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Kleidsame Geometrie: Science Park in Murcia

Drei bestehende Gebäude werden mithilfe einer stählernen Struktur wieder zum Leben erweckt. Ein gigantisches »Gitter« verbindet geschossübergreifend Arbeit, Forschung und Landschaft und dient dabei als Erschließung und Aussichtsplattform zugleich.

Architekten: Retes Arquitectos, Murcia
Standort: Campus de Espinardo, Murcia, Spanien

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Foto: David Frutos

Gut sichtbar und leicht erhöht von der großen Hauptstraße Molina von Segura und der Autobahn A7 präsentiert sich der Gebäudekomplex als riesiges Raumgerüst. Der gesamte Komplex besteht aus insgesamt drei Bestandsgebäuden, einem zentralen Innenhof und zwei Seitenhöfen, von dem sich in einem die Eingangshalle mit Rezeption und Aufzug befindet. Die prägnante Struktur, die die drei bestehenden Gebäude wie eine Hülle umschließt und sie zu einer Einheit zusammenwachsen lässt, vervielfacht die Verbindungen der einzelnen Arbeitseinheiten und schafft eine kreuzgangähnliche Struktur der Wegführungen.

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Foto: David Frutos

Betritt man das Technologiezentrum über den südwestlichen kleinen Innenhof gelangt man zur Rezeption, die gleichzeitig Kontrollpunkt des Areals ist. Hier startet der Rundgang durch das räumliche »Gitter«. Zahlreiche Galerien auf verschiedenen Ebenen erlauben immer wieder neue Einblicke in das Gebäudeensemble. Zur Orientierung dienen die, »im Gitter eingespannten« Module, die mal mehr oder weniger dicht und farbig gestaltet sind.

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Fotos: David Frutos
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Ansicht Nord-Ost, Grafik: Retes Arquitectos
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Grundriss EG, Grafik: Retes Arquitectos
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Modellfoto: Retes Arquitectos

Blickt man hinein in die Anlage, entdeckt man den, durch den Bestand hufeneisenförmig geschlossenen Innenhof, der lediglich zur Nordostseite geöffnet ist. Die Metallstruktur schafft an dieser Seite eine durchlässige »Fassade«, die dem gesamten Innenhof eine klare Ausrichtung gibt. Gleichzeitig verbindet sie die drei Galerien miteinander und lädt durch Balkone auf verschiedenen Ebenen zur Aussicht und zum Verweilen ein. Riesige Kiefern wurden bewusst erhalten und umspielen gemeinsam mit dem Wasserbecken dabei nicht nur den Blick ins Tal, sondern haben gleichzeitig eine mikroklimatische Funktion für den gesamten Gebäudekomplex.

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Foto: David Frutos

Ziel war es, einen tagsüber geschlossen erscheinenden Körper zu entwickeln, der sich in der Dunkelheit nahezu transparent zur Umgebung öffnet.

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Fotos: David Frutos
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Foto: David Frutos

Die Architekten setzen bei diesem Projekt auf einen hohen Erhalt des Bestandes. Mit minimalen Eingriffen soll zweierlei erreicht werden: Eine Architektur mit hohem Wiedererkennungseffekt und eine Steigerung des energetischen Nutzens. Aus diesem Gedanken heraus ergeben sich zwei neue Fassaden, die sich aufgrund der bereits existierenden Gebäude entwickeln: Eine neue Vorsatzfassade, die mit dem Bestand einen Hohlraum bildet, in dem Installationen untergebracht werden und durch den Kältebrücken eliminiert werden, sowie eine Blechvertäfelung innerhalb der äußeren Gitterstruktur, die Schutz vor der Sonne bietet ohne geschlossen zu wirken. Die leichte Erreichbarkeit der Installationen ermöglicht so vor allem eine hohe Flexibilität unterschiedlichster Raumerfordernisse.

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Explosionszeichnung Fassaden
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Detailschnitt Galerie, Grafiken: Retes Arquitectos

Während sich auf der äußersten Gebäudehülle »corporate-farbige« blaue Module ablesen lassen, ist die, zum Innenhof gerichtete Fassade mit diversen geschlossenen und gelochten Modulen in verschiedenen Grüntönen bestückt. Orangefarbende, transparente Module lassen durchschimmern, wo sich Aussichtspunkte und Ruhebereiche innerhalb der Struktur befinden.

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Foto: David Frutos
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Foto: David Frutos

Den Architekten gelingt es durch das räumliche Gitter nicht nur den Innenraum des Bestandes durch einen geringen Eingriff zu erweitern, sondern vor allem eine größere Variation der Raumnutzung zu schaffen. Erschließungsbereiche werden zu Freibereichen zwischen den Baumkronen mit Blick in und auf das Areal und vermitteln gleichzeitig ein prägnantes Bild. Die Nicht-Klimatisierung der Flure und die Nutzung des Regenwassers für die Wasserversorgung des Gebäudes sorgen zudem für Energieeinsparungen. Ohne aufdringlich zu wirken, entsteht so ein offenes räumliches Konstrukt, welches unter ständigem funktionalem Wechsel räumlich und technisch flexibel reagieren kann.


Projektdaten:
Grundfläche: 6.507,36 m²
Kosten: 6.265.904 €
Fertigstellung: 2012

Stichworte:
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 7+8/2014

Fassaden

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