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Case Design, Avasara Academy

Lernen auf dem Freiluftcampus: Case Design entwerfen die Avasara Academy

Die neue Sekundarschule von Case Design befindet sich in der hügeligen Agrarlandschaft am Rande der Gemeinde mit dem treffenden Namen Knowledge City. Avasara bedeutet übersetzt Möglichkeit. Diese erhalten die Schülerinnen in der Avasara Academy in Form von Bildung – unabhängig von sozialer Stellung, Kaste, Religion und Hautfarbe. Bei der Übersetzung dieser Ideologie in eine Architektur knüpfte Case Design respektvoll an lokale Beispiele von Wohn-, Sakral- und Bildungsbauten an. In enger Zusammenarbeit mit Anwohnern, einheimischen Handwerkern, Ingenieuren und Künstlern sollte ein Ort entstehen, an dem sich die Studentinnen zuhause fühlen.

Realisiert wurden sechs ähnlich aufgebaute Gebäude mit Klassenzimmern jeweils im Erd- und ersten Obergeschoss, gefolgt von zwei Etagen mit Schlaf- und Aufenthaltsräumen. Das Cluster überzeugt mit einem charmanten Mix aus Rohbaucharakter und Detailliebe. Die bis an die Außenkante geführten Stahlbetondecken gliedern die Fassaden horizontal und wirken als eine Art Brise Soleil. Die dazwischen gesteckten Räume und Gänge springen leicht zurück. So entsteht eine extrem durchlässige Struktur, die teils nur auf Stützen hüllenlos ruht.

Roher Beton, örtlicher Naturstein und großzügige Fensterflächen werden komplettiert durch Verschattungen aus Bambusmatten. Farbige Akzente durch bunte Mosaikböden und verschiedene Pastelltöne an allen Decken verleihen dem Entwurf von Case Design noch mehr Lebendigkeit.

Die Avasara Academy gruppiert sich auf dem abfallenden Gelände um eine lockere Anlage aus Wegen, Höfen, Gärten und Terrassen. Die geschickte Anordnung der Baukörper, eine klimaorientierte Raumplanung sowie das Materialkonzept ermöglichten einen ökonomisch effizienten, flexiblen und nachhaltigen Campus. So konnte trotz geringem Budget sogar der Passivhausstandard erreicht werden.

Natürliche Belüftung erfolgt durch frische Außenluft, die durch Erdschächte vorgekühlt in die offenen und geschlossenen Räume diffundiert. Letztere rückten Case Design an die Fassade, damit die Luft mittig ungehindert zirkulieren kann. Zentral sind drei Schlote in die Kerne integriert, die die warme Abluft auf dem Dach als Solarkamine entlassen. Außerdem sorgt die große thermische Speichermasse von Stein und Beton für ein ganzjährig gemäßigtes Raumklima. Photovoltaikmodule liefern Strom für Licht und zusätzliche Deckenventilatoren in den Klassenzimmern. Die Warmwasserversorgung erfolgt durch Solarthermie auf dem Dach.

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Weitere Informationen:

Energie-/Lüftungsplanung: Transsolar KlimaEngineering, Stuttgart (DE)
Tragwerksplanung: Strudcom, Pune (IN)

 

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