You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken
Zukunft des Bauens 2017, DETAIL

»Klimagerechtes Bauen«, Frankfurt // Programm

Klimagerechtes Bauen – energieeffizient und ökologisch – wird mittlerweile vorausgesetzt und bewegt sich zwischen Hightech- und Lowtech-Ansätzen. Planer und Bauausführende verfügen heute über eine schier unendliche Vielfalt an Technik und Materialien, die ideal miteinander kombiniert, zu energieeffizienten, kosteneffizienten und nachhaltigen Gebäuden führen. Komplexe, integrative Produkte und technische Lösungen sollen die multiplen Bedürfnisse erfüllen, die an moderne Gebäude gestellt werden. Diesen steigenden Anforderungen gilt es, gerecht zu werden, unter der Prämisse einer stetig wachsenden Anzahl an zu berücksichtigenden nationalen und internationalen Normen, Vorschriften und Zertifizierungen. Schränkt diese Reglementierung der Gebäudetechnik die kreative Freiheit im Entwurf ein? Wie viel Technik brauchen wir wirklich, um ein Gebäude qualitativ hochwertig, flexibel, haltbar und nicht zuletzt identitätsstiftend und behaglich zu gestalten?

Die dritte Veranstaltung aus der Reihe »Die Zukunft des Bauens« befasst sich am 26. September 2017 in Frankfurt am Main mit diesen und weiteren Fragen rund um das Thema »Klimagerechtes Bauen«.  Organisiert von DETAIL in Kooperation mit der Forschungsinitiative Zukunft Bau des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung – BBSR sowie des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit – BMUB treffen Experten zu Vorträgen, Diskussionen und Gesprächsrunden zusammen.

Programm

16:00 Uhr    Klimaschutzpotenziale von Gebäuden und Quartieren
Dr. Bernhard Fischer | Referat »Bauen und Umwelt«, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, Bonn

16:30 Uhr    Zeitenwende - Ideen und Konzepte für eine Architektur von 2050
Martin Haas | haas cook zemmrich | STUDIO2050, Stuttgart   

17:00 Uhr    Die Herausforderung der Transformation
Prof. Thomas Auer | Lehrstuhl für Gebäudetechnologie und klimagerechtes Bauen, TU München


17:30 Uhr    Pause

18:00 Uhr    Adaptive Gebäude – Neue Potenziale durch digitale Technologien und Methoden
Arno Schlüter | Professur für Architektur und Gebäudesysteme, Institut für Technologie in der Architektur, ETH Zürich

18:30 Uhr    Beziehungsweise – Bauen im Spannungsfeld von ruralem Alpenraum und urbaner Dichte
Patrick Stremler | Managing Partner, Dietrich | Untertrifaller Architekten, Bregenz, Wien, St. Gallen, Paris, München.

19.00 Uhr    Diskussion
       
19.30  - 20.30 Uhr  Get-together

Fortbilungspunkte:
Mitglieder der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen (AKH) können mit der Teilnahme an der fachbezogenen Fortbildungsveranstaltung "Klimagerechtes Bauen" am 26. September 2017 gemäß § 3 der Fortbildungsordnung der AKH 3 Fortbildungspunkte erwerben k

Kurze Werbepause

Referenten und Vorträge:

