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Ken Yeang: Eco-Masterplanning

Der ökologische Städtebau ist ein weites Feld, das Spielraum für Experimente lässt. Sicher scheint jedoch: Ohne übergeordnete Konzepte zur nachhaltigen Stadtentwicklung machen „grüne“ Masterpläne nur eingeschränkt Sinn. Das macht ein neues Buch des malaysischen Architekten Ken Yeang eher unfreiwillig deutlich.

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Als Erfinder des „grünen Wolkenkratzers“ hat sich der malaysische Architekt Ken Yeang weltweit einen Namen gemacht. Mit dem Buch „Eco-Masterplanning“ legen er und sein Büro Llewelyn Davies Yeang nun auch ein städtebauliches Konzept vor, das auf ähnlichen Grundüberlegungen basiert. Sie unterscheiden zwischen vier Arten von Infrastruktur: der grünen (oder „Öko-Infrastruktur“, die alle Grünräume umfasst), der blauen (natürliche Wasserläufe und –speicher), der grauen (technische Infrastruktur und Straßen) und der roten (Gebäude und Fußwege). Vorrang haben beim „Eco-Masterplanning“ stets der Erhalt und Ausbau der grünen und blauen Infrastruktur, der sich alle anderen Aspekte unterordnen müssen.

All dies erläutert Yeang in seinem einleitenden Essay wortreich und relativ theoretisch. Konkreter werden die Ideen anhand von 20 Masterplänen illustriert, die Llewelyn Davies Yeang für Städte in aller Welt und in allen Klimazonen entworfen haben. Sie machen deutlich, wie sehr sich ein Eco-Masterplan etwa für Dubai von einem für Düsseldorf oder Vancouver unterscheiden muss. Allerdings lassen sie des öfteren auch eine Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität erkennen: Viele der Planungen bilden mehr oder minder „grüne Inseln“ in einem Meer aus Asphalt oder gar maßstabssprengende Eingriffe in eine kleinteilige Stadtstruktur. Die meisten Projekte beinhalten den üblichen Mix aus Shopping, Hotels, Büros und hochpreisigem Wohnen, wie ihn sich Investoren heute wünschen. Und vollends fragwürdig wird es, wenn Yeang einem künstlich aufgeschütteten, 10 Kilometer langen Insel-Archipel vor der Küste Dubais einen grünen „Anstrich“ verleihen soll. Dass Nachhaltigkeit auch eine soziale Komponente beinhaltet, unterschlagen die Autoren geflissentlich, und es entsteht der Eindruck, als ließen sich Ken Yeang und sein Büro lediglich als „grünes Feigenblatt“ für den weiteren Ausbau nicht nachhaltiger Stadtstrukturen missbrauchen. Dies ist überaus bedauerlich, denn der von Yeang in diesem Buch vertretene Ansatz ist zwar nicht revolutionär, aber in jedem Fall interessant und zukunftsweisend.

Ken Yeang: Eco-Masterplanning
Wiley 2009. 256 Seiten, Hardcover. Englisch.
ISBN 978-0-470-69719-0
57.90 EUR

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