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Schulerweiterung, Joly & Loiret, Foto: Schnepp & Renou

Im Rhythmus der Musik: Schulerweiterung in Versailles

Die Groupe Scolaire Lully-Vauban liegt etwa eineinhalb Kilometer vom Palast Ludwigs XIV. entfernt in einem zentrumsnahen Wohngebiet von Versailles. Mehrgeschossige Wohngebäude schirmen den Schulkomplex gegen die viel befahrene Avenue de Paris ab. Eine schmale Nebenstraße, die durch eine Tordurchfahrt unter den Wohngebäuden hereinführt, bildet seine Haupterschließung. Wer sich der Schule von hier aus annähert, kann die Schulerweiterung von Joly & Loiret kaum übersehen. Bis zu 14 Meter hoch ragt die Außenwand aus hellen, handgefertigten Ziegeln an dieser Stelle empor. Die Buchstaben »Conservatoire«, als Ziegelrelief in die Außenmauer eingearbeitet, sind ein unverkennbarer Hinweis auf die Nutzung des Gebäudes. In seinem Erdgeschoss beherbergt es vier Probenräume für Musik sowie eine Erweiterung der Schulkantine, im Obergeschoss zwei Tanzstudios.

Hinter der homogenen Hülle aus Ziegelverblendern verbirgt sich eine heterogene Wandkonstruktion: Während das Erdgeschoss massiv betoniert ist, wurde dass Obergeschoss weitgehend in Holzbauweise erstellt. Die hell glasierten Dachziegel sind Ton in Ton mit den Außenmauern und den Fassaden der angrenzenden Wohnbauten gehalten. Sie bilden einen blassen Gegenpol zu dem rötlichen Asphalt der angrenzenden Straße und des Schulhofs. Während die Fenster in den Erdgeschossräumen hohe Brüstungen haben, um zwar Tageslicht, aber nicht zu viele neugierige Blicke aus dem Hof hereinzulassen, sind die Tanzstudios im Obergeschoss mit ihren bodentiefen Verglasungen deutlich offener gestaltet. Oberlichter in den weit emporgezogenen Dachflächen spenden zusätzliches Licht und unterstützen darüber hinaus die natürliche Entlüftung.

Einen spürbaren Kontrast zu den weiß gehaltenen Tanz- und Musikräumen bildet der breite Korridor im Erdgeschoss, der nicht nur als Erschließungsbereich, sondern auch als Aufenthalts- und Pausenzone dient. Hier bestehen Fensterlaibungen, Einbaumöbel und Böden aus Eichenholz. Die Wände erhielten einen dunkelgrauen Lehmputz, und für die Decke schuf die Pariser Künstlerin Marie Maillard eine Arbeit in Goldockertönen, die an »die Natur, die Sonne, die Bewegungen des Tanzes und das Summen der Musik« (so die Architekten) erinnern soll. 

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