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Minimalistisch und großzügig: Wohnhauserweiterung in London

Lipton Plant Architects realisieren trotz minimalem Raum ein großzügiges Zuhause. Die kreative Nachverdichtung der Londoner Reihenhaushälfte ist ein gelungenes Beispiel, begrenzt vorhandenen Wohnraum gekonnt zu vergrößern und dem Inneren einen geräumigen, spielerischen Charakter zu verleihen.

Architekten: Lipton Plant Architects, London
Standort: Clonbrock Road, Stoke Newington, Hackney, North London

Lipton Plant Architects entwarfen in Stoke Newington, einem Stadtteil im Nordosten Londons, eine Erweiterung für ein über 50 Jahre altes, mit dunklem Klinker verkleidetes Reihenhaus. Auf dem keilförmigen Grundstück, das sich in Richtung des Gartens verjüngt, entstand eine 2-geschossige Erweiterung, die der Familie mit viel Charme ein großzügiges Wohnen schenkt. Anbau und Bestand sind deutlich zu unterscheiden: Der helle Ziegel des Neubaus hebt sich von der dunklen Klinkerfassade des Altbaus ab und auch im Gefüge der Reihenhäuser sticht der Neubau aufgrund der asymmetrisch auskragenden Fassade hervor. Gleichzeitig dient diese Auskragung als Vordach für den großflächig verglasten Eingangsbereich.

Dagegen setzen die Architekten im Innenraum auf eine einheitliche Gestaltung. Beim Betreten des aus Alt- und Neubau gekoppelten Wohnhauses beeindruckt dessen Offenheit. Geöltes Kiefernholz und weiße Wände dominieren die hellen Innenräume und verleihen ihnen eine freundliche, einladende Atmosphäre. Auch das Innere des Bestandsgebäudes erstrahlt nach Sanierung und Neugestaltung in neuem Glanz: Die alten Dielen wurden geschliffen und geölt und passen sich so dem neuen Kiefernholzboden an. Raumhohe Fenster durchfluten die Räume mit Tageslicht. 

Als Allraum finden sich die gemeinschaftlichen Bereiche Wohn- und Esszimmer mit Küche im Erdgeschoss wieder. Über dem Boden schwebt die maßgeschneiderte Küchenzeile. Durch die Anpassung der Küchenarbeitsplatte an das Kiefernholz des Bodens entsteht ein einheitliches Bild. Bunte Akzente, wie die leicht rosafarbenen Küchenmöbel und der sonnengelbe Rahmen der Terrassentür, lockern das Gesamtbild auf. Die Haupterschließung befindet sich im asymmetrischen Erker des Neubaus. So nimmt die Holztreppe dem Wohnraum kaum Platz und unterstützt dennoch mit weiß lackierter Auftrittsfläche und facettierter Unterseite die Raumstimmung. Im Hinblick auf maximale Raumnutzung wird sogar die Fläche unter der Treppe als Spielecke oder als Staufläche genutzt. Der Eingangsbereich kann mittels einer Holztür von den Gemeinschaftsräumen abgetrennt werden.

Betritt man das Obergeschoss, reihen sich vier Schlafzimmer und ein Badezimmer an den Flur an. Durch die Verlegung der privaten Rückzugsorte nach oben findet eine klare vertikale Trennung von gemeinschaftlichen und privaten Räumen statt.

Obwohl die Architekten den Anbau ebenfalls mit einer Ziegelfassade versehen haben, ist eine deutliche Trennung von Neu- und Altbau erkennbar. Dies liegt nicht nur am Farbunterschied beider Ziegelfassaden. Auch die markante Ecke setzt neben dem Altbau einen klaren Akzent.

Weitere Informationen:

Projektleiter:
Edward Lipton
Mitarbeit: Michael Rees

Stichworte:
Aktuelles Heft
DETAIL 3/2019
DETAIL 3/2019, Forschung und Lehre

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