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Inszenierung der Architektur für die Paul & Henri Carnal Hall des Instituts Le Rosey in Rolle

Neben einem Auditorium mit 900 Plätzen für Konzerte, Theater und Konferenzen verfügt das Kuppelgebäude mit einem Durchmesser von 80 m auch über Nebenräume für Musik-Unterricht und Ateliers. Die außergewöhnliche Architektur des Baus besticht durch Schlichtheit, Moderne und Schönheit. Das Edelstahldach weist eine Fläche von 4900 m2 auf und überspannt eine 570 t schwere Stahlkonstruktion, die integrierten Oberlichter umfassen eine Glasfläche von 150 m2.

Ein besonderes Augenmerk hat der Schweizer Architekt Bernard Tschumi, Bernard Tschumi Architects, New York, auf die Materialisierung des Gebäudes gelegt. Im Innenbereich dominieren Stahl, Glas sowie Holz, außen überzieht eine schimmernde Edelstahlhülle die gesamte Dachkonstruktion und hebt sich gekonnt von den großflächigen Glasfronten ab. Die anspruchsvolle Geometrie des Kuppelbaus mit den Wölbungen und dem von unten nach oben zu­einander laufenden Achssystem stellte nicht nur hohe Ansprüche an die statischen Berechnungen des Gesamtgebäudes, für welche das am Bau beteiligte Ingenieurbüro, Alberti Ingénieurs SA, Lausanne, verantwortlich zeichnete, sondern forderte auch vom Stahlbauspezialisten Tuchschmid in der Detailstatik bis zum letzten Anschluss eine hohe Kompetenz. Bereits in der Planungsphase mussten Überlegungen zum Montagekonzept und zur Materiallogistik berücksichtigt werden. Als besonders anspruchsvoll erwiesen sich die Planungsarbeiten für die radialen, gewölbten und runden Knotenpunkte und Anschlüsse. Auch die Planung der Edelstahlabdeckung stellte hohe Ansprüche, da die Linien der Stöße in regelmäßigen, parallelen Abständen dia­gonal über die Dachstruktur verlaufen und ausgenommen der Randbleche alle Edelstahlteile die gleiche Dimension aufwiesen.

Der Kuppelbau setzt sich aus einem regelmäßig angeordneten Achssystem mit 24 Hauptachsen zusammen. Die Pfetten bestehen aus geschweißten 4-Kant-Hohlprofilen (700 x 300 mm) und werden von insgesamt 26 Stahlstützen Ø 300 mm, welche auf dem Beton anschließen, getragen. Als Sparren wurden Stahl-Rundrohre Ø 406 mm verwendet, welche an die Pfetten gesteckt und geschraubt wurden. Im oberen Kuppelbereich wurde eine Stahlkonstruktion aus massiven Doppel-T-Trägern erstellt, welche mit HEB-Trägern ausgespart ist. Unterbrochen wird die umlaufende Achskonstruktion von drei der Geometrie folgenden Oberlichtbändern im oberen Teil des Gebäudes.

Eine Herausforderung waren die im Süd- und Nordbereich des Gebäudes liegenden Einschnitte für die jeweiligen Dachterrassen und Balkonreihen, welche die vorgegebene Geometrie durchbrechen und die große Auswirkungen auf die Statik und Anordnung der Stahlkonstruktion hatten. Im zentralen oberen Dachbereich wurde eine spezielle, gewölbte Stahlkonstruktion aus geschweißten Doppel-T-Blechträgern und HEB-Trägern erstellt. Diese Stahlkonstruktion wurde mit 150 mm dicken Trapezblechen abgedeckt und bildet so den Unterbau der daraufliegenden Betondecke, welche als Schallschutz des Konzertsaals dient. Ein weiteres Element mit besonderem Augenmerk auf Statik und Planung war die umlaufende Vordachkonstruktion aus Stahl, welche an die Hauptkonstruktion anschließt.

Neben der Stahlunterkonstruktion gehörte auch der gesamte komplexe Dachaufbau zum Auftrag von Tuchschmid. Die einzelnen Dachaufbauelemente wurden entsprechend der Feldgröße produziert und millimetergenau auf die umlaufende Feldkonstruktion gesetzt. Der Dachaufbau setzt sich aus einem zentralen Holzsandwichelement mit integrierter Dämmung und einem abgehängten, gelochten Akustikblech sowie einem Aufbau von Isolation, Dachbahn und Stehfalzblech zusammen. In der Geometrie des Dachs verlaufend wurden drei Oberlichtbänder in die Dachkonstruktion eingebaut. Eine Rahmenkonstruktion aus Stahl bildet den Anschluss an die Dachkonstruktion. Später erfolgte der Einbau der trapezförmigen Isoliergläser mit Sonnenschutzbeschichtung. Die Glaselemente sind flach gehalten und haben eine Scheibenabmessung von bis zu 2 m.

Weitere Informationen: Tuchschmid AG, CH –Frauenfeld

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Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 6/2016
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