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Jetzt auch in Europa: der Solar Decathlon

In Amerika gibt es ihn seit 2002. 2007 machte ihn der Sieg der Universität Darmstadt auch in Deutschland bekannt, und nun wird der Studentenwettbewerb „Solar Decathlon“ erstmals auch in Europa veranstaltet. Vier deutsche Universitäten bearbeiten derzeit ihre Gebäudekonzepte für die Endrunde, die im Juni 2010 in Madrid stattfindet.

Die Idee, den Solar Decathlon nach Europa zu holen, hatte die Universität Madrid, die bereits 2005 erstmals an dem Studentenwettbewerb in Washington teilnahm. Nun wird die europäische Variante des „solaren Zehnkampfs“ auf ihr Betreiben im Juni 2010 am Ufer des Rio Manzanares in Madrid Premiere feiern. Erwartet werden 21 Studententeams aus 10 Ländern, darunter neben Spanien auch Deutschland, Großbritannien, Israel, die USA, Mexiko, Brasilien und China. Damit ist der „Solar Decathlon Europe auf Anhieb weitaus internationaler aufgestellt als sein Vorbild in Washington, an dem zuletzt lediglich Universitäten aus den USA, Kanada, Spanien und Deutschland teilnahmen.

Solar Decathlon, Europa, Madrid
Foto: Hochschule für Technik Stuttgart
Solar Decathlon, Europa, Madrid
Foto: Bergische Universität Wuppertal
Solar Decathlon, Europa, Madrid
Grafik: Hochschule Rosenheim
Solar Decathlon, Europa, Madrid
Grafik: Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin

Die Grundidee des Wettbewerbs: Studententeams sind aufgerufen, gemeinsam mit ihren Professoren und Sponsoren aus der Industrie Prototypen für energetisch selbstversorgende Wohnhäuser zu entwerfen, zu bauen und – eine Woche lang – zu betreiben. Dass dies eine interdisziplinäre Anstrengung ist, versteht sich von selbst. In den meisten Hochschulen arbeiten daher Studenten der Architektur und des Bauingenieurwesens mit den Fachbereichen anderer Ingenieur- und Umweltwissenschaften zusammen. Mit dem Wettbewerb sollen nicht nur die Kenntnisse der Studenten gefördert werden: Der Solar Decathlon ist auch ein öffentlichkeitswirksames Schaufenster für Solartechnologie und energieeffizientes Bauen. Bei der Veranstaltung 2007 auf der nationalen „Museumsmeile“, der National Mall in Washington, wurden über 100.000 Besucher gezählt.

Für den „Solar Decathlon Europe“ wurden folgende vier deutsche Hochschulen von den Madrider Veranstaltern ausgewählt, ihre Gebäudeentwürfe im Maßstab 1:1 zu realisieren:

- Bergische Universität Wuppertal
- Fachhochschule für Technik und
Wirtschaft Berlin
- Hochschule für Technik Stuttgart
- Hochschule Rosenheim

Sie stellen sich einem Zehnkampf, der weit über den architektonischen Entwurf hinausgeht und der quantitative (also messbare) ebenso wie qualitative Kriterien umfasst. Letztere werden durch verschiedene Expertenjurys bewertet, die die realisierten Häuser vor Ort in Augenschein nehmen. Der Kriterienkatalog umfasst den architektonischen Entwurf, die Baukonstruktion, die Solarsysteme, den Wohnkomfort, die Funktionsfähigkeit der (solar betriebenen) Haushaltsgeräte, aber auch die Marktfähigkeit und das Kommunikationskonzept, mit dem die Universitäten ihre Gebäude in der Öffentlichkeit bekannt machen.

Schon im Oktober 2009 geht der „originale“ Solar Decathlon in Washington in eine neue Runde. Als einziges deutsches Team ist der Sieger des letzten Wettbewerbs 2007, die Technische Universität Darmstadt am Start. Einziger weiterer europäischer Vertreter ist die Universidad Politécnica de Madrid. Die Öffentlichkeit wird die Häuser vom 15. bis 18. Oktober 2009 auf der National Mall in Washington besichtigen können. Neuerungen gibt es in einigen der Bewertungskategorien: Mussten die Gebäude beim Solar Decathlon 2007 „lediglich“ ihren Strombedarf durch Photovoltaik selbst decken, gibt es diesmal Extrapunkte für jede Kilowattstunde, die darüber hinaus ins öffentliche Netz eingespeist wird. Wichtig ist den Veranstaltern auch die tatsächliche Bewohnbarkeit der Häuser. Sie muss von den Teams unter Beweis gestellt werden, indem diese während der Wettbewerbswoche zwei Dinnerpartys in ihren Häusern veranstalten. Auf diese Weise haben die Juroren für ihr Abendessen bereits vorgesorgt ...

Bergische Universität Wuppertal
Hochschule Rosenheim
Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
Hochschule für Technik Stuttgart
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