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Adam Richards Architects, Nithurst Farm, Villa

Phantastische Villa: Adam Richards Nithurst Farm

Außen zeigt die Villa eine gewagte Mischung aus klassischer, landestypischer und zeitgenössischer Architektursprache, die mit Details spielt. Richards umhüllt das über drei Stockwerke abgestufte Volumen aus Konstruktionsbeton mit einer Ziegelverkleidung und verpasst dem Haus ein schwarzes Zinkdach. Die Farbpalette der Ziegelsteine reicht von Schwarz über Dunkelrot bis hin zu leuchtendem Rot, sodass das Bild der Fassade aus vielen kleinen Pixeln zusammengesetzt wird.

Klassische Bogenfenster mit tiefen Laibungen sind in einer beinahe nervösen Unregelmäßigkeit über die Fassade verteilt, wobei der Bogen in der oberen Ecke ganz aus seiner Position zu schweben scheint. Geschwärzte Ziegel um die Fensteröffnungen herum sollen Unschärfen signalisieren und das Gefühl einer Bewegung im Raum erzeugen. An der kurzen Südseite entscheidet sich Richards für rechteckige Fenster, deren geometrische Form durch ein Gittermotiv aus schwarzem Ziegelmauerwerk unterstrichen wird.

Angebot und Verweigerung
Bewusst unterbetont befindet sich der schmale Haupteingang zur Villa im Innenhof an der eingeschossigen Westseite. Mit dem versteckten Eingang in das Haus mit den vielen Fenstern beginnt das Spiel von Angebot und Verweigerung und der Bezug zu Tarkovskys Klassiker Stalker. In dem Film reisen ein Schriftsteller und ein Wissenschaftler durch eine verbotene Zone, auf der Suche nach einem mystischen Raum, an dem ihre innersten Wünsche erfüllt werden.
Betritt man die Villa durch die Stahleingangstür, gelangt man in einen dunklen Vorraum, der sich zu einer 4,5 m hohen kathedralenartigen Halle mit postindustrieller Ästhetik öffnet. Eine Zone, wie ihn auch Tarkovskys Pilger durchqueren müssen, bevor sie den Raum der Wünsche erreichen können. Die Wände der Halle, die eine Kücheninsel und einen Essbereich beherbergt, sind in rohem Sichtbeton gehalten. Einfallendes Licht dringt durch die sich gegenüberliegenden Fenster, die man aber, wenn man den Raum betritt, zunächst nicht sieht. Sie sind hinter sechs kapellenartigen Seitenräumen aus Beton verborgen, die in den trapezförmigen Grundriss der Halle hineinragen. In den meist fensterlosen, rechteckigen Betonblöcken sind zusätzliche Räume wie Garderobe, Arbeitszimmer, Speisekammer und die Zugangstreppe zum ersten Stock untergebracht.

Der Grundriss orientiert sich an Palladios Villa Barbaro und verjüngt sich subtil entlang der Nord-Südachse. Die Halle endet in einem engen Durchgang, durch den man über wenige Stufen das nach Süden ausgerichtete Wohnzimmer mit Blick in den Garten erreicht. Das lichtdurchflutete Zimmer wird von Adam Richards als das Ziel gesehen, „der Raum in dem alle Wünsche in Erfüllung gehen“. Hier zieren Wandteppiche und ausgewählte zeitgenössische Kunst die Sichtbetonwände. Polstermöbel und ein Kamin laden zum Verweilen ein.
Im ersten Obergeschoss befinden sich zwei Kinderzimmer und drei Gästezimmer mit jeweils eigenen Bädern in den Betontürmen. Hinter Flügeltüren führt eine Treppe in das ebenfalls nach Süden ausgerichtete Schlafzimmer im obersten Stockwerk, das einen Panoramablick in die grüne Landschaft bietet.

Weitere Informationen:

Structural engineer: Structure Workshop
Services engineer: P3R
Main contractor: Garden Pepper
Photos: Brotherton Lock

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