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Felipe Assadi, Francisca Pulido, Alejandra Araya, Casa Bahia Asul, Fernando Alda, Los Vilos, Chile

In Schieflage: Wohnhaus in Chile

Wie ein schwebender Baukörper ragt die »Casa Bahia« zwischen den umliegenden Felsen hervor und erweckt trotz ihrer monolithischen Betonhülle einen gewissen Grad an Leichtigkeit. Die feine Neigung des länglichen Gebäudes lässt dieses wie eine abstrakte Skulptur erscheinen, die ganz bewusst die topografischen Gegebenheiten aufnimmt. Der gekippte Baukörper soll auf diese Weise gleichzeitig eine Spannung zur Horizontalität des umgebenden Ozeans aufbauen.
Eine Reihe unregelmäßig angeordneter Öffnungen durchbrechen die seewärts orientierte Fassade des Hauses. Spielerisch angeordnet, nehmen die Durchbrüche das Gefälle des Gebäudes auf und geben zunächst keine Auskunft über das Leben im Inneren. Sie deformieren den schmucklosen Baukörper vielmehr zu einem abstrakten Objekt, welcher aus der Ferne betrachtet wie eine Ruine erscheinen soll.
Hinter der lochartig durchbrochenen Fassade verbirgt sich ein laubengangartiger Freibereich, der dem eigentlichen Gebäude wie eine zweite Schale vorgelagert ist. Teils überdacht, teils offen dient diese Pufferzone als räumliche Erweiterung der Innenräume. Die Öffnungen gewähren ungestörte Ausblicke über das Meer, die sich wie große Gemälde im Inneren abzeichnen.
Die Lage am Hang und die Schiefstellung des Baukörpers werden auch beim Durchqueren des Gebäudes unmittelbar erlebbar. Der Grundriss des riegelartigen Baukörpers zeichnet sich durch eine Abfolge von gezielt platzierten Niveauversprüngen aus, die die Topografie der felsigen Umgebung aufnehmen und ins Innere übersetzen. Im Untergeschoss verbergen sich die intimeren Schlafräume, die mittels großzügiger Glasfassaden Ausblicke auf die umgebende Felslandschaft bieten. Im Obergeschoss befinden sich die gemeinschaftlich nutzbaren Aufenthaltszonen. Über einen mittig platzierten Lichthof können die beiden Geschosse visuell miteinander in Bezug treten.
Die »Casa Bahia« zeigt sich als ein gelungenes Beispiel dafür, wie die spezifischen Besonderheiten der vorherrschenden Topografie und die Qualitäten des Ausblicks gänzlich ausgeschöpft werden und zu einem stimmigen Gesamtkonzept verschmelzen. Insbesondere der zweischalige Wandaufbau und die Niveauversprünge im Inneren sorgen beim Durchqueren des Hauses für ein spannungsvolles und abwechslungsreiches Raumerlebnis.

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