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Tectoniques, Jugendzentrum, Lyon

Nahe Lyon: Haus der Künste und Jugendzentrum von Tectoniques

Der Neubau des „Maison des Arts“ und des „Maison des Jeunes“ ist Teil einer neuen Generation von Projekten des Architekturbüros Tectoniques, das sich ursprünglich auf reine Holzbauten spezialisiert hatte. Für das dreistöckige Gebäude wählten sie eine Tandemstruktur aus Beton in den unteren Stockwerken und Holz mit einer perforierten Metallverkleidung im obersten Stockwerk.

Das schmale Grundstück befindet sich in Hanglage zwischen einer Straße und Bahngleisen inmitten einer Villengegend mit vielen grünen Gärten und hohen Bäumen. Um die Anlage akustisch vom Lärm der Eisenbahn zu isolieren, erbauen Tectoniques diese auf einem Betonsockel. Sie machen sich den Höhenunterschied des Geländes zu nutze und integrieren das eigenständige Jugendzentrum in die Steigung des Hangs. Das Maison des Jeunes erhält so einen separaten Eingang im Norden Richtung Skatepark. Weiter oben am Hang an der Südseite befindet sich der Haupteingang zum Kunstzentrum. Die Glasfassade im Eingangsbereich wird durch einen großen Überhang vor Sonneneinstrahlung geschützt. Dieser bildet gleichzeitig einen Balkon im obersten Geschoss.

Die rohe Betonfassade mit horizontalen Schichten aus Ocker gefärbtem Weißzement weist feine Details auf. Kreisförmige Löcher, die in die Fassade gebohrt wurden, lassen punktuell mehr Tageslicht in das Gebäude. An der Südseite findet sich eine Inschrift mit „Maison des Arts“ und wer genauer hinsieht, entdeckt eine Notausgangstür aus Beton.

In starkem Kontrast zu dem massiven Unterbau versehen Tectoniques die Holzstruktur im zweiten Obergeschosses mit einer vertikal gewellten und perforierten Metallverkleidung, die mit bronzefarbenem Lack lackiert ist. Die unterschiedlich großen Räume sind in einer Kammstruktur versetzt zueinander angeordnet und ähneln von außen einer Reihe aufgestellter Segel. Hier sind die Musikschulen „Marcy-l'Etoile“ und „Charbonnières-les-Bains“ untergebracht. Die elf Räume öffnen sich zu einer gemeinsamen Dachterrasse, die im Sommer zum Musizieren genutzt werden kann.

Im Inneren des Gebäudes findet sich wie an der Fassade Formbeton. Auf den Böden ist massives Eichenparkett verlegt. Die Decken bestehen aus Lochputzplatten. Der Eingangsbereich des Maison des Arts weist eine Trichterform auf, die die Besucher ins Innere des Gebäudes lenken soll. Darüber hinaus ist das Foyer mit den doppelt hohen Decken auch für kleinere kulturelle Veranstaltungen vorgesehen.

Das große Tanzstudio verfügt ebenfalls über doppelt hohe Decken und nimmt die zwei oberen Stockwerke der gesamten Nordseite ein. Es kann von außen durch eine vollverglaste Fassade eingesehen werden. Zusätzlich fällt natürliches Licht durch Öffnungen im oberen Bereich und wird von den zahlreichen Spiegeln im Raum reflektiert.

Für die Innendämmung des Gebäudes verwenden Tectoniques Métisse aus recycelten Baumwolltextilien, das von einem Netzwerk sozialer Unternehmen in Frankreich hergestellt wird und sich durch gute Wärme-und Schalldämmeigenschaften auszeichnet.

Weitere Informationen:

Scheduling, supervision and coordination: Bâti coordination
Design and Engineering: Tectoniques Ingénieurs
Wood Structure: Arborescence
Environmental engineering: eEgenie
Acoustics: Dbvib
Landscaping: Regeneration
Photos: Renaud Araud

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