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Prinz Eugen Park, München

Holzbausiedlung mit Modellcharakter: Prinz-Eugen-Park in München

München ist traditionell eine Stadt der Putzarchitektur. Wie kaum anderswo in Deutschland findet man hier prachtvolle Bürgerhäuser mit elaborierten Stuck- und Putzfassaden. In Anlehnung an diese Tradition waren bei Neubauquartieren bis in die jüngste Zeit meist mineralische Fassaden vorgeschrieben – selbst wenn sich dahinter oft gar keine massiven Wandkonstruktionen verbargen.

Mit ihrer „ökologischen Mustersiedlung“ im Prinz Eugen Park wagt die bayerische Metropole jetzt den Aufbruch in ein neues Zeitalter. Mit ihren rund 560 Wohneinheiten nimmt sie knapp ein Drittel des Neubauquartiers ein, das auf dem rund 30 ha großen ehemaligen Kasernengelände noch bis 2021 entsteht. Die meisten Häuser in der Mustersiedlung zeigen den Baustoff, aus dem sie bestehen, auch an den Fassaden. 

Baugruppen und Genossenschaften, die sich für die Grundstücke bewarben, musste ihre Konzept nach ökologischen und sozialen Kriterien bewerten lassen. Dazu zählten Obergrenzen der Wohnfläche pro Kopf, soziale Angebote über das Wohnen hinaus, Maßnahmen für den Artenschutz und vor allem eine Holz- oder Holzhybridbauweise. Das entscheidende Kriterium war dabei die Menge an nachwachsenden Rohstoffen in der Baukonstruktion. Hierzu definierte die Stadt drei Qualitätsstufen, für die die Bauträger öffentliche Zuschüsse in  unterschiedlicher Höhe erhielten. Die geforderte Menge variiert je nach Stufe und Gebäudetyp zwischen 50 und 120 kg Holz oder anderen Pflanzenbaustoffen pro m2 Wohnfläche. Tatsächlich verbaut wurden deutlich größere Mengen bis 280 kg/m2. Das war auch insofern lukrativ, weil die Stadt pro kg 2€ an Fördermitteln zahlte und so im Durchschnitt für 8 % der Baukosten aufkam.

Um die Ausführungsqualität der Gebäude sicherzustellen, waren alle Fachplaner und Bauunternehmen ab Planungsbeginn mit im Boot und die Bauherren mussten ihre Pläne einem unabhängigen Beratergremium aus Holzbauexperten vorlegen. 

Die Münchener Holzbau-Story wird auch in den nächsten Jahren weitergehen: Ende Juni 2020 beschloss der Stadtrat, dass im sogenannten Kreativquartier, einer innerstädtischen Industriebrache unweit des Olympiaparks, rund 370 weitere Wohnungen in Holzbauweise entstehen sollen.

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Eine ausführliche Print-Dokumentation finden Sie in unserer Ausgabe DETAIL 9/2020 mit dem Themenschwerpunkt “Konzept Wohnquartiere“.

 

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