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Mut zur Lücke: Patisserie und Wohnhaus von Yuko Nagayama

Elegant präsentieren sich feine Backwaren in einer Patisserie, darüber ein schwebender Betonkörper, so wirkt das Haus von Yuko Nagayama & Associates in Katsutadai auf Fußgänger. Es fügt sich zurückhaltend zwischen große Häuser und sticht heraus durch seine interessante Erscheinung. Das Haus liegt im Stadtteil Katsutadai der japanischen Stadt Yachiyo, nicht weit entfernt von Tokio. Blickpunkt ist die Lücke zwischen dem Laden, der sich als Sockel präsentiert und einem schwebenden Wohnraum darüber.

Architekten: Yuko Nagayama & Associates, Tokio    
Standort: Katsutadai, Yachiyo, Präfektur Chiba, Japan

Mut zur Lücke: Patisserie und Wohnhaus, Yuko Nagayama & Associates, Daici Ano
Foto: Daici Ano

Das »Katsutadai Haus« steht auf dem klassischen japanischen Baugrund, länglich und schmal. Geht man die Straße entlang, fällt als erstes eine marmoriert verputzte Mauer ins Auge. Was sich hinter dieser 1,80 Meter hohen Trennwand abspielt, sieht man durch eine eingangsartige Öffnung: Hinter einer komplett verglasten, leicht zurückgesetzten »zweiten« Front, locken »süße Auslagen« und werben mit inszenatorischer Raffinesse um Aufmerksamkeit.

Vor der Ladentür gibt es einen ruhigen, überdachten Eingangsbereich mit Begrünung, er soll laut Architektin den Wind und die Geräusche der Straße ins Innere tragen. Er lehnt sich an den Genkan, den traditionellen japanischen Vorraum an. Eine hölzerne Tür sitzt in der Stahlglaskonstruktion, jene ist Vorderseite und Dach des Ladens zugleich.

Im Inneren sind die Stahlträger der Glaskonstruktion sichtbar, durch die Glasflächen wird die Konditorei mit Licht durchflutet. Die an der Rückseite liegende Holzvertäfelung zieht sich bis zur Unterkante des Apartments. Hinter dem Verkaufsbereich liegt die Backstube.

Mut zur Lücke: Patisserie und Wohnhaus, Yuko Nagayama & Associates, Daici Ano
Patisserie, Foto: Daici Ano
Mut zur Lücke: Patisserie und Wohnhaus, Yuko Nagayama & Associates, Daici Ano
Foto: Daici Ano

Die Treppe zum Wohnbereich des Hauses führt zwischen Produktionswerkstätte und Verkaufsraum hindurch ins erste Stockwerk. Über einen Laubengang gelangt man in die Wohnung. Schlafzimmer und Badezimmer werden vom Flur aus erschlossen.

Mut zur Lücke: Patisserie und Wohnhaus, Yuko Nagayama & Associates, Daici Ano, Treppe
Foto: Daici Ano
Mut zur Lücke: Patisserie und Wohnhaus, Yuko Nagayama & Associates, Daici Ano, Flur
Flur, Foto: Daici Ano
Mut zur Lücke: Patisserie und Wohnhaus, Yuko Nagayama & Associates, Daici Ano, Bad
Badezimmer, Foto: Daici Ano

Die Besonderheit im zweiten Obergeschoss ist, dass die Hälfte der Fläche auskragt und über dem gläsernen Dach des Geschäfts schwebt. Auf dieser Fläche befindet sich die Wohnküche mit anschließender Terrasse. Auf der anderen Seite der Erschließung, platziert sich das Kinderzimmer mit zwei Zugängen.

Mut zur Lücke: Patisserie und Wohnhaus, Yuko Nagayama & Associates, Schnitt
Schnitt, Plan: Yuko Nagayama & Associates
Mut zur Lücke: Patisserie und Wohnhaus, Yuko Nagayama & Associates, Grundriss
Grundriss EG, Plan: Yuko Nagayama & Associates
Mut zur Lücke: Patisserie und Wohnhaus, Yuko Nagayama & Associates, Grundriss OG1
Grundriss OG1, Plan: Yuko Nagayama & Associates
Mut zur Lücke: Patisserie und Wohnhaus, Yuko Nagayama & Associates, Grundriss OG2
Grundriss OG2, Plan: Yuko Nagayama & Associates
Mut zur Lücke: Patisserie und Wohnhaus, Yuko Nagayama & Associates, Daici Ano, Wohnküche
Wohnküche, Foto: Daici Ano
Mut zur Lücke: Patisserie und Wohnhaus, Yuko Nagayama & Associates, Daici Ano, Flur
Flur Kinderzimmer, Foto: Daici Ano
Mut zur Lücke: Patisserie und Wohnhaus, Yuko Nagayama & Associates, Daici Ano, Flur
Flur Wohnküche, Foto: Daici Ano
Mut zur Lücke: Patisserie und Wohnhaus, Yuko Nagayama & Associates, Daici Ano, Kinderzimmer
Kinderzimmer, Foto: Daici Ano

Monolithisch thront der Betonkörper, über dem luftig wirkenden Fundament. Die einzelnen Teile harmonieren miteinander und ergeben eine neue Form. Da man in ihrem alten Haus den Kinderlärm in der darunterliegenden Konditorei hörte, war es ein Anliegen der Auftraggeber an die Architektin, diesem Problem Abhilfe zu schaffen. Daraufhin entwarf Yuko Nagayama eine deutliche Separierung zwischen Wohnen und Verkaufsfläche. Das ganze Haus schottet sich respektvoll zu den Nachbarhäusern an beiden Seiten ab, um störende Blickbeziehungen zu vermeiden. Im Wohnbereich war es die Intention, Privatsphäre zu gewährleisten, darum werden die Innenbereiche über begehbare Terrassen belichtet.

Mut zur Lücke: Patisserie und Wohnhaus, Yuko Nagayama & Associates, Daici Ano
Foto: Daici Ano

Das Bauwerk besteht aus Beton, konstruktiv steht es auf Stahlstützen. Alle verwendeten Materialien sind aufeinander abgestimmt und erzeugen ein stimmiges Gesamtbild. Die drei Bereiche des Hauses sind durch die unterschiedliche Fassadengestaltung voneinander abgesetzt. Japanisches Design und außergewöhnliche Problemlösung führen beim »Katsutadai Haus« zu deutlich mehr als einem schönen Lückenfüller.

Mut zur Lücke: Patisserie und Wohnhaus, Yuko Nagayama & Associates, Daici Ano
Foto: Daici Ano

Projektdaten:
Gesamtfläche:
100 m²
Bebaute Fläche: 79,9 m²
GFZ: 178,5 m²
Baujahr: 2013

 

Weitere Projekte zum Thema »Bauen mit Beton« finden Sie in unserer Ausgabe
DETAIL 2014/6

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