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Krankenhaus in Myanmar, a+r Architekten, Foto: Oliver Gerhartz

Hilfe, die ankommt: Krankenhaus in Myanmar von a+r Architekten

Geschichten wie diese sind ein Lichtblick im krisengeschüttelten Myanmar: Seit 2009 sammelt der Verein Projekt Myanmar aus Filderstadt bei Stuttgart Spenden, um im ehemaligen Burma Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Wasser und Hygiene sowie Katastrophenschutz zu realisieren. Schon 2014 stellte der Verein gemeinsam mit a+r Architekten die Thazin High School in Ngwe-Saung an der Westküste des Landes fertig. Das jetzt realisierte Krankenhaus steht in Magyizin knapp 100 km weiter nördlich und bietet rund 20.000 Bewohnern der umliegenden Region medizinische Versorgung. Zuvor war das nächstgelegene Krankenhaus drei Stunden Fahrt mit dem Moped entfernt gewesen.

Der eingeschossige Neubau steht hochwassersicher auf einer kleinen Anhöhe oberhalb des Orts. Künftig soll es der Dorfbevölkerung auch als Zufluchtsort bei Zyklonen und Tsunamis dienen. 20 Krankenbetten und einen voll ausgestatteten OP-Bereich gibt es hier, ferner einen Kreißsaal und ein Labor. Ein Großteil der gespendeten Klinikausstattung kam auf Initiative des Vereins per Container aus Deutschland. Die Patientenzimmer, Behandlungs- und Personalräume sowie die Medikamentenausgabe umgeben einen Innenhof, der Aufenthalts- und Gemeinschaftsraum zugleich ist. Auch der Wartebereich liegt im Freien, um die Gefahr von Krankheitsübertragungen zu minimieren. Etwas abseits liegt ein zweiter Gebäuderiegel mit Pultdach mit einer Isolierstation und Krankenzimmern für ansteckende Patienten. Außerdem gibt es hier Küchen für die in Myanmar übliche Selbstversorgung der Patienten sowie Lager- und Waschräume und Sanitärbereiche.

Mit dem Stahlbetonskelettbau, dessen Wände mit Ziegeln ausgefacht sind, griffen a+r Architekten eine verbreitete Konstruktionsart in Myanmar auf. Das asymmetrische Dach des Haupthauses ist innen steiler als außen und wird von Holzfachwerkträgern getragen. Die Fensteröffnungen sind statt mit Glas mit beweglichen Holzläden verschlossen, zwischen deren Lamellen die Zuluft in die Räume strömt. Die Abluft entweicht durch die Raumdecken aus geflochtenen Bambusmatten in den Dachraum und von dort durch Holzlamellen unter dem Dachfirst ins Freie.

Im März 2020 – und damit einige Monate vor dem jüngsten Militärputsch – konnte der nur 360.000 US-Dollar teure Neubau in Magyizin eingeweiht werden. Parallel dazu hatte die damalige Landesregierung noch ein Haus für Ärzte und Pflegekräfte finanziert. Seit dem Beginn der Unruhen im Land Anfang 2021 hat sich der Patientenkreis des Krankenhauses nochmals erweitert: Jetzt werden hier auch viele, zumeist jüngere Menschen verarztet, die sich bei den gewaltsamen Protesten Verletzungen zugezogen haben.

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