Dr. Bernhard Fischer, Zukunft des Bauens 2017, DETAIL

Dr. Bernhard Fischer
Klimaschutzpotenziale von Gebäuden und Quartieren

Vor dem Hintergrund der weit gefächerten Diskussionen zu den Folgen des Klimawandels wurden unterschiedliche Klimaanpassungsstrategien aus übergeordneter quartiers- und raumordnerischer Sicht entwickelt. Im Bundesamt für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) befassen wir uns mit dem Thema, welchen Beitrag einzelne Gebäude und Bauwerke als Mikrozelle des Quartiers hierzu leisten können. Dabei wird deutlich, dass mit weitsichtigen Bauwerkskonstruktionen der Gebäude mit ihren umschließenden Außenanlagen integrierte Umwelt- und Klimapotenziale entwickelt werden können, die den Folgen des Klimawandels entgegenzustellen sind.
Das BBSR zeigt mit aktuellen Forschungsprojekten auf, dass bauphysikalisch berechenbare und bewertbare sogenannte »Klimaschutzpotenziale« des Gebäudes eine aktive positive Beeinflussung nicht nur gegenüber den steigenden Hitzebelastungen hat. Als weiteres Umweltpotential des Bauwerkes wirkt so beispielhaft das Gebäudegrün mit seiner Feinstaubbindung und sogar die Gebäudeklimatisierung mit dem Effekt der Senkung des Energieverbrauches kann als Klimapotenzial verbucht werden. Und nicht letztendlich leisten diese Klimaschutzpotenziale einen deutlichen Beitrag zur der bundesseitig geforderten Steigerung der Biodiversität.
Im BBSR verfolgen wir die Frage, ob neben den bautechnisch bekannten Klimaschutzmaßnahmen diese aktiven Umwelt- und Klimapotenziale einen ökonomischen Vorteil für die Immobilie bewirken können. Kosten-Nutzen Bewertung unter Beachtung einer minimal notwendigen - wünschenswerten – absolut möglichen Wirkung auf das umgebende Kleinklima werden dabei angesprochen.
Derzeit wird ein modulares Gesamtsystem für eine Musterliegenschaft erstellt, welches das Zusammenwirken des Gebäudes mit den Außenanlagen verdeutlicht. In der Entwicklungsphase befindet sich die Modellierung einer abwasserlosen Liegenschaft mit dem Belastungsfall »Starkregen«, in dem die Bauwerksbegrünung eine prominente Rolle einnimmt.
Zukünftig werden konkrete bautechnische Handlungshilfen auf Gebäudeebene einen kleinmaßstäblichen Beitrag zum klimaresilienten Stadtumbau beitragen.

Als studierter Bauingenieur und promovierter Geowissenschaftler ist Dr. Bernhard Fischer im Referat Bauen und Umwelt des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung u.a. verantwortlich für den Baulichen Umweltschutz mit dem Schwerpunkt des Klimaangepassten Bauens.
Neben dem baulichen Objektschutz und bauliche Vorsorge gegen Gefahren aus Hochwasserereignissen, zusammenfasst in der Hochwasserschutzfibel des Bundes, rücken zunehmend baufachliche Themen zur Starkregebewältigung in den Fokus. Mit der Modellierung einer abwasserlosen Liegenschaft zeigt er exemplarisch an einem Starkregenereignis Umweltpotenziale von Bauwerken mit ihren Liegenschaften auf.
Zudem werden von ihm Fragen zum Klimaangepassten Bauen für zukunftssichere Gebäude vor dem Hintergrund des Klimawandels aufgegriffen.

Martin Haas, Zukunft des Bauens 2017, DETAIL

Martin Haas
Zeitenwende - Ideen und Konzepte für eine Architektur von 2050

Unsere Welt ist im Wandel.
Es ist der richtige Zeitpunkt vieles in Frage zu stellen. Denn die Debatte um eine verantwortbare Lebensqualität ist auch Ausdruck eines grundlegenden Aufbruchs. Uns dämmert, dass wir die Art wie wir leben ändern müssen um auch zukünftigen Generationen die gleichen Lebensbedingungen zu ermöglichen.  
Es gilt Mensch, Raum und Umwelt in Einklang zu bringen.
Ob in einer Architektur gearbeitet oder gewohnt wird ist in dieser Betrachtung fast schon nebensächlich. Denn der neue Lebensstil einer ubiquitär vernetzen Wissens- und Informationsgesellschaft unterscheidet kaum noch zwischen Beruf und Freizeit. Der Wunsch nach Lebensqualität, nach Ruhe und Aufmerksamkeit, nach einer selbstbestimmten Kommunikation und dem intensiven Austausch mit anderen bestimmt heute sowohl unser Arbeits- wie auch unser Freizeitleben.
Neben der Berücksichtigung menschlicher Bedürfnisse an ein Raumgerüst liegt in der Entwicklung reagibler Systeme das größte Potenzial zukünftiger Architektur. Ideal wäre, wenn sich unsere Gebäude anpassen und selbstständig durch eine Art Stoffwechsel auf Tages- und Jahreszeiten reagieren, anstatt weiterhin der Idee einer autarken Maschine zu folgen.

