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Miteinander verflochten: Lehren und Shoppen im Väre Universitätsgebäude

Miteinander verflochten: Lehren und Shoppen im Väre Universitätsgebäude

Der Masterplan, den Aino und Alvar Aalto in den 1940er-Jahren für den Universitätscampus in Espoo entwickelt haben, sieht ein Gelände mit Dorfcharakter vor. Kleine, an die Topografie angepasste Häuser, die sich in Gruppen zusammenschließen, sollen gemeinsam eine Institution bilden. Neben den Aaltos verwirklichten auch andere finnische Architekten wie Heikki und Kaija Sirén sowie Reima und Raili Pietilä in den 1960er-Jahren Gebäude auf dem Otaniemi Campus.

Nun war aber eine größere Struktur gefragt, um als neues Hauptgebäude der Aalto Universität zu dienen. Verstas Architekten entwarfen deswegen ein Gebäude mit segmentierter, mehrmals geknickter Fassade, das den Eindruck eines Zusammenschlusses mehrerer kleiner Baukörper erweckt. Das Väre Gebäude steht jenem der Aaltos gegenüber. Gemeinsam spannen sie einen neuen Platz auf, der ein Gefühl von Urbanität auf das grüne Gelände bringt. Eine Tramlinie, die in Zukunft dort halten soll, ist schon in die Planung miteinbezogen worden.

Im Inneren überrascht das Gebäude dann mit einer unerwarteten Großzügigkeit. Viergeschossige Atrien mit freistehenden Treppen dienen den Studierenden als Ateliers und Aufenthaltsräume. Das Gebäude vereint die Fakultät für Kunst, Design und Architektur mit jener für Wirtschaft. Im Grundriss erscheinen die Räume wie geflochtene Stränge. Das gesamte räumliche Konzept ist darauf ausgelegt, im Alltag zufällige Begegnungen zu provozieren und dadurch innovative Ideen zutage zu fördern. Die Architektur soll den Grundstein für das nächste kreative Start-up legen.

Zum Flechten braucht es aber mindestens drei Stränge. Der dritte Strang ist in diesem Fall das »A bloc« Einkaufszentrum, das ebenfalls im Hauptgebäude Platz findet. Ein Supermarkt, Restaurants, Bars, Einzelhandel und ein Fitnessstudio bringen lang ersehnte Infrastruktur in die Gegend außerhalb von Helsinki.

Diverse Maßnahmen zeugen vom Bewusstsein für eine ökologische Verantwortung. Einerseits ist die Integration des öffentlichen Nahverkehrs mit der U-Bahn Station im Keller ein Schritt weg vom Autoverkehr – das Gebäude wurde symbolträchtig auf einem ehemaligen Parkplatz errichtet – andererseits versorgt eine Wärmepumpe die Räume mit 90% der benötigten Wärme. Zusätzlich fließt Strom von Solarpaneelen auf dem Dach in das System ein und 75% des entstandenen Bauschutts konnten recycelt werden.

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Weitere Informationen:

Team: Jussi Palva, Väinö Nikkilä, Riina Palva and Ilkka Salminen, Aapo Airas, Aino Airas, Heidi Antikainen, Otto Autio, Anna Björn, Kari Holopainen, Erik Huhtamies, Anna Juhola, Jukka Kangasniemi, Saara Kantele, Pyry Kantonen, Sari Kukkasniemi, Emma Kuokka, Oksana Lebedeva, Johanna Mustonen, Ville Nurkka, Arto Ollila, Milla Parkkali, Miguel Pereira, Pasi Piironen, Teemu Pirinen, Anna Puisto, Aleksi Räihä, Pekka Salminen, Lauri Salo, Katri Salonen, Juhani Suikki, Maiju Suomi, Anniina Taivainen, Tuulikki Tanska, Ilkka Törmä (Design Team), Soile Heikkinen (Landschaftsarchitekt), Tero Hirvonen, Karola Sahi (Innenarchitekten)
Projektmanager: Mikko Rossi
Kosten: Ca. 140 Millionen €
Wettbewerb: April 2012 – August 2013 (1. Platz)
Grundsteinlegung: Januar 2016
Grundfläche: 45400 m²

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