die anmutige Holzverkleidung des für die Forschung entworfenen Gebäudekomplexes wahrzunehmen. Die Absicht der Architekten war es, sich von gewöhnlichen, vorwiegend schwer wirkenden Universitätseinrichtungen abzugrenzen und einen Entwurf zu realisieren, der von geschmeidigen, organischen Materialien geprägt ist.

Welches Material schien dafür besser geeignet als Holz?
Für die schuppenähnlichen Paneele wurde Zedernholz gewählt. Die Holzlatten sind in unterschiedlichen Abständen an eine Metallkonstruktion angebracht und an den Glasflächen unterbrochen. So ensteht ein abwechslungsreiches Fassadenspiel und das Innere wird mit Tageslicht durchflutet.

Auf einer Fläche von 68.000 m² beinhaltet die Forschungseinrichtung neben zahlreichen Laboratien eine Galerie, Lesesäle, ein großzügiges Auditorium und Außen- oder Innenräume zur Erholung. Die Räzmlichkeiten verteilen sich auf fünf Geschosse, davon drei Obergeschosse und zwei Untergeschosse. Die ebenerdige Öffnung, welche die angrenzende Straße und den japanischen Garten verbindet, verleiht dem Gebäude einen einladenden, offenen Charakter. Die Außensitzbereiche des Cafés beleben die Passage und laden zum Verweilen ein.

Der Forschungsbereich des Komplexes basiert auf dem Prinzip des »Ubiquitous Computing«: Das angestrebte »Internet der Dinge« beruht auf der Idee, die Menschen unauffällig zu unterstützen. Computer und Internet sollen dabei als virtuelle Schnittstellen mehr und mehr wegfallen. Stattdessen unterstützen  zahlreiche, in die Umgebung integrierte Mikroprozessoren und Sensoren die Menschen bei ihren alltäglichen Tätigkeiten  – möglichst ohne aufzufallen.

Aus diesem Grund sind die Innenräume des Hightech-Gebäudes durchgehend mit fortschrittlichen Sensoren ausgestattet. Diese »Messfühler« sind sensibilisiert auf Windgeschwindigkeit, Strahlung, Feinstaub, Temperatur, Feuchtigkeit und andere Faktoren und liefern beständig Informationen an das mikrosensorische Netzwerk. Die aufgezeichneten Daten können für verschiedene Zwecke genutzt werden.

Nicht nur die Fassade zeichnet sich durch das leichte und natürliche Material aus, auch die Innenräume wirken durch das Holz einladend und warm. So schafft auch die Innengestaltung des großen Lesesaals eine angenehme Atmosphäre.

Weitere Informationen:

Fertigstellung:
2014
bebaute Fläche: 2709,53 m²


Homepage von Kengo Kuma & associates

Stichworte:
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DETAIL 7+8/2019
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