Als Partner in Behnisch Architekten war Martin Haas von 1997-2012  unter anderem für die Nord/LB in Hannover, das Haus im Haus, die Unilever Zentrale und den Marco Polo Tower in Hamburg, sowie für das Ozeaneum in Stralsund verantwortlich. Den Schwerpunkt seiner Arbeit legt Haas auf die Entwicklung innovativer und nachhaltiger Architektur. Nach 6 Jahren der Partnerschaft gründet Haas, zusammen mit David Cook und Stephan Zemmrich im April 2012 sein eigenes Büro »haascookzemmrich STUDIO2050« mit Projekten im In und Ausland.
Als Mitbegründer des DGNB ist Martin Haas Mitglied des Präsidiums, und seit 2013 deren Vizepräsident. Ebenso ist Haas wissenschaftlicher Beirat der Bauhaus SOLAR Weimar.
Seit 2008 hat er eine Gastprofessur an der University of Pennsylvania in Philadelphia, USA sowie an der Universita di Sassari in Italien inne.

Prof. Thomas Auer, Zukunft des Bauens 2017, DETAIL

Prof. Thomas Auer
Die Herausforderung der Transformation

Um das durch die EU Carbon Roadmap vorgegebene Ziel eines CO2-neutralen Gebäudebestands bis 2050 zu erreichen sind auf allen Skalierungen Anstrengungen notwendig. Hinzu kommt die Herausforderung durch den demografischen Wandel und einer Urbanisierung – sowie die Notwendigkeit, sich an die verändernden klimatischen Bedingungen anzupassen – und vor allem im städtischen Kontext diese zu regulieren. Die Folge wird ein signifikanter Transformationsprozess sein, der eine Veränderung unserer gebauten Umwelt nach sich zieht. Unerlässlich ist dabei, dass ein solcher Veränderungsprozess immer auch zu einer hohen Aufenthaltsqualität im Innen- wie im Außenraum führt. Dies bedarf es sowohl Maßnahmen zum Klimaschutz als auch zur Klimawandelanpassung. Grundlage hierfür sind angepasste Planungsprozesse (»Form Follows Process« - Chris Bangle, zwischen 1992 und 2009 Head of design bei BMW). Ein integrierter Entwurfs- und Planungsprozess, der zu optimierten Lösungen führt bildet die Grundlage, um angemessene Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit zu finden. Insgesamt kann das Ziel einer vollständigen Dekarbonisierung nur durch einen Transformationsprozess erreicht werden, der einerseits radikal ist, aber immer auch das Wohlbefinden der Menschen im Visier hat.

Thomas Auer ist Geschäftsführer von Transsolar und Professor für Gebäudetechnologie und klimagerechten Bauen an der TU München. Basierend auf einem fundierten Verständnis der integrierten Gebäudetechnik und Energieeffizienz in Gebäuden bzw. Stadtquartieren, arbeitet Thomas Auer an Energie- und Komfort-Konzepte für Projekte auf der ganzen Welt, die sich durch innovatives Design und integralen Energiekonzepten auszeichnen und hierfür mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurden. Forschungsschwerpunkte ist u.a. Form und Materialität und deren Auswirkung auf Energieeffizienz und Aufenthaltsqualität in unterschiedlichen Skalierungsgraden – Raum, Gebäude, Quartier.

Arno Schlueter, Zukunft des Bauens 2017, DETAIL

Prof. Arno Schlüter
Adaptive Gebäude – Neue Potenziale durch digitale Technologien und Methoden

Im Kontext von Klimawandel, Energiewende und Nutzerkomfort müssen Gebäude neben Energieerzeugern auch zu aktiven Gestaltern ihres Innen- und Außenklimas werden. Dies gilt insbesondere in wachsenden Städten, in denen sich die Herausforderungen durch Wärmestau, Ressourcenknappheit und Wechselwirkungen mit anderer Infrastruktur vervielfachen. Entwurf, Umsetzung und Betrieb solcher Gebäude erfordern ein besseres Verständnis ihres energetisch-klimatischen Verhaltens auf verschiedenen Maßstäben. Digitale Technologie und Methoden bieten hier große Potentiale. Von der Datenakquise mittels minimierter Sensoren über die Verwendung künstlicher Intelligenz in Design und Betrieb bis hin zur digitalen Fabrikation völlig neuer Bauteile – die Verfügbarkeit von Daten, deren Modellierung, Analyse und Übersetzung in den physischen Raum erlauben neue Ansätze und das Verschieben des bisher Machbaren. Der Vortrag gibt einen Einblick in die aktuelle Forschung zum Thema an der Professur für Architektur und Gebäudesysteme an der ETH Zürich und am Future Cities Lab in Singapur.

