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Sedak, Bürogebäude, Salt Lake City, USA, SOM Skidmore, Owings & Merrill LPP, Fassade, Holz, Glasfassade, Hybridkonstruktion

Holz-Glas-Hybridkonstruktion für eine Bürofassade in Salt Lake City

Dem auf Glasveredelung und Überformate spezialisierte Unternehmen Sedak gelang die Verschmelzung von Glas und Holz zu Scheiben mit einer Höhe von 7 m. Dabei wurde in das Fassadenglas Echtholzfurnier aus Eukalyptus integriert. Der organische Rohstoff eignet sich aufgrund seiner Härte für die Lamination, dennoch reagiert er in der Regel auf den Brennprozess, der bei ca. 100 °C im Autoklaven durchgeführt wurde. Die größte Herausforderung lag demnach darin, die Dreischichtfurniere maßhaltig zu integrieren, perfekt parallel aussehen zu lassen und somit einen exakten Anschluss an die aus der Fassade herausragenden Holzbalken zu ermöglichen. Zunächst verfolgten die Architekten SOM Skidmore, Owings & Merrill LPP die Idee, den Effekt und die Optik mit einem fotorealistischen Druck umzusetzen – doch dies wirkte nicht real genug. So entschieden sich die Planer in enger Zusammenarbeit mit den Spezialisten von Sedak für die Lamination von Echtholzfurnieren in den Glasaufbau. Neben dem Vorteil einer originalen Optik ist das Holz so vom Glas dauerhaft geschützt. Insgesamt war Sedak am Projekt mit 940 m2 Glasfassade der Lobby beteiligt, darunter zusätzlich zu den 7 m hohen Holzlaminaten auch 57 Fassadenscheiben und 46 Glasfins und -beams von jeweils knapp 11 m Höhe.

Maic Pannwitz, Executive Vice President von Sedak in New Jersey, erläutert die Besonderheiten des Projekts im Interview:

Wie kam es dazu, dass für das Projekt in Salt Lake City die Lamination von Holz in Glas weiterentwickelt wurde?
Alle Beteiligten hatten Qualität als wichtigstes Kriterium vorgegeben – Auftraggeber, Architekt, Fassadenbauer und natürlich wir selbst. Obwohl mit dem fotorealistischen Druck schon sehr gute Möglichkeiten der Glasgestaltung gegeben sind, reichte den Bauschaffenden diese optische Qualität noch nicht. So bekamen wir ausreichend Zeit, um Testscheiben zu produzieren und damit zum optisch und technisch perfekten Ergebnis zu gelangen. Wir erhielten den Auftrag auch, weil die hohe Komplexität der Herstellung, insbesondere bei dem Großformat von 7 m Höhe, die Zahl der potenziellen Partner schon sehr begrenzt.

Ist das Laminieren von Holz in Glas eine neue Technologie?
Zuvor gab es dieses Verfahren nur kleinformatig, im Möbeldesign, beispielsweise für Tischplatten. Bei Fassaden hat es das bislang nicht gegeben – zumindest sind mir keine Projekte bekannt.

… ein typisch amerikanisches Projekt?
Ja. Amerikaner sind schon mutiger und offener neues auszuprobieren als Europäer, wenn sie sich unmittelbaren Erfolg von einer Maßnahme versprechen. Wie das Projekt zeigt, suchen sie dann durchaus weltweit nach Partnern, die wiederum den Ehrgeiz haben, das notwendige Knowhow zu entwickeln.

Welche statischen Fragen galt es zu beantworten?
Statisch ausreichend wären Dreifach-Laminate gewesen. Bei den Dachscheiben entschieden wir uns dennoch für einen Vierfach-Aufbau – mit einem redundanten Glas. Dadurch ist die Statik unabhängig vom Holz.

Sieben-Meter-Holzglasscheiben, Elf-Meter-Glasfins: Wie klappt das logistisch?
Die Scheiben wurden in speziellen Holzkisten verschifft. Ideal war, dass das Zwischenlager in Salt Lake City in der Nähe lag. Für den Transport zur Baustelle mussten teilweise Fahrspuren gesperrt werden – allerdings nicht nur für unsere Gläser.

www.sedak.com

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Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 1+2/2018
Bauen mit Holz, DETAIL 1+2/2018

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