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studio gollwitzer architekten, Schwimmhalle, Ilmenau

Reduziertes Design, dynamische Dachgeometrie: Neue Schwimmhalle Ilmenau

Nach nur zwei Jahren Bauzeit wurde im Oktober 2020 in der Goethe- und Universitätsstadt Ilmenau am nordöstlichen Rand des Thüringer Waldes ein neues Hallenbad eröffnet. Dessen hohe, umlaufende Verglasung macht die angrenzende Natur – einen kleinen See am bewaldeten Tigru-Mures-Park – für Besucher direkt erlebbar. Die geschwungene Form des 2.625 m2 großen Neubaus vereint eine dynamische Dachgeometrie mit einem reduzierten Design.  Materialien wie Glas, Holz und Beton sind mit kontrastreichen Rottönen kombiniert und verbinden das eher sportliche Ambiente mit Behaglichkeit und Wärme. Die äußere Hallenform haben Studio Gollwitzer Architekten aus der vielfältigen Nutzung mit 25 m-Sportbecken, Lehrschwimmbecken, Kinderbecken, Umkleiden und Duschen abgeleitet. Entsprechend entwickelt sich das Gebäude von den hohen Räumen im Bereich der Sprunganlagen bis hin zum niedrigeren, funktionalen Bereich rund um die Umkleiden. Die Technikräume sind im Untergeschoss untergebracht.

Komplexe Holzdachkonstruktion
Die über das ganze Gebäude reichende Holzkonstruktion ist in einen Flachdach- und einen Schalenbereich gegliedert. Ein doppelt gekrümmter Randbalken schließt das Gebäude als Attika ab; er gibt dem Bauwerk seine markante Form. Der Flachdachbereich besteht aus geraden Bauteilen, Drei-Feld-Trägern aus BSH mit Gerbergelenken und Furnierschichtholzplatten. Der Schalenbereich ist aus verleimten Furnierschichtholzplatten gefertigt, die mit oberseitig abgeschrägten BSH-Bögen und Querrippen jeweils zu einzelnen Schalenelementen – insgesamt 56, jedes ein Unikat – verbunden wurden. Etwa 100 Dachbinder mit rund 255 m3 Brettschichtholz (BSH) speichern zirka 207 t CO2. Unter der sich trichterartig auf zwei Auflagerpunkten wölbenden Holzschale bilden 450 vorgefertigte, gewölbte Brettlamellen-Elemente die Unterkonstruktion der gestaltprägenden Akustikdecke im Innenraum. Für jedes Element erstellten die Planer 1:1 Abwicklungspläne in 3D, die in 2D-Pläne umgewandelt und in den Werkstätten der Holzbauer vorgefertigt wurden. Auf der Baustelle wurden die geraden Brettlamellen-Elemente durch die Verschraubung wieder in die gewölbte Form gebogen. Insgesamt wurden für die gewölbte Akustikdecke mehr als 12.500 Holzlamellen verbaut.

Ressourcenschonendes Baukonzept
Das Foyer der Schwimmhalle schließt an die benachbarte Eissporthalle an. Beide Gebäude bilden einen Energieverbund: Abwärme aus der Eishalle wird für die Wärmeversorgung des Hallenbades genutzt. Auch hier setzten Bauherrn und Planer, wie bei der gesamten Realisierung der Halle, auf ein ressourcenschonendes Baukonzept.

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