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Offener Brief für Philipp Oswalts Verbleib am Bauhaus Dessau

In einem „Offenen Brief“ fordern 80 Kulturschaffende aus dem In- und Ausland den Kultusminister von Sachsen-Anhalt auf, seine Entscheidung für eine Neuausschreibung des Direktorenpostens der Stiftung Bauhaus Dessau zurückzuziehen und den derzeitigen Direktor Philipp Oswalt im Amt zu belassen. Initiiert von der Architekturzeitschrift ARCH+ ist jeder eingeladen, diese Initiative auf change.org zu unterstützen. Zu den Erstunterzeichnern gehören unter anderem Barry Bergdoll (MoMA), Peter Cachola Schmal (DAM), Andres Lepik (Architekturmuseum München), Chirs Dercon (Tate Modern), Hans-Ulrich Obrist (Serpentine Gallery) sowie Louisa Hutton und Matthias Sauerbruch (sauerbruchhutton architects). Dabei geht es nicht allein um die Anerkennung der bisherigen Leistung Oswalts, sondern auch um die Sicherstellung einer planvollen und koordinierten Weiterführung der laufenden Projekte des Bauhauses Dessau. Hier ein kurzer Abriss der Situation: 

Dass die Direktorenstelle der Stiftung Bauhaus Dessau kurzfristig – zum März 2014 – neu ausgeschrieben werden soll, hat zunächst in der Regionalpresse und in der Folge in der Architektur- und Kulturszene für Aufregung gesorgt: Der derzeitige Direktor Philipp Oswalt hat diese Position erst seit 2009 inne, seine Stelle läuft im Februar 2014 aus. Üblicherweise wird die Laufzeit des Direktorenpostens aber auf eine weitere fünfjährige Periode ausgedehnt; üblicherweise heißt in diesem Zusammenhang, dass es in der Stiftungsgeschichte bisher nicht vorkam, dass die Direktorenstelle schon nach den ersten fünf Jahren neu besetzt wurde. Das hat vor allem organisatorische Gründe, da viele Projekte langfristig vorbereitet werden.

Philipp Oswalt ist als Publizist bekannt für seinen kritisch-analytischen Blick, den er immer wieder auf Felder lenkt, in denen sich Baukultur und gesellschaftliche (Veränderungs-)Prozesse berühren – zum Beispiel in den Projekten „Shrinking Cities“ oder „Urban Catalyst“. In seiner Position als Direktor des Bauhauses Dessau hat er vor allem internationale Aspekte des Bauhauses zu vermitteln versucht, wie in den Ausstellungen „Das Bauhaus in Kalkutta“ oder „Vom Bauhaus nach Palästina“. Zu den wichtigen bereits in Planung befindlichen Themen im kommenden Jahr gehören die Ausstellung „Haushalten“, die Vorbereitung des Architektenwettbewerbs für ein Bauhaus-Museum (die Initiative dafür ging ebenfalls von Oswalt aus) sowie die Vorbereitung der Feierlichkeiten der 100-Jahr-Feier des Bauhauses im Jahr 2019.

Es ist vor allem die Vorgehensweise des Kultusministers von Sachsen-Anhalt und Stiftungsratsvorsitzenden der Stiftung Bauhaus Dessau, Stefan Dorgerloh, die in der kulturinteressierten Öffentlichkeit für Unmut sorgt: Das „Umlaufverfahren“, das er für die Entscheidung gewählt hat, ist ein schriftliches „Schnellverfahren“, das die weiteren Stiftungsratsmitglieder erreicht, ohne das Thema zu diskutieren. Zweitens ist es die Kurzfristigkeit des Vorgangs und drittens die Verweigerung einer Angabe von Gründen für die – zwar regelkonforme, aber auf jeden Fall ungewöhnliche – Entscheidung. Auch wir hatten kurz nach dem Bekanntwerden der Neuausschreibung beim Kultusministerium nach den Gründen gefragt, und wurden immer wieder vertröstet – zuletzt auf die nächste Stiftungsratssitzung Ende November 2013. Danach würde man, so der Ministeriumssprecher, „die Position des Stiftungsrates öffentlich machen“.

Link zum Offenen Brief:
www.change.org

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