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Planen nach Buch

handbuch aspern
Foto: Wien 3420 Aspern Development AG
foto gelaende aspern
Foto: Redl
aspern masterplan
Quelle: Tovatt Architects & Planners AB / Wien 3420 AG

Die dänischen Freiraumplaner Gehl Architects präsentierten am 27. Oktober im Architekturzentrum Wien ein Handbuch für die Gestaltung des öffentlichen Raums in einem der größten Stadtentwicklungsgebiete Europas, der aspern Seestadt Wien. Das Buch soll als Instrument dienen, um ein gemeinsames Verständnis für die Gestaltung der Straßen, Plätze und Grünräume zu finden.

Der erste Wettbewerb für die Seestadt hatte nicht die Umsetzung eines Gebäudes zum Ziel, sondern beschäftigte sich mit Gestaltungsstrategien für den öffentlichen Raum. Das dänische Architekturbüro Gehl Architects war als Sieger aus dem Wettbewerb hervorgegangen, den die Entwicklungsgesellschaft für die Seestadt, die Wien 3420 Aspern Development AG, und die Stadt Wien ausgeschrieben hatten. Das Büro, das auf die Beratung in den Bereichen urbanes Design, Stadtplanung und Architektur spezialisiert ist, nannte sein Handbuch „Partitur des Öffentlichen Raums für aspern.“ Öffentliche Räume vergleichen sie hierin mit den Saiten eines Musikinstruments, da sie als Impulsgeber in der Lage sind, eine Stadt in Schwingung zu versetzen.

Oliver Schulze, Projektleiter von Gehl Architects, erklärt: „Uns ist wohl bewusst, dass das Leben im öffentlichen Raum nicht bis ins Detail planbar ist. Gleichzeitig wissen wir, dass die Schaffung urbaner Lebendigkeit in der Seestadt ganz maßgeblich von der Qualität des öffentlichen Raums abhängen wird und es dafür eine Art Tonleiter geben muss. Wichtig ist aber auch, Dinge offen zu lassen und die Partizipation der künftigen Bewohner und Anrainer zu fördern und zu fordern. Das Handbuch wird dabei verbindliches Werkzeug für Planer und zuständige Dienststellen.“

Der Wiener Stadtrat für Stadtentwicklung und Verkehr, Rudi Schicker, sieht den öffentlichen Raum als einen der entscheidenden Faktoren für das Gelingen des städtebaulichen Konzepts. „Denn Urbanität und Lebensgefühl entstehen vor allem zwischen den Gebäuden – auf Plätzen, Straßen, in Parks.“

Auch sonst geht die Wien 3420 AG im Planungsprozess des neuen Stadtteils ungewohnte Wege: Das aspern citylab, eine interdisziplinäre Dialogplattform, hilft zu überprüfen, ob die Planungsgrundsätze auch umsetzbar sind. Über Internet und Veranstaltungen erfolgt ein fortlaufender Austausch zwischen Seestadtplanern, Experten und interessierten Laien. Die Ergebnisse aus diesem Prozess fließen dann in die konkreten Planungen ein.

Die Bauarbeiten für „aspern Die Seestadt Wiens“ haben schon im Juni dieses Jahres begonnen: Auf dem Areal des ehemaligen Flugfeldes Aspern im Nordosten Wiens werden die Roll- und Landebahnen abgebrochen. In den nächsten 20 Jahren wird hier auf 240 ha ein neuer Stadtteil für rund 20.000 Bewohner und ebenso viele Arbeitsplätze entstehen. Herzstück des Projekts ist ein rund 90.000 Quadratmeter großer zentraler Park mit einem See.

Mehr Informationen zu Projekt
Website der von Gehl Architects

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