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Harlech Castle Footbridge, Mott MacDonald

Preisgekrönte Eleganz: Harlech Castle Footbridge

Das Harlech Castle ist eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Burgen des Vereinigten Königreichs aus dem 13. Jahrhundert und zählt zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die neue Stahlbrücke entstand im Rahmen eines 6-Million-Pfund-Projekts zur Neuentwicklung der Burganlage, in Zusammenarbeit von Entwurfsverfasser Mott Mac Donald mit den Londoner Tragwerksplanern David Dexter Associates und Expedition Engineers. 2016 erhielten sie für das Projekt den ersten Preis des Structural Steel Design Award.

Die Stahlkonstruktion befindet sich an der Stelle des historischen Zugangs zur Burg und stellt die Verbindung zu dem gegenüberliegenden Besucherzentrum her. Mit 46 m Länge und 2 m bzw. in Brückenmitte 3 m Breite bildet sie in ihrer Gesamtheit einen Bogen, der sich aus drei im Winkel von 166 und 143 Grad einander verdrehten Feldern zusammensetzt. Es handelt sich um eine Stahlkonstruktion aus bogenförmigen Vierendeel-Fachwerkträgern mit gleichschenkligem Dreiecksquerschnitt und diagonaler Aussteifung in der Brückenebene. Der Tragwerksquerschnitt variiert von 650 mm bis zu 1500 mm Höhe und besteht aus runden Stahlhohlträgern mit Durchmessern von 129 mm in den beiden oberen Profilen und 193 mm im unteren Profil. Für die beiden im Raum liegenden Dreiecksschenkel wählte man Stahlrohre mit quadratischem Querschnitt (150/150/12,5 mm), für den horizontal liegenden Schenkel ein Stahlrechteckrohr (150/100/8 mm). Die Diagonalaussteifung der Brücke erfolgt wiederum über Stahlquadratrohre (70/70/6,3 mm). Als Absturzsicherung dient ein in einen Stahlrahmen eingespannter Maschendraht. Der Rahmen wird gehalten von leicht nach innen gebogenen und sich nach oben hin verjüngenden, jeweils über den Fachwerkträgern angeordneten Stahl-T-Profilen. An jedem zweiten Brüstungselement ist eine LED-Beleuchtung angebracht. Der über zwei Stahlwinkel mit der Tragstruktur befestigte Brückenbelag ist wie der Handlauf aus Hartholz gefertigt.

Die Lasten werden über die beiden Auflager an den Brückenenden und über die beiden Stützen in Brückenmitte abgetragen. Letztere sind als ausbetonierte Stahlverbundstützen elliptischen Querschnitts mit Steifigkeit in transversaler Richtung ausgeführt. Eines der Stützenfundamente wurde direkt in die Ruinen der historischen Brückenpfeiler einbetoniert. Am burgseitigen Ende liegt die Brücke auf einem Stahlrechteckrohr-Rahmen auf. Dieser wurde in den Graben der einstigen Zugbrücke hinter der Burgmauer eingefügt. Der Rahmen des burgseitigen Auflagers und die Stützen erlauben unter dem Einfluss vertikaler und thermischer Kräfte eine Verformung in Längsrichtung. Das Gleitlager auf der Stützmauer des Besucherzentrums ist in Querrichtung eingespannt.

Die neue Brücke stellt sich vor dem Hintergrund des dominanten, historischen Bollwerks als zeitgenössisches elegantes und dennoch eigenständiges Element dar. Seit Eröffnung der Anlage im August 2015 verzeichnet der Bauherr 35 Prozent mehr Besucher als in den Vorjahren.

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Weitere Informationen:

Stahlbau: S H Structures Ltd

Generalunternehmer: RL Davies & Son Ltd

Fertigstellung: August 2015

Abbildungen: Mott MacDonald

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