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Panoramablick in die Zukunft

Mit dem Buch „Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt“ unternimmt das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie nichts weniger als den Versuch, den Deutschen ihre Zukunft zu erklären.

Panoramablick in die Zukunft

Schon einmal, 1996, hat das Wuppertal Institut in einer Studie „Zukunftsfähiges Deutschland“ untersucht, welche Weichenstellungen konkret notwendig sind, um Deutschland auf den Pfad einer ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltigen Entwicklung zu lenken. Das neue, unter gleichem Namen (aber mit anderem Untertitel) erschienene Buch versteht sich als aktualisierte Neuauflage der damaligen Studie. Es zieht einerseits eine Bilanz der Entwicklung seit 1996 („Klimawandel ist in aller Munde“, aber auch: „Grundlegende Veränderungen wurden nicht erreicht“) und zeigt andererseits auf, wie den vielen derzeit kursierenden nachhaltigen Worten Tagen folgen können.

Dass Nachhaltigkeit mehr bedeutet als nur Energieeffizienz und CO2-Einsparung, wird bei der Lektüre rasch deutlich. Die 30 Autoren schreiben über den Klimawandel, Biodiversität und Armutsbekämpfung, die Grenzen unseres gegenwärtigen Wachstumsglaubens und eine gerechtere Organisation der Arbeitswelt. Sie befassen sich mit Ressourceneffizienz, der Regulierung von Märkten und gerechtem Welthandel. Mit anderen Worten: „Zukunftsfähiges Deutschland“ ist nichts weniger als der Versuch, den Deutschen die Zukunft der Welt verständlich zu machen. Inhaltlich baut das Buch auf zahlreichen bisherigen Veröffentlichungen des Wuppertal Instituts auf und fasst deren Aussagen knapp und pointiert zusammen. Auch wenn seine 650 Seiten Umfang ein gewisses Einstiegshemmnis darstellen, eignet sich „Zukunftsfähiges Deutschland“vorzüglich zum selektiven Querlesen. Die Texte sind gut, bisweilen fesselnd formuliert und werden immer wieder durch Info-Kästen zu einzelnen Problemfeldern, Technologien und Initiativen unterbrochen. In sogenannte „Zeitfenstern“ werfen die Autoren zudem einen ganz konkreten Blick in das Jahr 2022: Diese Texte sind kleine Mini-Utopien, die andeuten, was im Einzelnen getan werden könnte und wie es sich auswirkt.

Aus Sicht der Architektur interessant sein dürften vor allem die Kapitel über Solarwirtschaft und Ressourceneffizienz, die die derzeit in der Bau- und Energiebranche üblichen Praktiken in einen breiteren Zusammenhang stellt und immer wieder die Hindernisse aufzeigt, an denen gut gemeinte Lösungen und Initiativen scheitern.

Wohl auch angesichts der Länge des Buchs haben die Autoren auf ein Übermaß an Daten und Zahlen verzichtet. Eher liest sich ihr Buch als ein kritischer, jederzeit gut begründeter Forderungskatalog an die Politik, die Wirtschaft und an jeden einzelnen von uns – und als eine Art Panoramablick in die Zukunft, der es dem Leser erlaubt, bislang verborgene Zusammenhänge zu erkennen.

Zukunftsfähiges Deutschland;
Hrsg.: BUND, Brot für die Welt, eed; Fischer Taschenbuch Verlag; 480 S.,
ISBN 978-3596178926;
14,95 €

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