Arno Schlüter ist Professor für Architektur und Gebäudesysteme am Institut für Technologie in der Architektur (ITA) der ETH Zürich. Seiner Ausbildung als Architekt an der TU Karlsruhe folgte ein Masterstudium im Bereich Informationstechnologie im Bauen, die Promotion sowie eine Assistenzprofessur im Bereich Informations- und Gebäudetechnologie an der ETH Zürich. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit Energie und Klima im Gebäude und deren synergetische Integration in die architektonische Gestaltung unter Verwendung von daten- und computerbasierten Ansätzen. Seit 2013 ist er zudem principal investigator am SEC Future Cities Lab in Singapur. Als Mitgründer und Verwaltungsrat des ETH-Spinoffs KEOTO trögt er seit 2009 dazu bei, innovative Ansätze der Architektur- und Gebäudetechnik in Strategie-, Planungs- und Bauprojekten umzusetzen.

Patrick Stremler, Zukunft des Bauens 2017, DETAIL

Patrick Stremler
Beziehungsweise – Bauen im Spannungsfeld von ruralem Alpenraum und urbaner Dichte

Der Bezug zum Ort und damit vor allem zum kulturellen Hintergrund des Projektes ist ein bestimmender Faktor in der Architektur von Dietrich | Untertrifaller. Im Spannungsfeld der Projekte zwischen dem ruralen Alpenraum und der urbanen Dichte europäischer Großstädte ergeben sich Überschneidungen, die den Übergang zwischen High-Tech und Low-Tech verwischen. Lebensqualitäten gründen dabei nicht nur auf Faktoren, wie thermische Behaglichkeit und Funktionalität, sondern ebenso auf dem Verständnis für lokales Handwerk, Innovation und Raum.
 
Patrick Stremler, Architekt und Geschäftsführer von Dietrich | Untertrifaller Architekten, wurde 1979 in Aachen geboren. Während seines Studiums an der Universität Karlsruhe arbeitete er in verschiedenen renommierten Architekturbüros und ab 2002 regelmäßig mit Helmut Dietrich und Much Untertrifaller. Nach seinem Studium war Patrick Stremler als Projektleiter und später als Projektpartner bei Behnisch Architekten in Stuttgart tätig.
Seit 2016 leitet er gemeinsam mit Helmut Dietrich, Much Untertrifaller und Dominik Philipp die Büros von Dietrich | Untertrifaller in Bregenz, Wien, St. Gallen, Paris und München.

Alle Veranstaltungen im Überblick


Wir bitten um Ihre verbindliche Anmeldung. Über das Online-Tool können Sie sich bereits Ihre Tickets für die gesamte Veranstaltungsreihe sichern. Die Teilnahme ist kostenfrei.

29. Juni 2017, Hamburg
INTEGRALE PLANUNG
Bau- und Prozessmanagement 4.0
> Weitere Informationen
> Anmeldung

18. Juli 2017, Köln
STÄDTISCHES WOHNEN IM WANDEL
Kostengünstig und lebenswert
> Weitere Informationen
> Anmeldung

26. September 2017, Frankfurt
KLIMAGERECHTES BAUEN
Lebensqualität im Spannungsfeld von Hightech und Lowtech
> Anmeldung

26. Oktober 2017, Leipzig
CHANCE BESTAND
Umbauen, Umnutzen, Umdenken
> Weitere Informationen
> Anmeldung

21. November 2017, München
MATERIAL UND KONSTRUKTION
Von der Forschung zur Anwendung
> Anmeldung

Partner und Sponsoren der Veranstaltung sind:

Zukunft des Bauens 2017, DETAIL research
Aktuelles Heft
DETAIL 9/2018
DETAIL 9/2018, Schulen

Konzept: Schulen

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.