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Museum und Stadtteilzentrum für ein Township in Johannesburg

Peter Rich Architects, Johannesburg

Das einfach und robust konstruierte, klar aber dennoch vielschichtig gestaltete „Alexandra Heritage Centre“ zeigt, wie Architektur soziale Prozesse fördern kann, wie scheinbar unterprivilegierte Bewohner an Konzept, Entwurf und Bau eines Museums und neuen Zentrums für ihr Township teilhaben können.

Schon in den 1970er-Jahren hatte der südafrikanische Architekt Peter Rich traditionelle Siedlungen von Schwarzen untersucht und dokumentiert, als Reaktion auf die Zerstörung von Dörfern durch das Apartheidregime. In der Arbeit mit Stammesgemeinschaften fungierte er auch als Vermittler und Aktivist. Beteiligung und Förderung der Bewohner, aber auch der Respekt für den kulturellen Kontext rückten zunehmend in den Vordergrund.

Sehen Sie hier, zusätzlich zur ausführlichen Dokumentation in der Jubiläumsausgabe DETAIL 4/2011, Impressionen zum Projekt.

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Foto: Peter Rich

Im dicht bebauten Township besetzt das Zentrum zwei Eckgrundstücke sowie den verbindenden Luftraum.

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Foto: Peter Rich

Die Architektur des Gebäudes thematisiert den Gegensatz zwischen der scheinbar zufälligen Ästhetik des dichten, bunten Townships und seiner zugrunde liegenden wohl überlegten räumlichen Ordnung. Dementsprechend ist die Gebäudestruktur als Stahlskelett konzipiert, das gefüllt ist mit einer Collage unterschiedlicher Materialien, inspiriert von den oft aus der Not geborenen, aber dennoch lebhaften Farben und Texturen der Umgebung. Das Zusammenspiel aus Lehmziegeln, Stahlprofilen und Polycarbonatplatten bezeichnen die Einheimischen liebevoll als „Jazz architecture“.

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Blick über die Dächer des Townships auf das Alexandra Heritage Centre (Bauphase).

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Foto: Peter Rich

Die Ausstellungshalle überbrückt und inszeniert die Straße, ganz wörtlich hebt sie die Geschichte des Ortes empor.

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Foto: Rob Rich

Eine lange, in traditionellem Stil mit Stein verkleidete Rampe führt zu den Gemeinderäumen im ersten Obergeschoss.

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Foto: Thomas Madlener

Detail der Rampenbrüstung

Foto: Thomas Madlener

Detail Fenster

Foto: Rob Rich

Beschichtete Aluminiumstreifen setzen den horizontal orientierten Polycarbonatbändern einen vertikalen Rhythmus entgegen.

Präzise in die Fassaden gesetzte Stahlwinkel definieren kleine Fenster.

Foto: Thomas Madlener

Den farbigen Glasscheiben liegen von Bewohnern gemalte, abstrahierte Bilder des Townships zugrunde.

Beim Blick durch die Fenster überlagern sich Abstraktion und Realität.

Foto: Thomas Madlener

Die öffenbaren Fenster lassen die Geräusche des Townships nach oben dringen.

Foto: Thomas Madlener

Den Ausstellungsraum prägt eine lichte Atmosphäre, mit sanftem, von der transluzenten Fassade gefiltertem Licht. Die für die Mauerwerksabschnitte verwendeten Lehmziegel wurden mit mobilen Hydraulikpressen selbst produziert, mit Erde aus einem Umkreis von 10 km.

Foto: Rob Rich

Die vielseitig verwendbaren Lehmziegel eignen sich auch als Kindermöbel (bei einer »Heritage Party« vor der Eröffnung).

Gekurvtes Mauerwerk schließt den Toilettenblock ab. Zur Belichtung sind senkrechte Acrylglasplättchen zwischen die Lehmziegel gesetzt.

Acrylglasplättchen zwischen den Lehmziegeln der Toilettenwand.

Unter Anleitung des Architekten gestalteten Anwohner Mosaikfelder aus Marmorverschnitt.

Foto: Thomas Madlener

Die von Bewohnern gestalteten Mosaike aus Marmorverschnitt verleihen den öffentlichen Platzflächen eine besondere Note.

Stichworte:
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 4/2011

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