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Lamellen-Metalldecke für den Neubau der Wasserwelten in Braunschweig

So hat die Anlage auch zwei Seiten: Eine städtische, in der man über Straßen, einen Parkplatz und eine großzügige, leicht geneigte Promenade ankommt, und eine landschaftliche, die sich hin zur Flussaue orientiert und eine strenge Gartenordnung langsam in die Natur auslaufen lässt. Dazwischen liegt der langgestreckte, orthogonale Baukörper des Schwimmbades, der durch die umlaufende Glasfassade Durchlässigkeit zwischen beiden Seiten demonstriert. Oberhalb der Glasfront scheint ein Dachkörper zu schweben, der mit einer Fassade aus Aluminiumlamellen verkleidet ist.

Die Transparenz setzt sich im Inneren fort. Man betritt ein raumhoch verglastes Foyer, das Überblick auf die tiefer gelegene Schwimmhalle gewährt und eine weite Sicht in den angrenzenden Grün- und Naturraum bietet. Vom Foyer aus erreicht man die unterschiedlichen Welten: Die Sportwelt mit Fitnessanlagen und Sportschwimmbecken, Wellnesswelt mit Massage- und Ruheräumen, Saunawelt mit eigenem geschütztem Freibereich und natürlich die Badewelt – der größte Bereich mit Rutschen, Sprung­becken, Strömungskanal und Außenbecken. Der jeweiligen Nutzung entsprechend von Sport und Spaß bis Kontemplation – ver­liehen die Architekten den verschiedenen Bereichen jeweils eine eigene Identität und eine spezifische Atmosphäre.

Die Gestaltung des Sauna- und Wellnessbereichs wurde so inspiriert von der regionalen Harz- und Heidelandschaft. Den Gegensatz zur klaren, funktionalen Geometrie des Sport- und Aktivbeckens bildet die Gestaltung des Freizeitbad-Abschnitts mit unterschiedlich genutzten Bereichen, die durch geschwungene und wellenförmige Linien voneinander getrennt sind. Diese spielerische Linienführung setzt sich im Außenbereich fort und prägt auch die Gestaltung der Außenanlagen mit Außenbecken und Badeteich. Außen gibt es zwei Außensaunen und das Ruhehaus mit Lärchenholzfassade, die sich um einen Badeteich gruppieren. Als jeweils eingeschossige Kuben mit großen Fensteröffnungen und raumhohen Panoramafenstern gestaltet, inszenieren sie Ausblicke in das Gelände.

Zur Orientierung dient auch die farbliche Gestaltung. Im Sportbereich setzt die Farbe Blau Akzente in Beckenumrandungen, beschichteten Multiplexmöbeln oder farbig emailliertem Glas. Der Saunabereich wird durch Rot bestimmt und in den Badewelten herrscht ein frisches Grün vor. Für die einheitliche Linie sorgen die großen Flächen. Die Wände und tragenden Säulen sind in Sichtbeton gehalten, der Boden gibt Erdung mit dunklem großflächigem Feinsteinzeug, das im wilden Verband verlegt wurde. Alles spiegelt sich in der Paneeldecke von Nagelstutz und Eichler wider. Sie vermittelt Leichtigkeit, überrascht aber in ihrer Materialität. Denn ursprünglich war hier eine Decke aus Holzlamellen vorgesehen. Diese waren jedoch aus brandschutz- und wartungstechnischen Gründen nicht geeignet.

Um diese Lamellenstruktur nachzuempfinden und gleichzeitig die Vorteile einer Metalldecke zu nutzen, entschieden sich die Architekten in Zusammenarbeit mit Nagelstutz und Eichler für eine Sonderanfertigung: Die Paneele haben einen Querschnitt von 50 x 50 mm. Auch bei der Festlegung der Farbe hatten die Architekten von KSP klare Vorstellungen. Um zu große Einheitlichkeit zu vermeiden und farbliches Spiel einzubringen, bestimmten sie sowohl für die Fassade als auch für die Innendecken zwei Eloxaltöne – die Wahl fiel auf die Farbvarianten Aluminium Natur und Bronze. Die Außenverkleidung soll sich so optisch nach innen weiter an der Decke fortsetzen. Gleichzeitig sollte die Decke nach innen hin immer heller werden.

Entsprechend komplex war der Verlegeplan. Er gab genau vor, welche Farbe an welcher Stelle zu verlegen war. Weitere Herausforderungen bildeten der geforderte, exakte Abstand von 50 mm zwischen den Paneelen sowie Spannweiten von bis zu 3 m. Hier kamen die Produktvorteile der »NE-Paneele« zum Zuge. Das System lässt sich einfach mit Tragschienen und über Abhänger montieren und auch justieren. Unterkonstruktion und Paneele sind ab Werk gegen Korrosion geschützt. Die Paneele sind sehr einfach an den Tragschienen einzuhängen und für Wartungsarbeiten ebenso leicht zu entfernen. Lautsprecher, effektvolle Lichtanlagen und Revisionsöffnungen erforderten zahlreiche Ausschnitte, die im Verlegeplan ebenfalls zu berücksichtigen waren. Die Paneele lassen durch ihre einfache Bearbeitbarkeit aber auch schnelle Größenanpassungen
vor Ort zu.

Die Paneel-Sonderanfertigung hatte noch ­einen weiteren positiven Effekt: durch die Tiefe der Elemente und auch der Zwischenräume ergibt sich auch ohne Perforation der Paneele eine sehr gute Schallabsorption. Das dämpft die Lärmentwicklung im Spaßbereich und macht aus den Wellnessbereichen Oasen der Ruhe.

Weitere Informationen: Nagelstutz und Eichler GmbH & Co. KG, Oer-Erkenschwick

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Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 7+8/2016
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