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Schmidt Hammer Lassen, Gründerzentrum Start-Ups CHJ, Schanghai, Fotos: Peter Dixie, Leiii Zhang

Neues Konzept in neuem Gewand: Revitalisierung eines Bürogebäudes in Schanghai

Südöstlich des Stadtzentrums im Caohejing Hi-Tech Park schufen die Architekten aus herkömmlichen Büros ein Gründerzentrum mit Co-working Space und einen zeitgemäßen, modernen Ort für Jungunternehmer. Das von den Architekten auch »Inkubator« genannte Bürokonzept ist ein Pilotprojekt bei dem lokale Unternehmen anhand von gemeinsam genutzten, kostengünstigen Büroflächen gefördert und unterstützt werden. Anstelle von schlecht belichteten Standardbüros verbildlichen nun flexibel nutzbare Tischgruppen den Wandel der Arbeitsbranche. Dafür arbeiteten die Architekten mit dem Prinzip der Addition und der Subtraktion. Während eine leichte, neu hinzugefügte Metallfassade den starren Körper in ein wallendes Kleid hüllt, sorgt das Entfernen einiger Geschossdecken und das Hinzufügen eines Atriums im Innenraum für mehr Belichtung und visuelle Bezüge. Die Grundrisse verlieren dadurch an Tiefe und werden von allen Seiten besser belichtet. Alle Etagen und Arbeitsplätze werden geschossübergreifend besser sichtbar und vermitteln ein Gefühl von Gemeinschaft. Das Atrium wird dabei zum neuen Herzen des gesamten Projekts. Neu hinzugefügte, öffentliche Erschließungszonen mit Bereichen zum Entspannen, Besprechen und Kaffeetrinken schaffen Möglichkeiten der Kollaboration und des Zusammenkommens. Ergänzungen wie transparente, zum Teil konstruktiv abgehangene »Meeting Boxes« erlauben ruhigere und privatere Zonen. Grünterrassen dienen als Erholungsorte und beziehen sich auf den Außenraum.

Das Fassadenkonzept sorgt für eine unaufdringliche, klare Erscheinung. Perforierte Aluminiumpaneele verleihen dem schweren Bau eine leichte Struktur. Gleichzeitig drücken sich noch vorhandene Fassadenöffnungen dezent hinter der Metalloberfläche ab. Ebenso als Sonnenschutz fungierend, bietet das Lochblech jedem Arbeitsplatz die nötige Verschattung während es stets Aussicht und Tageslicht gewährt. Neue Servicebereiche werden mithilfe der Fassade bewusst in den Hintergrund gestellt und vor alltäglicher Einsicht geschützt. Es entsteht ein neues Bild des bestehenden Gebäudes ohne es grundlegend zu verändern.
      
»Um-Bauen« anstelle von »Neu-Bauen« stellt in China nach wie vor eine Seltenheit dar. Umso faszinierender scheint es also, dass die Architekten aus einem gewöhnlichen, in die Jahre gekommenen Bürokomplex ein Unternehmen mit identitätsstiftender Ausstrahlung und gut funktionierenden Räumlichkeiten schaffen. Mit innovativem Konzept gelingt ihnen ein durch Offenheit und Helligkeit auffallendes Gründerzentrum für Jungunternehmer. Im Fokus stand dabei stets, den Bestand zu optimieren und zu verfeinern und einen Abriss oder eine kostenintensivere Neuplanung zu vermeiden.

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Weitere Informationen:

Grundstücksfläche: 1.977 m²

Fotos: Peter Dixie, Leiii Zhang

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