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Line Ramstad, Thailand, Highschool

Nachhaltige Architektur als Werkzeug für die Gemeinschaft: Gyaw Gyaw

In Noh Bo, einem kleinen, abgelegenen Dorf an der Grenze zwischen Myanmar und Thailand, fand sich 2008 das Team von Gyaw Gyaw zusammen. Line Ramstad, eine norwegische Landschaftsarchitektin, schloss nach ihrer Ankunft im Rahmen eines anderen Projektes schnell Freundschaft mit den Bewohnern vor Ort. Gemeinsam gründeten sie kurz darauf die Organisation Gyaw Gyaw, die inzwischen über 70 Projekte für und mit den Karen realisieren konnte. Die ethnische Minderheit der Karen wird in Myanmar seit 1949 gewaltvoll unterdrückt.

Oberste Prämisse der Arbeit von Gyaw Gyaw ist es, keinen Schaden anzurichten. Im Kontext der Entwicklungshilfe ist das leider nicht immer der Fall und so werden neue Projekte der Organisation stets auf Grundlage lokaler Initiativen und gründlicher Recherchen bezüglich des tatsächlichen Bedarfs ausgewählt. So kann das Team differenzieren, ob ein Auftraggeber wie eine Schule oder eine Dorfgemeinschaft nur einen kurzfristigen Bedarf für dieses oder jenes Gebäude sieht, oder ob sie bereit sind, in enger Zusammenarbeit mit Gyaw Gyaw und den anderen Akteuren im Ort ein Projekt zu entwickeln. Auf diesem Weg wird die Architektur, die dabei innerhalb bestehender sozialer Strukturen entsteht, zum Mittel einer wirtschaftlich rentablen, ökologisch nachhaltigen aber auch kulturell akzeptierten Entwicklung.

Dabei setzen Gyaw Gyaw architektonische Mittel ein, die der traditionellen Architektur entlehnt sind, wie zum Beispiel eine offene Bauweise. Die konstante, passive Lüftung der Bauten ist ideal für das feuchte Klima während der Regenzeit und die hohen Temperaturen im Rest des Jahres. Jedes Gebäude ist an die Landschaft angepasst und fängt so viel Tageslicht wie möglich ein, ohne direkte Sonneneinstrahlung zuzulassen. Die Entwürfe richten sich nach den lokalen Lebensgewohnheiten.
Lehm und andere lokale Baumaterialien wie Holz und Bambus dienen als nachwachsende, umweltfreundliche Alternativen zu Beton. Gleichzeitig schrumpft so die Abhängigkeit von importierten Produkten während Arbeitsplätze und Wirtschaft vor Ort gefördert werden.

Gyaw Gyaw bedeutet in der Regionalsprache „Schritt für Schritt“. Getreu diesem Motto trägt die Arbeit dazu bei, in der ruralen Gegend zwischen Myanmar und Thailand Infrastruktur aufzubauen. Mitarbeiter und Handwerker werden zudem ermächtigt, in jeden Schritt der Entwicklung involviert zu sein. So wird ein Vertrauensverhältnis aufgebaut und die Bewohner eignen sich das fertiggestellte Gebäude tatsächlich an. Innerhalb der Gruppe werden demokratische Prozesse durch flache Hierarchien gelebt und praktiziert. Diese flache Hierarchie demonstriert nebenbei die Wirkweise eines demokratischen Prozesses.

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Weitere Informationen:

Geschäftsführerin: Paw Eh Wah
Gründer/Bauleitung: See Da Pah
Gründer/Zimmerer: Pah Me, Phillipa
Zimmerer: Kee Kee Pah
Baustellenverwaltung/Ausbildung: Phaw Reh Mo
Verwaltung: Saw Dee
Auszubildender: Pah Da
Architektin seit 2016: Jae-Young Lee
Architekt seit 2017: Daniel Evensen

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